Dieses Video wurde am 22.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die VW-Krise nimmt dramatische Ausmaße an. Konzernchef Oliver Blume hat die Lage bei Volkswagen als „mehr als kritisch” bezeichnet und mit drastischen Worten vor weiteren massiven Einschnitten gewarnt. Einem Bericht zufolge sollen bis zu 50.000 Stellen sowie vier Werke zur Disposition stehen. Ab kommenden Montag muss sich der Vorstand auf insgesamt neun Betriebsversammlungen den Fragen der Belegschaft stellen – den Auftakt macht das Stammwerk Wolfsburg.
Operative Rendite reicht nicht aus
Ein zentrales Problem bei Volkswagen ist die schwache Profitabilität. Die operative Rendite des Konzerns liegt derzeit bei lediglich 3,8 Prozent – ein Wert, den Blume als nicht ausreichend erachtet, um Europas größten Autobauer wieder auf Kurs zu bringen.
Für einen Konzern in der Größenordnung von Volkswagen gelten Renditen deutlich oberhalb dieser Marke als notwendig, um Investitionen in neue Technologien, insbesondere in die Elektromobilität, langfristig stemmen zu können. Die anhaltend schwache Marge macht tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen aus Sicht des Vorstands unausweichlich.
Volkswagen kämpft dabei nicht nur mit hausgemachten Problemen, sondern auch mit einem schwierigen Marktumfeld: Nachlassende Nachfrage in China, wachsender Druck durch asiatische Wettbewerber und ein schleppender Hochlauf der E-Mobilität setzen dem Konzern zusätzlich zu.
50.000 Stellen und vier Werke auf dem Prüfstand
Die Dimension der möglichen Einschnitte ist enorm. Berichten zufolge stehen bis zu 50.000 Arbeitsplätze sowie vier Produktionsstandorte zur Disposition. Sollten diese Zahlen zutreffen, wäre es einer der größten Stellenabbaue in der Geschichte des deutschen Automobilsektors.
Die betroffenen Standorte sind bislang nicht offiziell benannt. Allerdings gilt als sicher, dass auch deutsche Werke ins Visier geraten könnten, was den sozialpolitischen Sprengstoff der Situation erhöht.
- Bis zu 50.000 Stellen könnten wegfallen
- Vier Werke stehen angeblich zur Disposition
- Die operative Rendite liegt bei nur 3,8 Prozent
- Neun Betriebsversammlungen sind für die kommenden Tage angesetzt
- Den Auftakt macht das Stammwerk in Wolfsburg
Blume fordert weitere Einsparungen von den Gewerkschaften
Konzernchef Blume macht auch die Gewerkschaften zu einem zentralen Adressaten seiner Forderungen. Er verlangt weitere Einsparungen, um den Konzern wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die IG Metall und der Betriebsrat dürften dieser Forderung jedoch mit erheblichem Widerstand begegnen.
In der Vergangenheit hatten Gewerkschaft und Management bereits heftig über Tarifverträge und Beschäftigungsgarantien gestritten. Ein neuerlicher Konflikt zeichnet sich ab, der die Verhandlungen in den kommenden Wochen und Monaten prägen dürfte.
Die für Montag angesetzten Betriebsversammlungen versprechen, hochemotional zu werden. Beschäftigte wollen direkte Antworten vom Vorstand – und die Stimmung in der Belegschaft gilt als aufgeheizt. Besonders in Wolfsburg, wo die Konzernzentrale und das größte Einzelwerk angesiedelt sind, dürfte der Druck auf das Management enorm sein.
Ausblick: Harte Wochen für Volkswagen
Der Volkswagen-Konzern steht vor einer Zerreißprobe. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Vorstand, Betriebsrat und Gewerkschaft einen gemeinsamen Weg aus der Krise finden – oder ob der Konflikt eskaliert. Klar ist: Ohne substanzielle Veränderungen bei Kosten, Strukturen und Produktstrategie dürfte eine Erholung schwer zu erreichen sein. Die Betriebsversammlungen ab Montag werden ein erster Gradmesser dafür sein, wie groß der Rückhalt für Reformen in der Belegschaft tatsächlich ist.
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