Dieses Video wurde am 11.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat die Hafenstadt Mokka sowie die strategisch bedeutsame Insel Perim am südlichen Ende des Roten Meeres eingenommen. Damit rückt die Kontrolle über die nur rund 30 Kilometer breite Meerenge Bab al-Mandab – auf Arabisch „Tor der Tränen” – in greifbare Nähe der Terrororganisation. Durch diese Engstelle fließen rund sieben Prozent der weltweiten Ölproduktion. Der Ölpreis reagierte umgehend mit einem deutlichen Anstieg auf den höchsten Stand seit Monaten.
Strategische Bedeutung von Bab al-Mandab
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Arabischen Meer und ist damit eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt. Der Name bedeutet wörtlich „Tor der Tränen” – ein Verweis auf die gefährlichen Navigationsbedingungen und zahlreiche historische Schiffsunglücke in der Region.
Für die Weltwirtschaft hat die Passage eine überragende Bedeutung: Sie gilt als wichtige Alternative zur Straße von Hormus, die vom Iran bereits weitgehend kontrolliert und wiederholt blockiert wird. Sollten nun beide Wasserstraßen unter iranischem Einfluss stehen, wären die Konsequenzen für globale Lieferketten und Energieversorgung gravierend.
Die Enge beträgt an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 30 Kilometer – eine Distanz, die für Drohnenangriffe auf Handelsschiffe problemlos zu überbrücken ist.
Huthi-Vormarsch: Mokka und die Hanisch-Inseln
Mit der Einnahme der Hafenstadt Mokka und dem Vordringen auf die strategisch wichtigen Hanisch-Inseln haben die Huthis ihre Ausgangsposition zur Kontrolle der Meerenge erheblich verbessert. Von diesen Positionen aus lassen sich Schiffe mit Drohnen oder Raketen gezielt angreifen.
Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Huthis Handelsschiffe im Roten Meer gekapert oder versenkt und damit internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die neuen Geländegewinne verschaffen ihnen nun eine noch direktere Kontrolle über das Nadelöhr.
- Einnahme der Hafenstadt Mokka am Roten Meer
- Vordringen auf die strategisch wichtigen Hanisch-Inseln
- Kontrolle über die Insel Perim am südlichen Eingang der Meerenge
- Drohnenreichweite deckt die gesamte 30 Kilometer breite Engstelle ab
- Rund 7 % der weltweiten Ölproduktion passieren die Route
Ölpreis und wirtschaftliche Folgen
Die Märkte reagierten nervös auf die Entwicklungen: Der Ölpreis sprang nach Bekanntwerden der Huthi-Erfolge deutlich in die Höhe und erreichte den höchsten Stand seit Mai. Analysten warnen vor einer weiteren Eskalation, sollte die Meerenge vollständig blockiert werden.
Eine Umgehungsroute um das Kap der Guten Hoffnung würde Transporte erheblich verteuern und verlängern, was die globale Inflation weiter antreiben könnte. Für energieimportabhängige Länder in Europa und Asien wäre eine Blockade von Bab al-Mandab eine ernste wirtschaftliche Bedrohung.
Geopolitisches Druckmittel für den Iran
Neben den wirtschaftlichen Folgen hat der Huthi-Vormarsch eine bedeutende geopolitische Dimension. Dem Iran könnte es gelingen, über seine Stellvertreter im Jemen indirekt sowohl die Straße von Hormus als auch Bab al-Mandab unter Kontrolle zu bringen – zwei der wichtigsten maritimen Chokepoints der Welt.
Damit würde Teheran ein erhebliches Druckmittel gegenüber den USA und westlichen Verbündeten in der Hand halten. Jede militärische oder diplomatische Konfrontation mit dem Iran würde damit das Risiko einer sofortigen Unterbrechung globaler Energieversorgung bergen.
Die Entwicklungen am Roten Meer zeigen, wie eng militärische Stellvertreterkriege und weltweite Wirtschaftsstabilität miteinander verknüpft sind. Ob eine internationale Reaktion – diplomatisch oder militärisch – die Huthi-Expansion noch aufhalten kann, wird in den kommenden Wochen entscheidend sein.
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