Dieses Video wurde am 13.09.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine AfD-Rede im Bundestag hat am 13. September 2026 zu einem handfesten Eklat geführt. Während des Redebeitrags des AfD-Abgeordneten René Springer kam es zu lautstarken Zwischenrufen seitens der Linken-Abgeordneten Köktürk, woraufhin die Sitzungspräsidentin mehrere Ordnungsrufe erteilte. Köktürk verließ den Plenarsaal schließlich unter dem Applaus eines Teils der Abgeordneten. Der Vorfall wirft erneut Fragen über den Umgang mit umstrittenen Aussagen im Parlament auf.
Springers Aussagen lösen Empörung aus
Den Ausgangspunkt des Eklats bildete eine Passage aus Springers Rede, in der er ankündigte, dafür zu sorgen, dass Menschen beim Gang ins Jobcenter mit Handschellen empfangen und keine Sozialleistungen mehr erhalten würden. Die provokante Formulierung löste im Plenarsaal unmittelbar heftige Reaktionen aus.
Während Teile des Saals mit Applaus reagierten, protestierten andere Abgeordnete lautstark gegen die Aussagen. Die Stimmung im Saal heizte sich in kurzer Zeit merklich auf, sodass die Sitzungsleitung eingreifen musste.
Ordnungsrufe gegen Köktürk eskalieren
Die Sitzungspräsidentin mahnte die Abgeordnete Köktürk zunächst ab und bat sie, reguläre Zwischenfragen gemäß der Geschäftsordnung zu stellen, anstatt durch Zwischenrufe den Redebeitrag zu unterbrechen. Als Köktürk nicht einlenkte, erteilte die Präsidentin den ersten Ordnungsruf.
Die Auseinandersetzung zwischen Sitzungsleitung und der Linken-Abgeordneten setzte sich fort. Die Präsidentin wies darauf hin, dass weitere Ordnungsrufe ernsthafte Konsequenzen haben könnten – laut Geschäftsordnung des Bundestages droht bei insgesamt drei Ordnungsrufen in einer Sitzung der Sitzungsausschluss.
- Erster Ordnungsruf nach wiederholten Zwischenrufen
- Androhung weiterer Ordnungsrufe bei Fortsetzung des Verhaltens
- Hinweis auf möglichen Sitzungsausschluss nach drei Ordnungsrufen
- Köktürk verlässt den Saal unter Applaus eines Teils der Abgeordneten
„Sie schützen die Faschisten” – der entscheidende Vorwurf
Den Höhepunkt der Auseinandersetzung bildete der Vorwurf Köktürks an die Sitzungspräsidentin, sie schütze Faschisten. Die Präsidentin wies diesen Vorwurf entschieden zurück und erteilte daraufhin einen weiteren Ordnungsruf. Der Begriff stellte eine direkte Anschuldigung gegen die Sitzungsleitung dar und überschritt damit eine parlamentarische Grenze.
Derartige Vorwürfe gegenüber der Sitzungsleitung gelten im Bundestag als besonders schwerwiegend, da sie die Autorität des Parlamentspräsidiums in Frage stellen. Die Präsidentin betonte mehrfach, dass sie lediglich die Rednerrechte und die Ordnung der Debatte schütze – unabhängig von der inhaltlichen Position des Redners.
Einordnung: Parlamentarische Kultur unter Druck
Der Zwischenfall steht exemplarisch für die zunehmend aufgeheizte Debattenkultur im Bundestag. Provokante Aussagen von AfD-Rednern auf der einen und emotionale Gegenreaktionen von Abgeordneten anderer Fraktionen auf der anderen Seite stellen die Sitzungsleitung regelmäßig vor Herausforderungen.
Parlamentarische Ordnungsmittel wie der Ordnungsruf sollen sicherstellen, dass Debatten geordnet und respektvoll ablaufen – unabhängig davon, wie kontrovers die vorgetragenen Inhalte sind. Gleichzeitig stellt sich die politische Frage, wie Abgeordnete auf Redebeiträge reagieren können und dürfen, die sie als menschenunwürdig oder demokratiefeindlich empfinden.
Die Szenen vom 13. September dürften die Diskussion über den richtigen Umgang mit der AfD im Parlament erneut befeuern – und zeigen, dass die politische Polarisierung längst auch den Bundestagsalltag prägt.
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