Dieses Video wurde am 20.04.2026 von FinanzFluss auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein 28-jähriger Maschinenbauingenieur aus Lüneburg mit einem Nettoeinkommen von 3.700 Euro monatlich legt 450 Euro in Wertpapiere und 1.000 Euro auf das Tagesgeld. Sein Portfolio hat einen Gesamtwert von rund 37.000 Euro – und eine bewegte Geschichte: Von plus 27 Prozent bis minus 9 Prozent war alles dabei. Beim Portfolio-Check zeigt sich, wo der Anleger gut aufgestellt ist und wo er dringend nachbessern sollte.
AGNC: Wenn man das Geschäftsmodell nicht erklären kann
Die größte Position im Portfolio ist AGNC Investment mit einem Anteil von rund 23 Prozent – fast ein Viertel des gesamten Vermögens. AGNC ist ein sogenannter Mortgage REIT (mREIT): Das Unternehmen kauft keine Immobilien, sondern erwirbt hypothekarisch besicherte Wertpapiere und hebelt diese zusätzlich. Im Kern wettet man damit auf Bewegungen der Zinskurve.
Das Problem: Wer das Geschäftsmodell einer Aktie nicht erklären kann, sollte sie nicht im Depot haben. Das gilt umso mehr, wenn diese Position einen so großen Anteil ausmacht. mREITs sind hochkomplex, zinssensitiv und für unerfahrene Anleger schwer einzuschätzen. Eine Überprüfung – und gegebenenfalls ein Verkauf – wäre hier angebracht.
Dividenden-ETFs: Gut gemeint, aber oft suboptimal
Die zweitgrößte Position mit rund 22 Prozent ist der Global X SuperDividend ETF – ein Produkt, das auf besonders hohe Ausschüttungen setzt. Hinzu kommt offenbar ein Stoxx 600 Banks ETF, der nach eigener Aussage des Anlegers irrtümlich ins Depot gelangte – möglicherweise aufgrund einer Verwechslung bei der ISIN.
Das Depot spiegelt eine klare Dividendenstrategie wider. Hochdividenden-Produkte wie der Global X SuperDividend klingen attraktiv, performen langfristig aber oft schlechter als breit gestreute Markt-ETFs – nicht zuletzt, weil hohe Dividendenrenditen häufig auf strukturelle Schwäche der enthaltenen Unternehmen hinweisen. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte solche Produkte kritisch hinterfragen.
- AGNC Investment (mREIT): ~23 % Portfolioanteil, sehr komplex und zinssensitiv
- Global X SuperDividend ETF: ~22 % Anteil, langfristig oft schwächere Performance
- Stoxx 600 Banks ETF: versehentlich ins Depot, bisher besser gelaufen als erwartet
- Take-Two Interactive: Spieleentwickler, bekannt u. a. für die GTA-Reihe
Rheinmetall: Das Drama mit den Paper Hands
Besonders auffällig ist die Rheinmetall-Geschichte im Depot. Der Anleger kaufte die Aktie für rund 1.000 Euro – und verkaufte sie bereits am nächsten Tag für nur noch 895 Euro. Diesen Fehler wiederholte er: Ein weiterer Einstieg über 25.000 Euro wurde rund drei Wochen später mit einem Verlust von rund 500 Euro wieder aufgelöst.
Das Muster ist klassisch: Nach einem starken Kursanstieg einsteigen, beim ersten Rücksetzer nervös werden und mit Verlust aussteigen. Dieses Verhalten wird im Börsenjargon als „Paper Hands” bezeichnet – eine mangelnde Überzeugung in die eigene Position. In der Summe sind durch diese Transaktionen 600 Euro Verlust entstanden, ohne dass die Aktie je langfristig gehalten wurde.
Fazit: Struktur und Strategie überdenken
Das Portfolio des Ingenieurs zeigt einige typische Anfängerfehler: eine zu starke Konzentration auf hochriskante Dividendenprodukte, fehlende Produktkenntnisse bei der größten Position und schlechtes Einstiegs-Timing kombiniert mit mangelnder Haltedisziplin.
Sinnvoll wäre eine Neuausrichtung hin zu einem breit gestreuten, kostengünstigen ETF-Kern – ergänzt durch einzelne Satellitenpositionen, die der Anleger wirklich versteht. Die Sparquote von insgesamt über 1.450 Euro pro Monat ist hingegen vorbildlich und bietet eine solide Grundlage, um langfristig Vermögen aufzubauen – wenn die Strategie stimmt.
Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

