Dieses Video wurde am 30.04.2026 von ARTEde auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zehn Jahre nach seinem viel zu frühen Tod im April 2016 ist das Vermächtnis von Prince Rogers Nelson im Kino lebendiger denn je. Der Ausnahmekünstler war nicht nur einer der größten Popmusiker seiner Generation – er pflegte während seiner gesamten Karriere einen engen Draht zur Welt des Films. Als Schauspieler, Regisseur und Komponist hinterließ Prince Spuren, die weit über die Musikgeschichte hinausreichen.
Prince als Schauspieler und Regisseur
Seinen größten Auftritt vor der Kamera hatte Prince mit dem Kultfilm Purple Rain (1984) unter der Regie von Albert Magnoli. Prince spielt darin den aufstrebenden Musiker „The Kid”, der zwischen einem dysfunktionalen Elternhaus und seiner Leidenschaft für die Bühne zerrissen wird. Die Konzertszenen im Minneapoler Club First Avenue – darunter ein elektrisierendes „Let’s Go Crazy” – gehören bis heute zu den eindrucksvollsten Musik-Momenten der Filmgeschichte.
Nur zwei Jahre später inszenierte Prince mit Under the Cherry Moon (1986) seinen ersten eigenen Spielfilm. Er selbst spielt darin einen Pianisten und Gigolo, der das mondäne Paris aufmischt – an der Seite einer noch sehr jungen Kristin Scott Thomas. Der Film gilt als cineastisch eigenwillig, enthält aber Szenen von unvergesslichem Charme, etwa wenn Prince und sein Kollege mit dem Song „Girls and Boys” eine sterbenslangweilige Party zum Leben erwecken. Mit Graffiti Bridge (1990) vollendete Prince schließlich die Trilogie rund um seine Filmfigur.
Auch als Konzertfilm bewies Prince Gespür für die Leinwand: Sign of the Times (1987) mixt Auftritte aus Rotterdam, Antwerpen und Paisley Park zu einem visuellen Spektakel aus Choreografie, Bühnenausstattung und Lichtshow.
Soundtracks: Von Batman bis Spike Lee
Neben seinen eigenen Filmprojekten steuerte Prince einige der markantesten Filmmusiken der späten 1980er und 1990er Jahre bei. Das bekannteste Beispiel ist Tim Burtons Batman (1989): Obwohl der Hit „Batdance” im Film selbst nicht zu hören ist, integrierte Burton eigens komponierte Prince-Stücke – darunter „Partyman” während einer ikonischen Museumsszene.
1996 folgte die Zusammenarbeit mit Spike Lee für den Film Girl 6. Prince lieferte nicht nur neue Songs wie „She Spoke to Me”, sondern erlaubte auch den Einsatz bereits existierender Stücke wie „Housequake”, das die Notlage der arbeitslosen Schauspielerin Theresa Randall eindringlich unterstreicht. Sieben Jahre später setzte Spike Lee in BlacKkKlansman (2018) Princes Piano-Cover des Gospelklassikers „Mary Don’t You Weep” als erschütternden Schlusspunkt.
Prince-Songs als filmisches Stilmittel
Kaum ein anderer Musiker wird so häufig als cineastisches Zitat eingesetzt wie Prince. Seine Songs erscheinen in den unterschiedlichsten Kontexten – als Partyhymne, als emotionaler Wendepunkt oder als freche Provokation. Einige prägnante Beispiele:
- „DMSR” in Risky Business (1983) mit Tom Cruise – eine der bekanntesten Filmszenen der 1980er Jahre
- „Get Off” in Last Boy Scout (1991) und in PS, Ich liebe dich mit Hilary Swank beim freizügigen Karaoke-Auftritt
- „Darling Nikki” im Serienfinale von The Idol mit Lily-Rose Depp
- „Purple Rain” im Serienfinale von Stranger Things als ergreifender Abschied zwischen den Hauptfiguren
- „Nothing Compares 2 U” – ursprünglich von Prince geschrieben – im französischen Filmdrama In Liebe lassen (2020) von Emmanuelle Bercot
Aber auch Cover seiner Songs haben Filmgeschichte geschrieben: Nicole Kidman sang „Kiss” als Pinguin-Dame in Happy Feet, Julia Roberts schmetterte denselben Hit in der Badewanne in Pretty Woman, und Reese Witherspoon interpretierte „Let’s Go Crazy” in Sing – Stell dir vor.
Ein Cameo und ein bleibendes Erbe
Auch als Darsteller seiner selbst bewies Prince Witz und Präsenz: Sein Cameo in der dritten Staffel von New Girl (2014) – an der Seite von Zooey Deschanel und Jake Johnson – wurde zum viralen Moment, weil er sich mit scheinbar mühelloser Coolness selbst parodierte.
All diese Facetten zusammen ergeben das Bild eines Künstlers, der Film nicht als bloßes Marketinginstrument betrachtete, sondern als eigenständiges kreatives Feld. Ob als Regisseur, Komponist oder Leinwandpräsenz – Prince verstand es, seine musikalische Vision in Bilder zu übersetzen. Sein Vermächtnis lebt in jedem Filmmoment weiter, in dem „Purple Rain” erklingt und violettes Licht die Bühne flutet. Ein Künstler, der fehlt – und dessen Musik das Kino noch lange begleiten wird.
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