Dieses Video wurde am 22.08.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September sorgt eine Absage für politischen Wirbel: CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze lehnte eine Einladung des Podcasters Ben Bernt alias „Ben Ungeskriptet” ab – und verpasste damit eine Reichweite von über 4,2 Millionen YouTube-Aufrufen. Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund war dagegen im Format zu Gast und erzielte genau diese Rekordabrufzahlen. Die Podcast-Absage entwickelt sich nun zu einem handfesten Kommunikationsstreit mit unklarer Faktenlage – und könnte Schulzes Wahlkampf nachhaltig schaden.
4,2 Millionen Aufrufe – und die CDU war nicht dabei
Der Podcast „Ben Ungeskriptet” zählt derzeit zu den meistgesehenen politischen Gesprächsformaten in Deutschland. Das Interview mit AfD-Kandidat Ulrich Siegmund erreichte allein auf YouTube mehr als 4,2 Millionen Aufrufe – eine Reichweite, die klassische TV-Formate in diesem Segment kaum noch erzielen.
Podcaster Ben Bernt hatte nach eigenen Angaben auch Sven Schulze eingeladen und war sogar bereit, ihn per Privatflugzeug einfliegen zu lassen. Der Plan: ein Duell beider Spitzenkandidaten in einem langen, ungeschnittenen Gesprächsformat. Doch die finale Rückmeldung aus dem Büro Schulze lautete demnach: für ein Duell stehe er nicht zur Verfügung.
Bemerkenswert ist dabei, dass Schulze in derselben Zeit nachweislich zu einem Podcast nach Leipzig reiste – also in ein anderes Bundesland. Das steht im Widerspruch zu seiner öffentlichen Begründung, wonach er als Ministerpräsident nicht für Aufnahmen außerhalb Sachsen-Anhalts zur Verfügung stehe.
Widersprüchliche Aussagen: Wer sagt die Unwahrheit?
Schulze veröffentlichte ein Statement bei X (ehemals Twitter) mit der Überschrift: „Ich weiche keinem Duell aus. Wer mit mir diskutieren will, kann das tun. Nur reise ich mitten im Wahlkampf nicht für einen Podcast in ein anderes Land.”
Ben Bernt konterte öffentlich mit einer SMS als Beleg: Demnach habe das Büro Schulze einem Einzelinterview am 16. August grundsätzlich zugesagt – ein Duellformat hingegen explizit abgelehnt. Damit stehen sich zwei Versionen gegenüber:
- Schulze behauptet, er habe das Format wegen des Ortes (außerhalb Sachsen-Anhalts) abgesagt.
- Ben Bernt belegt, dass ein Einzelinterview in Köln prinzipiell zugesagt, aber das Duell verweigert wurde.
- Schulze reiste nachweislich zu einem anderen Podcast nach Leipzig – ebenfalls außerhalb Sachsen-Anhalts.
- Eine Stellungnahme der CDU zu den konkreten Vorwürfen blieb bis Redaktionsschluss aus.
Dieser Widerspruch ist politisch brisant, weil Schulze selbst Glaubwürdigkeit als zentrales Markenzeichen betont – und bereits in der Vergangenheit sein Wort gebrochen haben soll, als er entgegen früherer Ankündigung doch das Amt des Ministerpräsidenten übernahm.
Strategisches Versagen im digitalen Wahlkampf
Politisch stellt die Absage eine schwer erklärbare Entscheidung dar. Die CDU liegt in Sachsen-Anhalt in Umfragen deutlich hinter der AfD, die an der absoluten Mehrheit kratzt. In dieser Lage hätte eine Plattform mit Millionenreichweite genau in dem Wählermilieu, das die CDU zurückgewinnen will – konservativ, rechts der Mitte – eine seltene Gelegenheit geboten.
Stattdessen setzte Schulze auf klassische Medienformate wie den MDR und Regionalzeitungen, die in der jüngeren Zielgruppe kaum noch Resonanz erzeugen. Beobachter sehen darin ein grundlegendes Missverständnis des modernen Mediensystems: Wer im Jahr 2026 auf einen der reichweitenstärksten deutschen Podcasts verzichtet, hat den Wandel in der politischen Kommunikation nicht verinnerlicht.
Zudem gilt „Ben Ungeskriptet” als eher wohlwollendes Format, in dem Gäste ausführlich ihre Biografie und Positionen erläutern können – ohne aggressive Konfrontation. Eine verlorene Chance also auch in Format-Hinsicht.
Mögliche Folgen für die Landtagswahl
Wie stark sich die Podcast-Absage auf das Wahlergebnis am 6. September auswirken wird, lässt sich kaum quantifizieren. Klar ist jedoch: Die öffentliche Debatte um die Absage erzeugt genau das Bild, das Schulze im Wahlkampf am wenigsten gebrauchen kann – ein Politiker, der zögert, auf neue Medien setzt er nicht und dessen Kommunikationsstrategie Fragen aufwirft.
Gleichzeitig wertet der Vorfall den AfD-Spitzenkandidaten Siegmund weiter auf, dessen Podcast-Auftritt mit wachsender Abrufzahl zur dauerhaften Referenz im digitalen Wahlkampf geworden ist. Ob Schulze mit TV-Duellen im MDR oder weiteren klassischen Formaten noch ausreichend Wählerinnen und Wähler erreichen kann, wird die Wahl zeigen – und dürfte die Debatte über den Stellenwert von Podcasts im politischen Betrieb weiter befeuern.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (NIUS). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


