Dieses Video wurde am 22.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Nach dem verheerenden Waldbrand im Hürtgenwald hat Bundeskanzler Friedrich Merz die betroffene Region besucht und den Einsatzkräften vor Ort persönlich gedankt. Der Besuch fand rund zwei Wochen nach dem Großschadensereignis statt – und wurde von Buh-Rufen aus Teilen der Menge begleitet. Merz zeigte sich davon unbeeindruckt und betonte, er spreche mit denen, die arbeiten und helfen, nicht mit denen, die schreien.
Glimpflicher Ausgang dank ehrenamtlicher Kräfte
Merz hob hervor, dass das Großfeuer vergleichsweise glimpflich ausgegangen sei – und das vor allem wegen der engen Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen. Bereits während des Brandes habe er mehrfach telefonisch Kontakt mit dem Landrat gehabt und frühzeitig seinen Besuch angeboten.
Seinen Dank richtete der Kanzler ausdrücklich an eine Vielzahl von Akteuren:
- Freiwillige Feuerwehr als tragende Säule der Brandbekämpfung vor Ort
- Bundeswehr und Technisches Hilfswerk (THW) als ergänzende Großschadenskräfte
- Weitere Blaulichtorganisationen sowie Kräfte aus Land- und Forstwirtschaft
„Stellen Sie sich vor, wir hätten keine freiwillige Feuerwehr”, sagte Merz und machte damit deutlich, wie unverzichtbar das Ehrenamt für die Katastrophenabwehr in Deutschland ist. Ohne die vielen tausend freiwilligen Helferinnen und Helfer, die etwa im THW organisiert sind, wären solche Einsätze schlicht nicht zu stemmen.
Subsidiarität statt Zentralisierung
Merz sprach sich klar gegen eine zentrale Bundesbehörde für Brandbekämpfung aus. Eine solche Organisation mache es nicht besser – entscheidend sei das Zusammenwirken örtlicher Kräfte, die die Region, die Menschen und die Kommunikationswege kennen.
Der Kanzler verwies auf das Prinzip der Subsidiarität: Die Verantwortung liege zunächst bei den lokalen Kräften, werde aber im Großschadensfall durch Länder und Bund ergänzt. Dieses Modell habe sich beim Hürtgenwald-Brand bewährt.
Gleichzeitig räumte er Verbesserungsbedarf ein: Die Kommunikationsinfrastruktur sei noch nicht auf dem Stand, den solche Lagen erfordern. „Die Verbindungen sind noch nicht so gut, wie sie sein müssten”, so Merz. Die Themen sollten bereits in der darauffolgenden Kabinettswoche besprochen werden.
Klare Botschaft zum Klimawandel
Merz nutzte den Besuch auch für eine unmissverständliche Aussage zur Klimakrise. Der Klimawandel sei real – und der Brand im Hürtgenwald ein sichtbarer Beweis dafür. Die Zahl solcher Großschadenslagen werde in Zukunft zunehmen.
„Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich genau an, was hier passiert ist”, erklärte der Kanzler. Deutschland müsse gleichzeitig den Klimawandel bekämpfen und sich besser auf seine Folgen vorbereiten – auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene.
Angesichts der zu erwartenden Häufung solcher Ereignisse sei es umso wichtiger, die bestehenden Katastrophenschutzstrukturen zu stärken und weiterzuentwickeln. Das Bundeskabinett sollte die Erkenntnisse aus dem Hürtgenwald-Brand systematisch auswerten.
Reaktion auf Proteste vor Ort
Der Auftritt des Bundeskanzlers verlief nicht ohne Störungen. Teile der Anwesenden quittierten seine Rede mit Buh-Rufen. Merz reagierte gelassen: Er lasse sich von denen, die „rumschreien”, nicht beeindrucken. Sein Fokus gelte jenen, die arbeiten, anpacken und im Sinne des Gemeinwesens handeln.
Die Szene verdeutlicht die politische Spannung, die solche Katastrophenereignisse erzeugen können – zwischen dem Wunsch nach schnellem staatlichen Handeln und der Frage, wer in der Krise die Verantwortung trägt. Merz’ Besuch im Hürtgenwald war zugleich Dankesbekundung und politische Positionsbestimmung für die künftige Ausgestaltung des deutschen Katastrophenschutzes.
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