Dieses Video wurde am 14.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat beim Abschluss seines Irland-Besuchs eine überraschende handelspolitische Ankündigung gemacht: Der Whiskey-Zoll auf irische Exporte in die Vereinigten Staaten soll aufgehoben werden. Die Ankündigung fiel auf einem Golfplatz im irischen Dunberg und sorgte bei den anwesenden Iren für Jubel. Damit könnten irische Whiskeyhersteller künftig erheblich günstiger auf dem US-Markt agieren – einem ihrer wichtigsten Absatzmärkte weltweit.
Ankündigung auf dem Golfplatz in Dunberg
Die Kulisse der Bekanntmachung war ungewöhnlich: Nicht in einem Konferenzsaal, sondern auf einem Golfplatz in Dunberg verkündete Trump das Ende des Whiskey-Zolls. Sowohl der irische Regierungschef Michael Martin als auch der irische Spitzengolfer Shane Larry hatten den US-Präsidenten zuvor auf das Thema angesprochen.
Trump schilderte die Situation in gewohnter Manier: Beide hätten ihn „ständig damit genervt” und ihn gebeten, die als unfair empfundenen Zölle abzuschaffen. Seine Reaktion darauf fiel deutlich aus: „Im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika werde ich die Zölle auf irischen Whisky aufheben.”
Die informelle, fast beiläufige Art der Ankündigung unterstreicht Trumps persönlichen Politikstil, bei dem bilaterale Zugeständnisse häufig im direkten Gespräch – und abseits offizieller Verhandlungsrunden – entstehen.
Was bedeutet die Zollabgabe von 10 Prozent?
Der nun zur Abschaffung angekündigte Zoll von 10 Prozent wird derzeit im Rahmen der US-Handelspolitik gegenüber der gesamten Europäischen Union erhoben. Betroffen sind alle Wein- und Spirituosenexporte aus EU-Staaten in die USA – irischer Whiskey eingeschlossen.
Für Irland ist dieser Zoll besonders schmerzhaft, da die USA zu den bedeutendsten Absatzmärkten für irischen Whiskey zählen. Die Branche hat in den vergangenen Jahren ein starkes internationales Wachstum verzeichnet, das durch die Zollbelastung gebremst wurde.
- Der US-Zoll auf EU-Spirituosen beträgt derzeit 10 Prozent
- Irland gehört zu den größten Whiskey-Exporteuren Europas
- Die USA sind einer der wichtigsten Absatzmärkte für irischen Whiskey weltweit
- Betroffen von der bisherigen Regelung waren alle EU-Wein- und Spirituosenexporte
Irischer Whiskey-Verband begrüßt die Entscheidung
Die Reaktionen aus der Branche ließen nicht lange auf sich warten: Der Irische Whiskeyverband begrüßte Trumps Ankündigung ausdrücklich. Für die irische Spirituosenindustrie wäre eine vollständige Aufhebung des Zolls ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil – sowohl für etablierte Destillerien als auch für kleinere, aufstrebende Produzenten.
Ob die Ankündigung tatsächlich in eine formelle handelspolitische Maßnahme mündet und ob sie nur Irland oder die gesamte EU betrifft, blieb zunächst offen. Es ist nicht auszuschließen, dass die EU-Kommission auf eine Gleichbehandlung aller Mitgliedstaaten pochen wird.
Einordnung: Handelspolitik zwischen Geste und Substanz
Trumps Ankündigung in Dunberg reiht sich in ein Muster ein: Der US-Präsident nutzt Staatsbesuche und persönliche Begegnungen regelmäßig, um handelspolitische Signale zu setzen – oft ohne unmittelbar konkrete Umsetzungsschritte zu benennen. Ob es sich um eine verbindliche Zusage oder vorerst um eine politische Geste handelt, wird die weitere Entwicklung zeigen.
Klar ist: Für die irische Whiskey-Branche und den irisch-amerikanischen Handel insgesamt wäre eine dauerhafte Abschaffung des Zolls ein bedeutsames Signal – und ein konkretes Ergebnis eines Besuchs, der auf dem Grün begann und mit einer wirtschaftspolitischen Weichenstellung endete.
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