VDA-Chefin fordert Ladeinfrastruktur statt Spritdeckel

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Dieses Video wurde am 15.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Hohe Spritpreise, stockende Energiewende und wachsende Konkurrenz aus China: Die deutsche Automobilindustrie steht unter Druck. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), hat auf der IAA Transportation in Hannover einen klaren Appell an Politik und EU-Institutionen gerichtet: Statt kurzfristiger Entlastungsmaßnahmen wie einem Spritpreisdeckel oder Tankrabatt brauche es endlich einen konsequenten Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die Branche liefere — doch ohne die notwendigen Rahmenbedingungen drohe Deutschland seinen industriellen Kern zu verlieren.

IAA Transportation: Branche zeigt Lösungen, Politik soll nachziehen

Auf der Nutzfahrzeugmesse in Hannover präsentiert die Automobilindustrie nach eigenen Angaben bereits ein breites Portfolio an klimaneutralen Antrieben — vom elektrischen Leicht-LKW bis zu schweren Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb. Müller betont, die Unternehmen hätten Milliarden in Elektromobilität und Wasserstofftechnologie investiert und könnten die Fahrzeuge liefern.

Das Problem liegt laut VDA woanders: Megawatt-Charger an Autobahnen fehlen weitgehend, Stromanschlüsse für Spediteure lassen jahrelang auf sich warten, und an Grenzübergängen zu Polen oder Tschechien reißt die Ladeinfrastruktur komplett ab. Müller fordert daher einen politischen „Startschuss” für das Megawatt Charging — ein Format, das das schnelle Laden schwerer Nutzfahrzeuge ermöglicht.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing war am Messetag in Hannover erwartet; Müller sprach von der Hoffnung auf konkrete Signale aus der Bundespolitik.

Ladeinfrastruktur: Engpass bremst die Elektrowende aus

Besonders deutlich wird Müller beim Thema Versorgungssicherheit. Rund 30 Prozent der CO₂-Emissionen in Deutschland stammen aus dem Logistiksektor — ein Bereich, den die Branche als zentral für die Klimawende betrachtet. Doch ohne ausgebaute Stromnetze und Lademöglichkeiten bleiben elektrische Nutzfahrzeuge eine Nischenlösung.

Die Haupthindernisse auf einen Blick:

  • Fehlende Megawatt Charger an deutschen und europäischen Autobahnen
  • Wartezeiten von bis zu Jahren auf einen Stromanschluss für Speditionen
  • Keine Ladeinfrastruktur in Nachbarländern wie Polen und Tschechien
  • Unzureichende Wasserstofftankstellen, auch in Ballungsräumen wie Berlin
  • Fehlender Ausbau bei Mittel- und Hochspannungsnetzen durch Verteilnetzbetreiber

Müller macht klar: Die Fahrzeuge existieren, die Infrastruktur nicht. Das sei keine Schwäche der Industrie, sondern politisches Versagen auf nationaler und europäischer Ebene.

Brüssel in der Kritik: Strafzahlungen ohne Gegenleistung

Besonders scharf fällt Müllers Kritik an der EU-Kommission aus. Brüssel setze ambitionierte Flottengrenzwerte und drohe bei Nichteinhaltung mit Strafzahlungen — ohne jedoch selbst die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. „Wir liefern nur, wenn die Politik die Stromnetze baut”, so Müller. Ohne Infrastruktur kämen die Fahrzeuge schlicht nicht in den Markt.

Der VDA lehnt Strafzahlungen für Entwicklungen ab, die die Industrie nicht selbst zu verantworten habe. Stattdessen müsse die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten einen „Booster” für den Infrastrukturausbau liefern und mehr technologische Optionen zulassen — etwa erneuerbare Kraftstoffe (E-Fuels), die auch den Fahrzeugbestand klimaneutraler machen könnten.

Gleichzeitig warnt Müller vor dem Standortproblem Deutschland: Die Energiekosten seien die höchsten unter den G20-Ländern, die Steuer- und Abgabenlast bewege sich an der OECD-Spitze, und das Jahr 2025 sei das regulierungsstärkste seit 15 Jahren in Brüssel gewesen.

Chinesische Konkurrenz und die Zukunft des Verbrenners

Angesprochen auf den wachsenden Druck durch chinesische Elektrofahrzeughersteller räumt Müller ein, dass der Standort Deutschland zunehmend unter Wettbewerbsdruck stehe. Rund 40 Prozent der deutschen PKW-Produktion sei bereits elektrisch, die Absatzzahlen in Europa noch stabil — doch der Vorsprung schwindet.

Den Verbrennungsmotor erklärt Müller nicht für tot. Moderne Diesel- und Benzinmotoren hätten erhebliche Qualitätssprünge gemacht; kombiniert mit erneuerbaren Kraftstoffen könnten sie den Bestand deutlich klimafreundlicher machen. Global steige kein einziges großes Land — weder China, die USA noch Indien — so vollständig aus dem Verbrenner aus wie die EU es plane.

Die Investitionen der deutschen Automobilindustrie in die Transformation sind dennoch gewaltig: 320 Milliarden Euro für Forschung, Entwicklung und Innovation sowie weitere 220 Milliarden Euro für den Auf- und Umbau von Werken sind für die kommenden vier Jahre geplant. Ob diese Investitionen in Deutschland Früchte tragen, hänge jedoch maßgeblich davon ab, ob die Politik endlich die nötigen Rahmenbedingungen schaffe — in Berlin wie in Brüssel.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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