Friday, 6. November 2026
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Alfred Maydorn

30 Jahre Der Aktionär: Tech-Boom und KI-Revolution

Wie Der Aktionär von fünf Leuten und 30 Seiten zum führenden Börsenmagazin wurde – und warum KI heute keine Blase, sondern die größte Disruption der Geschichte ist.

Redaktion · 6. November 2026, 15:15 Uhr · 5 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 06.11.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Aktionär feiert sein 30-jähriges Bestehen – und die Gründungsgeschichte klingt wie ein Startup-Märchen: Im November 1996 erschien die erste Ausgabe des Börsemagazins, geschrieben von gerade einmal fünf Mitarbeitern inklusive Sekretärin, mit wenig mehr als 30 Seiten. Was einst als monatliches Printmagazin im Windschatten des Telekom-Börsengangs startete, ist heute eines der bekanntesten deutschen Finanzmedien. Alfred Maydorn, einer der ersten Redakteure, und sein Kollege Florian Söllner blicken auf drei Jahrzehnte Börsenjournalismus zurück – von der Dotcom-Blase bis zur künstlichen Intelligenz.

Gründerjahre: Fünf Leute, ein Magazin, keine Ahnung vom Internet

Die Anfänge von Der Aktionär waren alles andere als glamourös. Bernd Förtsch, der zuvor das Börsenmagazin Bulle und Bär herausgegeben hatte, wollte zum Börsengang der Deutschen Telekom 1996 ein neues Magazin auf den Markt bringen. Alfred Maydorn war von Anfang an dabei – ohne zu wissen, dass er und Förtsch zunächst die einzigen Redakteure sein würden.

Die Arbeitsweise war eine völlig andere als heute. Bilder für Artikel wurden per Post bei Unternehmen angefragt, das Einwählen ins Internet dauerte bis zu 20 Minuten, und die Redaktion hatte schlicht mehr Zeit für gründliche Recherchen. Florian Söllner stieß 2006 dazu – in einer Phase, in der das Magazin bereits deutlich an Geschwindigkeit gewonnen hatte.

Rückblickend lässt sich sagen: Die geringere Taktfrequenz des damaligen Printjournalismus hatte auch Vorteile. Redakteure konnten tiefer in Themen einsteigen, ohne den permanenten Druck von Social Media, Apps und Push-Benachrichtigungen.

Börsenkrise als Lehrmeister: Von der Dotcom-Blase bis zur Finanzkrise

Drei Jahrzehnte Börsenberichterstattung bedeuten auch: drei Jahrzehnte Krisen. Für Maydorn war die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende das prägendste Erlebnis – persönlich wie journalistisch. Er erlebte den Absturz mitten in einem Startup und zog Lehren, die sein Investmentdenken bis heute bestimmen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus Jahrzehnten Börsenjournalismus lassen sich so zusammenfassen:

  • Langfristig investieren schlägt kurzfristiges Trading – die wirklich großen Gewinne entstehen durch Kaufen und Liegenlassen.
  • Geduld ist eine Kernkompetenz: Wer nicht ruhig schlafen kann mit seinen Positionen, investiert zu riskant.
  • Bei Unstimmigkeiten in Unternehmensbilanzen gilt: sofort aussteigen, denn in neun von zehn Fällen steckt mehr dahinter.
  • Die Unterscheidung zwischen Aktie, Firma und Technologie ist entscheidend – eine gute Technologie bedeutet nicht automatisch eine gute Aktie.
  • Immer mit mindestens einem Fuß im Markt bleiben, auch in Krisenzeiten.

Die Finanzkrise 2008/2009 war existenzbedrohend – für das gesamte Finanzsystem wie für das Magazin selbst. Söllner beschreibt es offen: Damals war nicht klar, ob das globale Bankensystem überhaupt standhält. Corona hingegen erwies sich überraschenderweise als Rückenwind für den Aktienmarkt und damit auch für das Magazin.

Wirecard und Solarworld: Wenn Warnen nicht reicht

Börsenjournalismus bedeutet manchmal auch, unbequeme Wahrheiten auszusprechen – und dafür Gegenwind zu ernten. Söllner erinnert sich an die Wirecard-Affäre: Etwa ein Jahr vor dem Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters hatte er begonnen, massiv vor der Aktie zu warnen. Die Reaktionen waren heftig – übelste Beschimpfungen per E-Mail inklusive. Selbst als er am Ende recht behielt, meldeten sich kaum Leser, um sich zu bedanken.

Ähnliches galt für die Solarbranche: Trotz persönlicher Überzeugung von der Photovoltaik-Technologie erkannte die Redaktion rechtzeitig, dass Hype und Börsenbewertungen auseinanderdrifteten – und veröffentlichte eine Titelstory mit dem Titel „Todesliste Solar”. Eine der schwierigsten, aber auch wichtigsten redaktionellen Entscheidungen.

Das Prinzip dahinter ist simpel, aber wirkungsvoll: Wenn Aktien unter hohem Handelsvolumen fallen und offensichtlich gut informierte Akteure aussteigen, sollte man nicht krampfhaft die Geschichte bis zum Ende mitmachen.

Künstliche Intelligenz: Revolution, keine Blase

Beim Blick in die Zukunft sind sich Maydorn und Söllner einig: Die Künstliche Intelligenz ist keine Spekulationsblase, sondern die größte technologische Disruption der Menschheitsgeschichte. Die aktuellen Warnungen vor einer KI-Blase erinnern sie eher an historische Skepsis gegenüber dem Zug oder der Elektrizität – und das sei ein gutes Zeichen.

Denn echte Blasen entstehen in Phasen kollektiver Euphorie. Genau die fehlt beim KI-Thema bislang. Korrekturen bei einzelnen Aktien sind möglich und wahrscheinlich – aber der langfristige Trend spricht für weiteres Wachstum. Als Beispiel dient Meta: 2014 noch für die 19-Milliarden-Dollar-Übernahme von WhatsApp belächelt, hat das Unternehmen seitdem rund 1.000 Prozent Kursplus erzielt und ist heute ein zentraler KI-Akteur.

Der Rat an junge Anleger bleibt zeitlos: früh anfangen, informiert bleiben, Geduld mitbringen – und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen entmutigen lassen. Aktien bleiben nach 30 Jahren Redaktionserfahrung das wirkungsvollste Instrument für langfristigen Vermögensaufbau. Der Aktionär selbst will diesen Anspruch auch in den nächsten 30 Jahren verfolgen – in welchem Medium auch immer.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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