Wissenschaft unter Trump: Gehen oder Bleiben?

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Dieses Video wurde am 24.04.2026 von Weltspiegel auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Wissenschaft unter Trump steht unter massivem Druck: Forschungsgelder werden gestrichen, Diversity-Programme abgewickelt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten von eingeschränkter Freiheit. Einige verlassen die USA, andere harren aus. Zwei Fälle zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich Forschende auf die neue politische Realität reagieren – und welche Folgen das für den globalen Wissenschaftsstandort haben könnte.

Forschungsgelder gestrichen: Politische Ideologie statt Grundlagenforschung

John Quackenbush, Professor an der Harvard School of Public Health, forscht zu Alzheimer, Krebs und Alterungsprozessen. Über sieben Jahre erhielt er Mittel vom National Cancer Institute – bis die Gelder eingefroren wurden. Als Begründung wurde ihm mitgeteilt, das Programm stimme nicht mehr mit den Prioritäten der Regierung überein.

Quackenbush vermutet, dass Begriffe rund um biologisches Geschlecht in seinem Forschungsantrag den Ausschlag gaben. Eine Executive Order Trumps hatte festgelegt, staatliche Mittel dürften nicht zur Förderung von „Gender Ideology” genutzt werden. Das Center for Disease Control and Prevention wies seine Wissenschaftler an, Begriffe wie „Gender”, „Transgender” oder „schwangere Person” nicht mehr zu verwenden.

Quackenbush blieb dennoch in den USA – aus persönlichen und inhaltlichen Gründen:

  • Sein Sohn studiert an einer Universität mit Studiengebühren von knapp 100.000 Dollar pro Jahr
  • Seine Frau ist eng mit dem Umfeld von Harvard verwurzelt
  • Er ist überzeugt, dass Bleiben und Weiterforschen der richtige Weg ist, um den Schaden zu begrenzen

„In einer solchen Situation ist es am besten, selbst Teil der Lösung zu sein”, sagte er. Er wolle die Trump-Administration überbrücken und dafür sorgen, dass möglichst viel wissenschaftliche Substanz erhalten bleibt.

Politologin Lisa Hilbink: Neustart in Frankreich

Die Politikwissenschaftlerin Lisa Hilbink von der University of Minnesota entschied sich für einen anderen Weg. Sie forscht über Diktaturen in Südamerika – ein Thema, das unter der Trump-Regierung kritisch beobachtet wird. Das Gefühl dauerhafter Überwachung und der politische Druck auf ihre Forschung trieben sie letztlich zur Entscheidung, die USA zu verlassen.

Die Universität Aix-Marseille hatte ein spezielles Programm aufgelegt, um US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler aufzunehmen, die wegen des politischen Klimas ihre Heimat verlassen wollen. Hilbink bewarb sich, wurde angenommen und lehrt nun in Frankreich – für die Hälfte ihres bisherigen Gehalts.

Erleichtert wurde ihr Schritt durch familiäre Umstände: Ihr Mann, ein Klimaforscher bei einer NGO, kann im Homeoffice arbeiten und begleitete sie. Ihre beiden erwachsenen Töchter sind selbstständig, eine davon lebt ebenfalls in Frankreich. Das Haus in Minnesota haben beide vorerst behalten – mit der Hoffnung auf Rückkehr.

„Wir möchten gerne zurück in unsere Heimatstadt”, sagte Hilbink. Ihr Engagement an der französischen Universität ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

Brain Drain aus den USA: Groß die Sorge, klein die Zahl der Weggegangenen

Der befürchtete Brain Drain aus den USA ist bislang noch nicht in vollem Umfang eingetreten – aber die Unzufriedenheit in der Wissenschafts-Community ist enorm. Eine Umfrage von Ende März 2025 ergab, dass 75 Prozent der befragten US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler darüber nachdenken, das Land zu verlassen.

Konkrete Belege für tatsächliche Abwanderungszahlen fehlen jedoch noch. Das Programm der Universität Aix-Marseille hat bislang 31 US-Forschende ausgewählt – bis Ende 2025 sollen aber 23 von ihnen tatsächlich nach Frankreich gekommen sein. Auch andere französische Universitäten, etwa in Toulouse und Paris, werben aktiv um Forschende aus den USA. Präsident Macron hat die Einrichtungen ausdrücklich ermutigt, die „klügsten Köpfe” anzuwerben.

Die Hürden für einen Wechsel sind jedoch hoch:

  • Deutlich niedrigere Gehälter in Europa
  • Spärlichere Ausstattung der Universitäten
  • Bürokratische Visa- und Verwaltungsprozesse
  • Familiäre Bindungen und soziale Netzwerke in den USA
  • Sprachliche Anforderungen für die Lehre

Globale Folgen: Wissenschaftsstandort USA unter Druck

Die Auswirkungen der Trump-Politik auf die Forschung reichen weit über Universitäten hinaus. Auch die Entwicklungshilfebehörde USAID wurde zerschlagen, Forschungsgelder für die Weiterentwicklung von Saatgut gestrichen. Wissenschaftliche Computermodelle, an denen internationale Teams weltweit arbeiten, könnten durch den Wegfall von Fördergeldern zum Stillstand kommen.

Gleichzeitig zeigen Analysen, dass China bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen mittlerweile deutlich vor den USA liegt – eine Entwicklung, die in der US-Wissenschaftscommunity als ernstzunehmende Warnung wahrgenommen wird.

Ob der drohende Brain Drain langfristig abgewendet werden kann, hängt stark davon ab, wie lange die aktuelle politische Konstellation anhält. Forscher wie Quackenbush setzen auf Widerstandsfähigkeit und institutionelle Kontinuität. Wissenschaftlerinnen wie Hilbink wählen den vorübergehenden Neuanfang im Ausland – und hoffen auf eine Rückkehr in ein verändertes Amerika.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Weltspiegel). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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