Dieses Video wurde am 05.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Jahr nach seinem Amtsantritt steht Friedrich Merz vor einer ernüchternden Bilanz: Die deutsche Wirtschaft stagniert, die AfD hat erstmals die Konservativen in den Umfragen überholt, und die Koalition aus CDU/CSU und SPD kämpft mit offenem Streit im Kabinett. Der Kanzler, der Deutschland „wieder auf Kurs” bringen wollte, ist laut aktuellen Erhebungen mit einer Zustimmungsrate von nur 21 Prozent der unbeliebteste Regierungschef seit Beginn entsprechender Messungen.
Wirtschaftsversprechen bislang unerfüllt
Merz hatte die Wirtschaftsleistung zum zentralen Maßstab seiner Kanzlerschaft erklärt. Doch die Realität sieht anders aus: Während der EU-Durchschnitt beim Wachstum bei rund 1,5 Prozent liegt, dümpelt Deutschland weit darunter. Konjunkturprognosen wurden seit dem Amtsantritt mehrfach nach unten korrigiert.
Ein wichtiger Meilenstein gelang dennoch: Die Grünen ermöglichten der neuen Regierung, rund eine Billion Euro an zusätzlichen Schulden aufzunehmen – ein historisches Investitionspaket. Doch laut Kritikern fehlt es bislang an konkreten Reformergebnissen, die diese Mittel rechtfertigen würden.
Merz hatte außerdem versprochen, das Sozialsystem grundlegend zu reformieren – Gesundheit, Rente und Sozialleistungen stehen auf seiner Agenda. Bis heute sind diese Reformen nicht nennenswert vorangeschritten.
Koalitionsstreit belastet die Regierung
Die strukturellen Spannungen innerhalb der Großen Koalition sind erheblich. Konservative und Sozialdemokraten liegen in zentralen Fragen ideologisch weit auseinander:
- Staatsverschuldung: SPD für mehr Investitionen, Union für Haushaltsdisziplin
- Umverteilung: Unterschiedliche Vorstellungen über Steuerpolitik und Sozialleistungen
- Wirtschaftspolitik: Wirtschaftsminister (CDU) und Finanzminister (SPD) verfolgen teils gegensätzliche Ansätze
- Zwei aufeinanderfolgende Wahlniederlagen der SPD bei Landtagswahlen haben den Koalitionspartner zusätzlich geschwächt
Berichte über laute Auseinandersetzungen zwischen Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sorgten für negative Schlagzeilen, auch wenn das Kanzleramt diese dementierte. Die AfD nutzte die sichtbare Zerrissenheit sofort für Angriffe auf die Regierung.
AfD und Migration: Teilerfolg, kein Durchbruch
Merz hatte versprochen, den Zuzug von Migranten einzudämmen – und die Migrationszahlen tatsächlich reduziert. Die damit verbundene politische Debatte verlor etwas an Schärfe. Dennoch gelang es nicht, den Aufstieg der AfD nachhaltig zu stoppen. Im April 2026 überholte die rechtsextreme Partei erstmals den konservativen Block in bundesweiten Umfragen – ein symbolischer Tiefschlag für den Kanzler, der einst versprochen hatte, die AfD-Unterstützung zu halbieren.
Das schlechte Abschneiden der SPD bei Regionalwahlen verschärfte die Lage zusätzlich und schwächte Merz’ Koalitionspartner in einem ohnehin angespannten politischen Klima.
Außenpolitik: Erfolge und Rückschläge auf der Weltbühne
International startete Merz deutlich stärker. Deutschland übernahm die Rolle des größten Unterstützers der Ukraine – und ersetzte damit die USA. Eine große Mehrheit der Deutschen befürwortet diese Politik.
Auch der Draht zu US-Präsident Donald Trump schien anfangs gut: Trump lobte Merz öffentlich. Doch mit dem Beginn des US-Krieges gegen Iran und der ausbleibenden Strategie Washingtons zerbrach die Harmonie. Merz bezeichnete Trump offen als planlos und kritisierte die „Erniedrigung” einer ganzen Nation. Trump reagierte mit Drohungen: Truppenabzug aus Deutschland und 25-Prozent-Zölle auf europäische Autos stehen im Raum.
Merz gelangen auch außenpolitische Erfolge: Er begleitete EU-Handelsabkommen mit Indien und den Mercosur-Staaten über die Ziellinie und positionierte Deutschland als zentralen Akteur innerhalb der Europäischen Union. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, die wirtschaftliche Stärke Deutschlands sei für die gesamte EU von „entscheidender Bedeutung”.
Merz selbst räumte zum Jahrestag Defizite ein: Man hinke noch hinterher, wo man eigentlich voraus sein müsste. Ob die Koalition die versprochenen Reformen in den kommenden Monaten doch noch liefern kann, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob Deutschland – und mit ihm Europa – seine Gestaltungsfähigkeit in einer sich wandelnden Weltordnung bewahrt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DW). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

