Altersvorsorgedepot und ETF: So investieren Sie richtig

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Dieses Video wurde am 06.05.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Ölpreis schwankt, die Börsen sind nervös – und gleichzeitig steht mit dem neuen Altersvorsorgedepot eine der bedeutendsten Reformen der privaten Altersvorsorge in Deutschland vor dem Start. Thomas Soltau, CEO von Smartbroker und Finanzexperte mit über 20 Jahren Branchenerfahrung, erklärt, was Anleger jetzt wissen müssen: wie sie 10.000 Euro klug investieren, warum Panikverkäufe fast immer ein Fehler sind und was das neue staatlich geförderte Depot von der gescheiterten Riester-Rente unterscheidet.

Ölpreisschock und Börsenvolatilität: Ruhe bewahren statt verkaufen

Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar ist der Ölpreis zeitweise um bis zu 70 Prozent gestiegen. Das trifft nicht nur Autofahrer an der Zapfsäule, sondern die gesamte Weltwirtschaft: Airlines streichen Flüge, Lieferketten geraten ins Stocken – von Europa über die USA bis nach China und Indien.

Dennoch rät Soltau zu Gelassenheit. Historisch gesehen haben solche Schocks eine kurze Halbwertzeit. Die Märkte haben die aktuelle Lage bereits eingepreist. Wer breit gestreut investiert ist, sollte abwarten – oder bei starken Kursrückgängen sogar nachkaufen.

Eine vielzitierte JP-Morgan-Studie zum S&P 500 verdeutlicht das Risiko voreiliger Ausstiege: Wer 10.000 Dollar vor 20 Jahren investierte, hat heute rund 80.000 Dollar. Wer dabei nur die 10 besten Handelstage verpasste, hat noch 40.000 Dollar. Wer 60 Tage verpasste, steht im Minus.

10.000 Euro richtig anlegen: Ziele vor Rendite

Vor jeder Investition steht die entscheidende Frage: Wie lange kann ich das Geld entbehren, und welches Risiko bin ich bereit zu tragen? Wer einen Zeithorizont von zehn Jahren oder mehr hat, kann bedenkenlos in Aktien und ETFs investieren – statistisch die renditestärkste Anlageform der vergangenen Jahrhunderte.

Wer hingegen in drei Jahren Liquidität benötigt, fährt mit Geldmarktfonds oder ähnlich risikoarmen Produkten besser. Soltau warnt ausdrücklich vor dem Einfluss von Social-Media-Finfluencern, die kurzfristige Hochrenditen präsentieren, aber Verluste verschweigen.

Sein empfohlener Einstiegsplan für Einsteiger:

  • Zunächst einen breit gestreuten ETF (z. B. auf den MSCI World) besparen
  • Erste Erfahrungen sammeln, bevor Einzelaktien hinzukommen
  • Hebelprodukte meiden, bis man Verluste psychologisch verkraften kann
  • Den Zinseszinseffekt langfristig für sich arbeiten lassen
  • Niemals in Panik aus dem Markt aussteigen

Zum Zinseszinseffekt nennt Soltau ein konkretes Beispiel: 10.000 Euro bei durchschnittlich 7 Prozent Rendite pro Jahr wachsen in 10 Jahren auf rund 19.700 Euro – ohne weiteres Zutun. Nach 40 Jahren sind es rund 150.000 Euro.

Das neue Altersvorsorgedepot: Gamechanger gegenüber Riester

Ab dem 1. Januar des kommenden Jahres soll das neue Altersvorsorgedepot starten, nachdem der Bundesrat voraussichtlich am 8. Mai grünes Licht gibt. Im Kern handelt es sich um ein privates Wertpapierdepot, in das ETF-Sparpläne und Investmentfonds eingezahlt werden können – steuerlich gefördert und bis zum Renteneintritt steuerfrei wachsend.

Die staatliche Förderung ist erheblich:

  • Bis zu 1.800 Euro jährliche Eigeneinzahlung möglich
  • 540 Euro Grundzulage vom Staat pro Jahr
  • 300 Euro Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind jährlich
  • Für Geringverdiener mit zwei Kindern: 300 Euro Einzahlung, 750 Euro staatliche Zulage

Der entscheidende Unterschied zur Riester-Rente: Es gibt keine Beitragsgarantie und keine Pflicht zur lebenslangen Leibrente. Das erlaubt eine echte Investition am Kapitalmarkt – ohne renditekillende Garantiekosten. Die Verbraucherzentrale hatte Garantien bereits als größten Renditekiller in der Altersvorsorge bezeichnet.

Flexibilität und Grenzen des neuen Depots

Das Altersvorsorgedepot ist für die langfristige Altersvorsorge konzipiert, bietet aber mehr Flexibilität als Riester. Eine vorzeitige Entnahme ist möglich – allerdings werden dann alle Gewinne nicht mit der Abgeltungssteuer, sondern mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, und erhaltene Zulagen müssen zurückgezahlt werden.

Eine wichtige Ausnahme: Wer nach mindestens 20 Jahren Einzahlung das angesparte Kapital für den Erwerb eines selbst genutzten Eigenheims einsetzt, kann das Geld zulagenunschädlich entnehmen. Der Gesetzgeber wertet auch die eigene Immobilie als Altersvorsorge.

Ob das Drei-Modell-System mit Vollgarantie, 80-Prozent-Absicherung und garantiefreier Variante für viele Anleger verständlich genug ist, bleibt eine offene Frage. Finanzielle Bildung – idealerweise schon in der Schule – wird laut Soltau zum entscheidenden Faktor dafür, ob die Reform wirklich eine breite Investitionskultur in Deutschland auslöst. Die Zeichen stehen gut: Bei der jüngeren Generation sind bereits über 50 Prozent in Wertpapieren investiert.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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