Bauleiterin in München: Frauen auf dem Bau

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Dieses Video wurde am 09.05.2026 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Mitten in München entsteht auf einer Zwei-Jahres-Baustelle ein sechsstöckiges Apart-Hotel – und Bauleiterin Asu hat das Kommando. Als eine von wenigen Frauen in ihrem Beruf koordiniert sie täglich Zeitpläne, Lieferungen und Subunternehmer. Ein Arbeitstag mit ihr zeigt, welche fachlichen und sozialen Herausforderungen der Baustellenalltag bereithält – und warum weibliche Vorbilder in der Branche so dringend gebraucht werden.

Containerlieferung mit Hindernissen

Der Plan klingt zunächst überschaubar: Baustellencontainer sollen per LKW angeliefert und mit einem integrierten Kran an ihre Positionen gehoben werden. Doch die beengten Platzverhältnisse auf dem Münchner Grundstück machen das zur Geduldsprobe. Ein angrenzendes Trafohaus blockiert die Zufahrt, parkende Autos verschärfen die Lage zusätzlich.

Als klar wird, dass der LKW nicht nah genug heranfahren kann, schlägt ein Kollege vor, einen teureren Autokran zu ordern. Asu hält an ihrem ursprünglichen Plan fest – und behält am Ende recht. Nach zahlreichen Versuchen und einer Neupositionierung des Fahrzeugs gelingt das Aufstellen aller Container ohne zusätzliche Kosten.

„Ich will nicht sagen, dass ich als Frau immer recht habe, aber ich habe mir dabei Gedanken gemacht – und es hat funktioniert”, resümiert sie nüchtern.

Frauen in der Bauwirtschaft: Ein langer Weg

Asus Alltag spiegelt eine strukturelle Schieflage der gesamten Branche wider. Aktuelle Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • Nur 14 Prozent aller Beschäftigten in der Bauwirtschaft sind weiblich.
  • Damit belegt die Branche im Vergleich aller Wirtschaftszweige den letzten Platz beim Frauenanteil.
  • Weibliche Führungskräfte und Vorbilder sind entsprechend selten.

Asu weiß, dass die Unterrepräsentation konkrete Folgen hat. Wer sich nicht gut vorbereitet, muss mit abfälligen Kommentaren rechnen. „Wenn du mit einer Piefstimme kommst, respektieren die dich irgendwie nicht mehr”, sagt sie offen. Deshalb legt sie großen Wert auf Fachkompetenz und souveränes Auftreten – nicht als Zugeständnis, sondern als bewusstes Werkzeug.

Besonders prägend war für sie der Berufseinstieg: Sie durfte damals mit einer erfahrenen Bauleiterin auf einer Baustelle arbeiten – eine Seltenheit, die sie als großes Glück betrachtet.

Planung und Durchsetzungsvermögen im Baustellenalltag

Neben der Containerlieferung läuft parallel eine zweite kritische Aufgabe: Erdbauer Tobias und sein Team müssen den oberen Teil einer Mauer einreißen, bevor die Baugrube für das Kellergeschoss zu tief ausgehoben ist – sonst kommt die Baggerschere nicht mehr dran.

Asu kontrolliert den Fortschritt persönlich, spricht Zeitpläne ab und hält die Übersicht. Dass ihre Anweisungen nicht immer respektiert werden, kennt sie aus eigener Erfahrung. Ein Mitarbeiter hat ihr einst einen von ihr erstellten Arbeitsplan zusammengeknüllt ins Gesicht geworfen. Solche Vorfälle haben sie nicht entmutigt, sondern ihren Führungsstil geschärft.

Am Ende des Tages ist die Mauer gefallen und alle Container stehen an Ort und Stelle. Beide Tagesziele sind erreicht.

Motivation und Ausblick: Vorbild für andere Frauen

Asus Begeisterung für das Bauen reicht bis in die Kindheit zurück. Ihr Vater war Schreiner; statt selbst Möbel zu bauen, las sie als Kind bereits die Pläne dafür. Während ihres Studiums arbeitete sie in einem Gutachterbüro und sah aus nächster Nähe, welche Schäden entstehen, wenn auf Baustellen Fehler gemacht werden. Der Wunsch, es besser zu machen, trieb sie in die Bauleitung.

Mit sieben Jahren Berufserfahrung betreut Asu auf der Münchner Baustelle erstmals ein Projekt dieser Größenordnung – inklusive Erdbau und Abbrucharbeiten. Der Projektleiter einer Partnerfirma beobachtet, dass mit einer Bauleiterin „viele Dinge strukturierter” ablaufen und der Umgangston ein anderer ist.

Asu selbst formuliert ihren Anspruch klar: Wenn andere Frauen durch ihr Beispiel erkennen, dass man als Frau auf der Baustelle angenommen werden kann, dann ist sie ein gutes Vorbild. Angesichts eines Frauennanteils von nur 14 Prozent in der Branche bleibt das eine Aufgabe, die weit über ihre eigene Karriere hinausgeht.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BR24). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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