IG Metall: Transformation als Chance, nicht als Abbau

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Dieses Video wurde am 01.05.2026 von phoenix auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai 2026 hat Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, die aktuelle Lage der Beschäftigten in der deutschen Industrie als angespannt beschrieben. Im Interview machte sie deutlich, dass die IG Metall Transformation der Industrie nicht als Bedrohung, sondern als gestaltbare Chance begreift — sofern Arbeitgeber und Politik die nötigen Investitionen bereitstellen und die Belegschaften mitnehmen.

Verunsicherung in den Werkshallen wächst

Viele Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie fürchten um ihre Arbeitsplätze. Neben dem strukturellen Wandel belasten gestiegene Energiekosten, höhere Mieten und steigende Preise im Alltag die Stimmung erheblich. Benner fordert von der Politik daher vor allem eines: Klarheit.

Besonders der Einbruch im chinesischen Automobilmarkt setzt die Branche unter Druck. Gleichzeitig zeigt Benner, dass nicht alle Sektoren schwächeln:

  • Medizintechnik und Luftfahrt verzeichnen robustes Wachstum
  • Der Rüstungsbereich boomt infolge gestiegener Nachfrage
  • Unternehmen rund um erneuerbare Energien entwickeln sich positiv

Diese Branchen zeigten, dass Deutschland als Industriestandort weiterhin leistungsfähig sei — wenn die richtigen Weichen gestellt werden.

Transformation braucht Strategie statt Schlagworte

Eine interne Betriebsrätebefragung der IG Metall unter knapp 2.000 Unternehmen offenbart ein strukturelles Problem: Über 50 Prozent der Betriebsräte bemängeln das Fehlen einer klaren Zukunftsstrategie in ihren Betrieben. Für Benner ist das ein Alarmsignal.

Die Gewerkschaftschefin fordert, dass Transformation nicht zum Codewort für Stellenabbau wird. Stattdessen müssten Unternehmen konkret in neue Geschäftsmodelle investieren — etwa in:

  • Batterieproduktion und Kreislaufwirtschaft
  • Softwareentwicklung und digitale Produktionsprozesse
  • Den Ausbau bislang vernachlässigter Märkte in Afrika und Asien
  • Wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren

Die IG Metall arbeite in den Betrieben aktiv mit Qualifizierungsplänen und suche in Regionen nach Anschlussmöglichkeiten für betroffene Beschäftigte.

Künstliche Intelligenz: Mitgestalten statt fürchten

Auch das Thema Künstliche Intelligenz treibt viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um. Benner plädiert für einen gestaltenden statt abwehrenden Umgang. Die IG Metall hat zu diesem Zweck ein eigenes KI-Institut gegründet, das gemeinsam mit Betriebsräten und Arbeitgebern Einführungsprozesse begleitet.

Entscheidend sei die Beteiligung der Belegschaften: Wenn Beschäftigte verstehen, was KI leisten kann und wie sie davon profitieren, weiche Skepsis der Offenheit. Bereits heute komme KI in vielen Betrieben in der Qualitätssicherung und in Kombination mit Robotik zum Einsatz.

Gleichwohl pocht Benner auf den Ausbau von Mitbestimmungsrechten bei der KI-Einführung. Deutschland müsse beim Tempo aufholen — andere Länder seien in der betrieblichen KI-Anwendung bereits weiter. Die starke industrielle Basis und das hohe Qualifikationsniveau der Beschäftigten seien dabei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

1. Mai: Protest und Zuversicht zugleich

Zum Abschluss betonte Benner die Bedeutung des Tags der Arbeit als politisches Signal. In München zog sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen auf die Straße — gegen drohenden Sozialabbau und für den Erhalt gewerkschaftlich erkämpfter Schutzrechte.

Der 1. Mai stehe für Benner nicht nur für Protest, sondern auch für den Zusammenhalt der Beschäftigten. Ihr Fazit: Deutschland besitze exzellente Hochschulen, hochqualifizierte Fachkräfte und eine leistungsfähige Industriestruktur. Diese Assets zu nutzen und die Industrie durch die aktuelle Durststrecke zu führen — das sei die gemeinsame Aufgabe von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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