Wednesday, 23. September 2026
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Andreas Lipkow

DAX & Wall Street: Marktausblick bis Jahresende

Marktexperte Andreas Lipkow erklärt, warum der DAX unter Druck steht, welche Chancen zyklische Aktien bieten und ob eine DAX Jahresend-Rally noch realistisch ist.

Redaktion · 23. September 2026, 15:09 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 23.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der DAX steht nach seinem Allzeithoch Ende August unter Druck, während der Nasdaq 100 an der Wall Street neue Rekorde markiert. Marktexperte Andreas Lipkow von CMC Markets ordnet die aktuelle Börsenlage ein, benennt die zentralen Belastungsfaktoren – von Energiepreisen über Anleiherenditen bis zur KI-Debatte – und erklärt, warum er trotz eines turbulenten Herbstes eine DAX Jahresend-Rally für möglich hält.

Schwacher September: Saisonalität und Urlaubseffekt belasten den DAX

Der September gilt traditionell als schlechtester Börsenmonat des Jahres – und 2023 macht er diesem Ruf alle Ehre. Lipkow nennt drei Hauptgründe für die Schwäche: Viele institutionelle Anleger stehen noch an der Seitenlinie, die Quartalszahlen des zweiten und dritten Quartals werden von Analysten als weniger bedeutsam eingestuft, und ein Großteil der Marktteilnehmer kehrt erst Mitte Oktober aus dem Urlaub zurück.

Hinzu kommen fundamentale Belastungsfaktoren:

  • Gestiegene Energiepreise, die Unternehmensmargen unter Druck setzen
  • Geopolitische Unsicherheit durch den Nahostkonflikt
  • Diskussionen über das Tempo der KI-Entwicklung und deren wirtschaftliche Tragfähigkeit
  • Rückläufige Konjunkturerwartungen für die deutsche Wirtschaft

Seit dem Rekordhoch notiert der DAX bei rund 18.400 Punkten deutlich tiefer. Lipkow sieht dies jedoch als temporäre Phase und nicht als strukturellen Trendbruch.

Deutsche Aktien: Stabilisierung und zyklische Erholungschancen

Seit 2022 versuchen Investoren immer wieder, einen sogenannten Recovery Trade bei deutschen Aktien umzusetzen – also auf eine konjunkturelle Erholung Deutschlands zu setzen. Ukrainekrieg, Energiekrise und Rezessionsängste haben diesen Trade bislang stets unterbrochen.

Aktuell zeigen sich jedoch erste Stabilisierungssignale: Einkaufsmanagerindizes und Industrieproduktionsdaten deuten darauf hin, dass die Talsohle zumindest mittelfristig durchschritten sein könnte. Gleichzeitig sind DAX-Werte im Vergleich zu US-Aktien nach wie vor relativ günstig bewertet – ein Argument, das internationale Investoren zunehmend aufhorchen lässt.

Besonders zyklische Branchen stehen im Fokus: Maschinenbauer wie die Renk Group, Rüstungs- und Luftfahrttitel wie MTU Aero Engines und Airbus sowie Industriekonzerne wie Siemens verzeichneten zuletzt Aufmerksamkeit. Automobilwerte hingegen tun sich weiter schwer, da die Konsumzurückhaltung bei langlebigen Gütern anhält.

Wall Street: KI-Euphorie und der Druck der Anleiherenditen

Während der DAX konsolidiert, eilt der Nasdaq 100 von Rekord zu Rekord. Der Treiber ist klar: KI- und Halbleiteraktien wie Nvidia, AMD und Micron Technology bestimmen die Richtung. AMD wurde jüngst in den Billionen-Dollar-Club aufgenommen – ein Unternehmen, das vor rund 14 Jahren kurz vor der Insolvenz stand.

Doch es gibt eine wachsende Gegenströmung: Führende KI-Unternehmen wie Anthropic und Meta haben öffentlich für ein verlangsamtes Entwicklungstempo geworben. Lipkow sieht darin zwei festgefahrene Lager – KI-Enthusiasten auf der einen, fundamentale Skeptiker auf der anderen Seite. Diese Ambivalenz sorgt für Volatilität.

Ein weiterer Bremsfaktor sind die US-Anleiherenditen: Zehnjährige Treasuries rentieren nahe der 5-Prozent-Marke. Das macht sichere Staatsanleihen für Investoren attraktiver als Dividendenaktien und zieht Kapital aus dem Aktienmarkt ab. Erst wenn die Renditen rückläufig werden oder Unternehmen deutlich bessere Gewinne liefern, dürfte sich dieser Deckel heben.

Ölpreis, Inflation und Zinspolitik: Das große Kausalgefüge

Ein Rohölpreis über 100 US-Dollar je Barrel (Nordseesorte Brent) gilt laut Lipkow als Schmerzgrenze für Wirtschaft und Notenbanken. Bislang haben viele Unternehmen steigende Energiekosten durch Margenreduzierungen aufgefangen, ohne sie vollständig an Verbraucher weiterzugeben. Hält der Druck an, droht eine neue Inflationswelle.

Die Konsequenz wäre ein weiterer Zinserhöhungszyklus – sowohl durch die US-Notenbank Fed als auch durch die EZB. Lipkow betont, dass Notenbanken selten bei einem einzelnen Zinsschritt bleiben; historisch folgen vier bis sechs Quartale mit weiteren Anpassungen. Ein Rückgang der Energiepreise – etwa auf 85 US-Dollar – würde hingegen Erleichterung bringen, da staatliche und unternehmerische Nachfrager sofort in den Markt eintreten und günstigere Preise zum Auffüllen ihrer Lagerbestände nutzen würden.

Für die Quartalssaison im Herbst erwartet Lipkow weniger Spannung aus den Zahlen selbst, sondern aus den Unternehmensausblicken: Warnende Worte – etwa von Tech-Konzernen, die auf ausbleibende KI-Monetarisierung hinweisen – könnten kurzfristig für Kursrücksetzer sorgen. Als mögliche Gewinner nennt er den Pharmabereich und selektive Technologiewerte; Banken und Automobilhersteller dürften es dagegen schwer haben.

Sein Jahresend-Szenario: Der Nasdaq 100 könnte in Richtung 33.000 bis 34.000 Punkte steigen, der DAX zumindest seine alten Hochs wieder anlaufen – neue Allzeithochs hält er angesichts der vielen externen Risikofaktoren jedoch für unsicher. Das übergeordnete Prinzip bleibt: „The trend is your friend” – wer auf technologiegetriebene Momentum-Titel gesetzt hat, sollte diese Strategie beibehalten; wer auf die falschen Pferde gesetzt hat, sollte nicht in Verlustpositionen ausharren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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