Märkte am Morgen: J&J, ASML und Nvidia im Fokus
Börsennews zum Morgen: Johnson & Johnson hebt Prognose an, Bank of America zahlt Milliarden-Strafe, ASML mit starker Bruttomarge – alle Einzelwerte im Überblick.
Dieses Video wurde am 14.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Märkte am Morgen starten am Mittwoch, dem 14. Oktober, mit einem verhaltenen Ausblick: Der DAX wird vorbörslich rund 0,3 Prozent fester erwartet, nachdem er am Vortag mit einem Mini-Minus von 0,07 Prozent aus dem Handel gegangen war. Die US-amerikanischen Leitindizes liefern gemischte Vorgaben – der Dow Jones verlor 0,35 Prozent, der S&P 500 schloss nahezu unverändert, der Nasdaq gab 0,15 Prozent ab. In Asien zeigt der Nikkei ein Plus von rund 0,5 Prozent, der Hang Seng legt 0,3 Prozent zu, während der Shanghai Composite 0,6 Prozent verliert. Brent-Öl notiert bei rund 106,27 US-Dollar, Bitcoin bei etwa 83.400 US-Dollar. Besonderes Augenmerk gilt heute Nachmittag den US-Inflationsdaten um 14:30 Uhr.
Johnson & Johnson: Prognose zum zweiten Mal angehoben
Johnson & Johnson hat für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg von 5,9 Prozent auf 25,4 Milliarden US-Dollar gemeldet – im Rahmen der Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,59 US-Dollar über der Konsensschätzung von 2,52 US-Dollar, jedoch unter dem Vorjahreswert von 2,80 US-Dollar.
Belastet wurde das Ergebnis durch Zukäufe wie Firefly Bio, eine schwächere Medizintechniksparte sowie erhebliche Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Im Talkumstreit – Klagen wegen Eierstockkrebs – ist ein Vergleich über 5,5 Milliarden US-Dollar (vor Steuern) geplant. Der Nettogewinn fiel dadurch auf lediglich 210 Millionen US-Dollar, nach 5,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Dennoch hob das Unternehmen die Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge an: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun zwischen 11,05 und 11,15 US-Dollar liegen (zuvor: 10,96–11,11). Die Mitte dieser Spanne liegt über dem Analystenkonsens. Die Aktie reagierte am Vortag mit einem Minus von 5,7 Prozent und nähert sich der 200-Tage-Linie.
Bank of America: 1,21 Milliarden Dollar Strafe wegen Geldwäsche
Die Bank of America muss eine Strafzahlung von 1,21 Milliarden US-Dollar leisten. Grund sind Verstöße gegen Geldwäscheverbote sowie die Missachtung von Sanktionen, die der Bank bereits 2024 auferlegt worden waren. Im Zentrum stehen chinesische Geldwäschegeschäfte mit einem Gesamtvolumen von rund 5 Milliarden US-Dollar – ein Fünftel davon soll sogar die nationale Sicherheit berühren.
Die Folgen für das Institut gehen über die Strafzahlung hinaus:
- Zulassung externer Prüfer für einen längeren Zeitraum
- Steigende Compliance-Ausgaben
- Mögliche Einschränkungen bei Aktienrückkäufen und Übernahmen
- Reputationsrisiken für das Management
Ausgerechnet am Tag der Strafmeldung legt die Bank of America ihre Q3-Bilanz vor. Die Aktie schloss am Vortag mit einem Minus von 1,1 Prozent.
Nvidia steigt bei französischer KI-Plattform Doctolib ein
Nvidia hat eine Minderheitsbeteiligung an Doctolib erworben, einer französischen Online-Terminbuchungsplattform für Arztpraxen. Die genaue Höhe der Beteiligung sowie der Kaufpreis wurden nicht kommuniziert. Doctolib will das eingenommene Kapital für die Gewinnung neuer KI-Fachleute und das weitere Training eigener Systeme einsetzen.
Das Unternehmen betreibt neben der Buchungsplattform auch einen KI-Telefonassistenten sowie Software für Buchhaltung und Praxisverwaltung. Nvidia setzt damit seine Strategie fort, strategisch in Kundunternehmen zu investieren – zuletzt hatte der Chipkonzern bereits eine Beteiligung an Hugging Face übernommen. Die Nvidia-Aktie legte am Vortag 1 Prozent zu.
Evotec bestätigt Prognose – ASML mit starker Bruttomarge
Evotec hat vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres vorgelegt und dabei die im Sommer gesenkte Jahresprognose bestätigt. Der Umsatz lag bei 465 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA bei -42,8 Millionen Euro – beides über dem Analystenkonsens. Für das Gesamtjahr erwartet Evotec einen Umsatz von 570 bis 600 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von -70 bis -105 Millionen Euro. Das Unternehmen wies darauf hin, dass ein Teil der Umsätze durch Vorzieheffekte aus dem vierten ins dritte Quartal verschoben wurde. Die Aktie legte vorbörslich rund 3,6 Prozent zu.
ASML meldete für Q3 einen Umsatz von 11,6 Milliarden Euro (erwartet: 11,7 Mrd.) und eine Bruttomarge von 57,5 Prozent, deutlich über der Schätzung von 56,1 Prozent. Die Jahresprognose wurde am unteren Ende von 43 auf 44 Milliarden Euro angehoben. Bemerkenswert: ASML erklärte, die Nachfrage für 2027 und 2028 mit dem aktuellen Angebot nicht vollständig bedienen zu können – und plant deshalb ab 2028 eine Kapazitätserweiterung um 30 Prozent. Vorbörslich gab die Aktie dennoch rund 1,9 Prozent nach.
Der heutige Handelstag bleibt damit dicht gepackt: Neben den US-Inflationsdaten am Nachmittag werden weitere Quartalsergebnisse aus der Bankenbranche erwartet. Die angelaufene Berichtssaison dürfte die Kursbewegungen in den kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.
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