Holetschek kritisiert Rot-Grün-Rot in Berlin scharf
CSU-Fraktionschef Holetschek greift die mögliche Rot-Grün-Rot-Koalition in Berlin an und warnt vor Chaos bei Wohnen, Migration und innerer Sicherheit.
Dieses Video wurde am 20.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Sondierungsgespräche für eine mögliche Rot-Grün-Rot-Koalition in Berlin sorgen für heftigen Gegenwind aus Bayern. Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, übt scharfe Kritik an den Plänen der Berliner Linkskoalition. Er sieht darin eine Gefahr für Recht, Sicherheit und Ordnung – und kündigt an, Bayern könne von der Berliner Wohnungspolitik sogar profitieren.
Bayern wirbt um Berliner Wohnungsinvestoren
Eines der zentralen Streitthemen im Berliner Sondierungspapier ist die geplante Vergesellschaftung von Wohnungen. Holetschek sieht darin eine Abschreckung für Investoren und ergreift die Initiative: Bayern habe Wohnungsunternehmen aktiv eingeladen, stattdessen im Freistaat zu bauen.
„Bei uns sind Investoren immer herzlich willkommen und wir rollen den roten Teppich aus”, sagte Holetschek. Er betonte, dass auch Bayern das Thema Wohnraum ernst nehme – aber nicht durch Vergesellschaftung, sondern durch investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Die Berliner Pläne führten seiner Ansicht nach ins „blanke Chaos”.
Rot-Grün-Rot und die Folgen für ganz Deutschland
Holetschek sieht in den Berliner Sondierungsplänen nicht nur ein lokales Problem. Er kritisiert unter anderem:
- Einen laxeren Umgang mit Migration und weniger Abschiebungen
- Neue Aufnahmeprogramme für Geflüchtete
- Einen geplanten Abbau von Polizeipräsenz
- Unzureichende Maßnahmen gegen Antisemitismus
- Änderungen am Wahlrecht
Mit Blick auf die Entwicklungen in Frankreich warnte der CSU-Politiker vor gesellschaftlichen Verwerfungen. „Das wird sich in der Zukunft erweisen, dass wir dort sehen, wie auch Straßenschlachten stattfinden”, so Holetschek. Er appellierte an alle „vernünftigen” politischen Kräfte, die Koalitionsbildung noch zu verhindern.
Drohende Konsequenzen für die Bundespolitik
Holetschek schließt nicht aus, dass ein Erfolg von Rot-Grün-Rot in Berlin als Blaupause für die Bundesebene dienen könnte. Er verwies auf den Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung, in dem sich die Partner verpflichtet haben, nicht mit extremistischen Parteien zusammenzuarbeiten.
Sollte in Berlin eine Koalition unter Beteiligung der Linken zustande kommen, müssten die Parteien auf Bundesebene „sehr genau beobachten” und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen, so Holetschek. Als mögliches rechtliches Instrument nannte er den Bundeszwang, falls Berliner Beschlüsse gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen sollten. CSU-Chef Markus Söder hatte zudem bereits eine Überprüfung des Länderfinanzausgleichs ins Gespräch gebracht.
Rentenstreit: Holetschek warnt vor Schnellschüssen
Ein zweites großes Thema des Gesprächs war die Rente mit 63. Laut Medienberichten diskutiert die Unionsfraktion im Bundestag einen Kompromiss: Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll erhalten bleiben, aber künftig sollen nur noch tatsächliche Einzahlungsjahre zählen – Erziehungszeiten und Pflegezeiten würden herausfallen.
Holetschek zeigte sich skeptisch. Gerade pflegende Angehörige dürften nicht benachteiligt werden. „Das zahlt sich nicht aus und kostet wieder Vertrauen”, sagte er. Er plädierte dafür, die Empfehlungen der Rentenkommission umzusetzen, dabei aber klare Härtefallregelungen für Menschen zu schaffen, die aus gesundheitlichen Gründen – physisch wie psychisch – nicht länger arbeiten könnten.
Erziehungs- und Pflegezeiten erneut aus der Rentenberechnung herauszunehmen, hält Holetschek für „fragwürdig”. Die politische Debatte um die Rentenreform dürfte damit in den kommenden Wochen weiter an Fahrt gewinnen – sowohl in Bayern als auch im Bund.
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