Elif Eralp und die PKK: Vater mit Öcalan befreundet?
War Elif Eralps Vater mit PKK-Anführer Abdullah Öcalan befreundet? Ein kurdischer Zeitungsbericht von 2014 wirft neue Fragen zur politischen Sozialisation der Berliner Politikerin auf.
Dieses Video wurde am 06.11.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Bericht der kurdischen Zeitung Yeni Özgür Politika aus dem Jahr 2014 rückt die Berliner Politikerin Elif Eralp erneut in den Fokus: Demnach soll ihr Vater Selçuk Eralp mit dem PKK-Gründer und verurteilten Terrorchef Abdullah Öcalan persönlich befreundet gewesen sein. Es ist die zweite mutmaßliche Terrorverbindung aus dem direkten Umfeld der Linken-Politikerin, die als mögliche regierende Bürgermeisterin Berlins gehandelt wird – und sie wirft grundsätzliche Fragen zur politischen Prägung Eralps auf.
Was der Zeitungsbericht aus 2014 belegt
Der Bericht der kurdischen Zeitung erschien anlässlich eines fünfwöchigen humanitären Einsatzes von Selçuk Eralp als Arzt im türkischen Suruç nahe der syrischen Grenze. Im biographischen Begleittext heißt es, seine Bekanntschaft mit der kurdischen Freiheitsbewegung reiche bis in die Zeit um 1969 zurück.
Wörtlich gibt das Blatt an, Eralp habe „zahlreiche führende Kader der PKK kennengelernt und mit ihnen befreundet” gewesen – „allen voran mit dem Anführer des kurdischen Volkes Abdullah Öcalan”.
Dieser Bericht ist aus mehreren Gründen politisch relevant:
- Die PKK steht seit 2002 auf der Terrorliste der Europäischen Union.
- In Deutschland gilt seit 1993 ein Betätigungsverbot für die Organisation.
- Das Oberlandesgericht Düsseldorf stellte 1994 fest, dass Öcalan in Einzelfällen Mordaufträge übermittelt hatte.
- Laut Human Rights Watch war die PKK zwischen 1992 und 2005 mutmaßlich für mindestens 768 außergerichtliche Hinrichtungen verantwortlich – darunter Lehrer, Beamte und politische Gegner.
- Öcalan wurde 1999 festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt; er sitzt bis heute in der Türkei in Haft.
Elif Eralps eigene Politisierung im Familienmilieu
Besonderes Gewicht erhält der Bericht durch Eralps eigene biografische Angaben. In ihrem veröffentlichten Lebenslauf schreibt sie: „Politik hat schon immer zu meinem Leben gehört. Als Sozialisten und Gewerkschafter flohen meine Eltern in den 80ern aus der Türkei und waren auch hier weiter politisch aktiv und nahmen mich auf viele Demos mit.“
Damit verweist Eralp ausdrücklich auf das familiäre Umfeld als Quelle ihrer politischen Prägung. Wer in den frühen 1990er Jahren in Hamburg aus diesem Milieu stammte, dürfte – so die naheliegende Einschätzung – an Demonstrationen für Öcalan und die kurdische Bewegung teilgenommen haben, wie sie damals etwa auf dem Hamburger Jungfernstieg stattfanden.
Dieser Zusammenhang macht es schwer, die Verbindungen des Vaters als rein private Familienangelegenheit zu behandeln – zumal Eralp selbst ihre politische Entwicklung aus genau diesem Kontext ableitet.
Die doppelte Brisanz: Zwei Terrororganisationen im Umfeld
Für politischen Zündstoff sorgt vor allem die Kombination zweier Verbindungsstränge. Bereits zuvor war über Eralps Nähe zu pro-palästinensischen und islamistisch geprägten Netzwerken berichtet worden. Der nun aufgetauchte PKK-Bezug fügt eine zweite Dimension hinzu – und beide Seiten stehen sich feindlich gegenüber.
Kurdische Organisationen und Jesiden haben den islamistischen Terror am eigenen Leib erfahren, etwa im Kampf gegen den IS. Islamistische Milieus wiederum betrachten die kurdische Bewegung als Feindbild. Eralp soll laut Recherchen Journalisten ausrichten lassen haben, sie sei keine Kurdin – möglicherweise um keine Wähler aus islamistisch geprägten Kreisen zu verlieren, die wiederum Kurden feindlich gesinnt sind.
Diese Gemengelage legt nahe, dass Eralp versucht, ihre Verbindung zum kurdischen Widerstandsmilieu gezielt aus der öffentlichen Debatte herauszuhalten – während sie gleichzeitig die Stimmen der kurdischen Community in Berlin einzuwerben sucht.
Politische Einordnung und offene Fragen
Grundsätzlich gilt: Niemand haftet für die politischen Überzeugungen oder Freundschaften seiner Eltern. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob und in welchem Maß Eralp selbst dieses Umfeld als prägend beschreibt – und das tut sie in ihrer eigenen Biografie ausdrücklich.
Vergleichbare Fragen würden sich zweifellos stellen, käme heraus, dass ein rechtskonservativer Politiker seine politische Sozialisation in rechtsradikalen Kreisen erfahren hatte und dies öffentlich als Grundlage des eigenen Engagements benennt.
Ob und wie Elif Eralp sich zu den Verbindungen ihres Vaters und zu ihrer eigenen politischen Prägung äußern wird, bleibt abzuwarten. Der Fall dürfte den Berliner Koalitionsverhandlungen und der Debatte über Eralps Eignung als mögliche Regierungschefin der Hauptstadt neuen Stoff liefern.
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