EU-Handelskrieg mit China: Wie Europa reagiert

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Dieses Video wurde am 07.05.2026 von euronews Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und China stehen unter wachsendem Druck. Auslöser der jüngsten Eskalation ist der Kommissionsvorschlag zur sogenannten „Made in Europe”-Gesetzgebung, die den Zugang ausländischer Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen in der EU deutlich einschränken würde. Peking reagierte ungewöhnlich scharf und drohte mit Vergeltungsmaßnahmen. Ob Europa auf einen offenen Handelskrieg mit China zusteuert oder einen fairen Ausgleich finden kann, debattierten zwei Europaabgeordnete im Format „The Ring” des Senders Euronews.

Made in Europe: Eskalation oder berechtigte Schutzmaßnahme?

Der Entwurf der EU-Kommission zielt darauf ab, die Regeln für ausländische Unternehmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu verschärfen. China wertete dies als diskriminierend und kündigte Gegenmaßnahmen an. Der griechische Sozialdemokrat Sakis Adnaoutoglou, Mitglied der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China, sieht darin eine notwendige Antwort: Europa reagiere lediglich auf bereits bestehende unfaire Wettbewerbspraktiken Chinas.

Der spanische EVP-Abgeordnete Nicolás Pascual de la Parte, ehemaliger Botschafter bei der NATO, betont das Prinzip der Reziprozität: China profitiere selektiv von WTO-Regeln und ignoriere jene Vorschriften, die dem Land nicht nützen. Beide Parlamentarier sind sich einig: Die Initiative der Kommission ist nicht aggressiv, sondern eine überfällige Korrektur.

Chinas unfaire Handelspraktiken im Detail

Ein zentrales Argument in der Debatte ist die Struktur der chinesischen Wirtschaft. Da sämtliche Banken in China staatlich kontrolliert sind, erhalten heimische Unternehmen Finanzierungen zu Nullkosten. Damit können sie europäische Anbieter aus dem Markt drängen – ein Vorgang, der in verschiedenen Sektoren bereits beobachtet wurde:

  • Aluminium und Stahl: Marktverdrängung durch subventionierte Preise, anschließende Monopolbildung
  • Batterien und Elektrofahrzeuge: Massenproduktion weit über die Binnennachfrage hinaus
  • Seltene Erden und kritische Mineralien: Hohe Abhängigkeit der EU bei strategischen Rohstoffen
  • Öffentliches Beschaffungswesen: Europäische Unternehmen haben in China kaum Marktzugang

Der Zugang europäischer Firmen zum chinesischen Beschaffungsmarkt sei laut Pascual de la Parte „nahezu null” – während China gleichzeitig freien Zugang zum europäischen Markt genießt.

De-Risking statt Entkopplung: Europas Strategie

Beide Abgeordneten lehnen eine vollständige wirtschaftliche Entkopplung von China ab. Stattdessen sprechen sie sich für ein gezieltes De-Risking aus – also die Reduzierung strategischer Abhängigkeiten, ohne den Handel insgesamt aufzugeben. Europa müsse aufhören, naiv zu sein, aber China als Partner nicht verlieren.

EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič unterstrich diese Haltung: Ein Handelsdefizit von 360 Milliarden Euro pro Jahr – umgerechnet rund einer Milliarde Euro täglich – sei wirtschaftlich und politisch nicht tragbar. Er forderte „strategische Geduld und viel Mut”, plädierte aber ausdrücklich gegen einen Handelskrieg und betonte den Dialog mit Peking.

Chinas globaler Handelsüberschuss erreichte 2025 rund 1,2 Billionen Euro. EU-Importe aus China stiegen zuletzt um 6,5 Prozent auf 560 Milliarden Euro – ein Ungleichgewicht, das laut beiden Abgeordneten dringend korrigiert werden muss.

Europa muss schneller werden – und geschlossen auftreten

Ein weiterer Konsens: Die EU entscheidet zu langsam. In einer Welt, in der China und die USA Wirtschaftspolitik in Tagen statt Jahren gestalten, muss Europa seinen Entscheidungsprozess beschleunigen. Gleichzeitig betonen beide MEPs, dass Europa gegenüber China nur dann Stärke zeigen kann, wenn es als geeinter Block auftritt – statt bilateral von Peking ausgespielt zu werden.

Paradoxerweise habe ausgerechnet der außenpolitische Druck durch die USA unter Präsident Trump sowie Russlands Aggressionspolitik dazu beigetragen, die europäische Einheit zu stärken. Für die Zukunft fordern die Abgeordneten Investitionen in Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Robotik, um Europas Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern – und nicht länger von chinesischen Importen abhängig zu sein.

Die Debatte zeigt: Trotz unterschiedlicher politischer Lager herrscht im Europaparlament breiter Konsens darüber, dass die bisherige Chinapolitik der EU nicht länger tragfähig ist. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie schnell und konsequent Europa handelt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (euronews Deutsch). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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