Dieses Video wurde am 25.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die FDP stellt sich auf ein vorzeitiges Ende der Legislaturperiode ein. Martin Hagen, Generalsekretär der Freien Demokraten, erklärte im ntv-Frühstart, seine Partei sei für den Fall von Neuwahlen gewappnet. Gleichzeitig äußerte er erhebliche Zweifel daran, dass Bundeskanzler Friedrich Merz die Wahlperiode durchsteht – und skizzierte ein Szenario, in dem die Koalition selbst die Reißleine zieht.
FDP auf Neuwahlen vorbereitet
Hagen betonte, die Vorbereitung auf mögliche Neuwahlen sei für ihn als Generalsekretär eine zentrale Aufgabe. Die FDP wolle nicht unvorbereitet getroffen werden, falls die Regierungskoalition auseinanderbricht.
Allerdings räumte Hagen ein, dass CDU und SPD angesichts ihrer miserablen Umfragewerte ein starkes Eigeninteresse daran hätten, an der Macht zu bleiben. Neuwahlen würden für viele Abgeordnete den Verlust ihres Mandats bedeuten – ein gewichtiges Argument gegen ein frühzeitiges Ende der Koalition.
Zweifel an Merz als Kanzler bis zum Legislaturende
Hagen ließ kaum einen Zweifel daran, dass er Friedrich Merz nicht als Kanzler bis zum Ende der Wahlperiode sieht. Seine Einschätzung fiel deutlich aus:
- Merz sei der unbeliebteste Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik.
- Er habe vor der Wahl umfangreiche Reformen versprochen und am Ende das Gegenteil umgesetzt.
- Statt als Reformkanzler gehe er derzeit als „Schuldenkanzler” in die Geschichtsbücher ein.
Hagen formulierte damit eine scharfe Bilanz der bisherigen Regierungsarbeit von Merz – und stellte dessen politisches Überleben an der Spitze der Koalition offen infrage.
Szenario: Koalition zieht die Reißleine
Der FDP-Generalsekretär hält es für denkbar, dass die Regierungskoalition aus CDU und SPD irgendwann selbst handelt und Merz ablöst. Das Szenario eines parteiinternen Führungswechsels oder eines koalitionsinternen Drucks auf den Kanzler erscheint Hagen zufolge nicht unwahrscheinlich.
Ein solcher Schritt würde die innenpolitische Lage erheblich destabilisieren und die Frage nach der Regierungsfähigkeit der großen Koalition neu aufwerfen. Ob ein Kanzlerwechsel mitten in der Legislaturperiode die Koalition stabilisieren oder eher beschleunigt in den Bruch treiben würde, bleibt offen.
Einordnung: Stimmungslage vor möglichen Neuwahlen
Hagens Aussagen spiegeln eine wachsende Nervosität im deutschen Parteiensystem wider. Die schlechten Umfragewerte der Regierungsparteien und die öffentliche Kritik an Merz’ Kurs deuten auf eine politische Erosion hin, die mittelfristig schwer zu stoppen sein dürfte.
Für die FDP bedeutet die Lage eine strategische Chance: Als Oppositionspartei kann sie sich klar von der Regierung abgrenzen und gleichzeitig Handlungsfähigkeit demonstrieren. Ob tatsächlich Neuwahlen kommen, hängt letztlich davon ab, ob CDU und SPD ihre eigenen Machtinteressen über die Stabilität der Koalition stellen – oder ob der Druck von innen und außen irgendwann zu groß wird.
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