Greenpeace stört Nvidia-Chef Jensen Huang in Berlin
Zwei Greenpeace-Aktivisten unterbrechen Nvidia-Chef Jensen Huangs Keynote in Berlin – sie konfrontieren ihn mit Vorwürfen zu Nvidia-Chips in russischen Drohnen.
Dieses Video wurde am 21.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Greenpeace-Protest hat die Keynote von Nvidia-Chef Jensen Huang in Berlin abrupt unterbrochen. Während Huang am 21. Oktober 2025 neue KI-Systeme seines Konzerns vorstellte, drangen zwei Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltorganisation auf die Bühne und stellten den Tech-Milliardär live vor Publikum zur Rede. Im Mittelpunkt der Aktion stand ein schwerwiegender Vorwurf: Nvidia-Technologie soll in russischen Drohnen gefunden worden sein.
Konfrontation auf offener Bühne: Der Protest im Detail
Die Störaktion ereignete sich mitten in Huangs laufender Präsentation. Eine der Protestierenden wandte sich direkt an den Nvidia-Chef und befragte ihn zu Berichten, wonach Chips des US-Halbleiterkonzerns in russischen Drohnen entdeckt worden sein sollen. Die Aktion war offensichtlich geplant und zielgerichtet – die Aktivistinnen und Aktivisten nutzten die internationale Aufmerksamkeit der Veranstaltung, um ihrem Anliegen eine möglichst große Bühne zu verschaffen.
Derartige Direktkonfrontationen mit Top-Managern globaler Technologiekonzerne sind eine zunehmend verbreitete Taktik zivilgesellschaftlicher Organisationen, um auf ethische Fragen rund um den Einsatz von KI und Halbleitertechnologie aufmerksam zu machen.
Jensen Huang reagiert gelassen auf die Störer
Trotz der unerwarteten Unterbrechung blieb Jensen Huang demonstrativ ruhig. Er bat das Sicherheitspersonal, die Protestierenden nicht sofort zu entfernen, und räumte ihnen ausdrücklich Redezeit ein. „Go easy. Let her – give her a chance. Everybody has a chance to say something today”, soll Huang laut Berichten gesagt haben.
Diese Reaktion wurde von Beobachtenden als souveräner Umgang mit der Situation gewertet. Huang nutzte den Moment, um sich als offener und gesprächsbereiter Konzernchef zu präsentieren – ein PR-wirksames Signal, das angesichts der laufenden Debatten über die Verantwortung von Technologieunternehmen in Krisenregionen besonderes Gewicht hat.
Der Vorwurf: Nvidia-Chips in russischen Drohnen
Der Kern des Protests dreht sich um ein ernstes geopolitisches Problem: Halbleiter westlicher Hersteller tauchen trotz internationaler Exportbeschränkungen immer wieder in russischen Waffensystemen auf. Bereits seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine berichten Ermittler und Militärexperten davon, dass westliche Mikrochips in abgeschossenen russischen Drohnen und Raketen sichergestellt wurden.
Nvidia selbst gehört zu den führenden Herstellern von Grafikprozessoren und KI-Chips, die weltweit in unzähligen Anwendungen eingesetzt werden. Der Konzern unterliegt strengen US-amerikanischen Exportkontrollregeln, die eine direkte Lieferung nach Russland verbieten. Kritiker werfen jedoch vor, dass Chips über Drittländer umgeleitet werden.
- Westliche Halbleiter wurden in abgeschossenen russischen Drohnen identifiziert.
- Exportkontrollen der USA untersagen direkte Lieferungen nach Russland.
- Umgehungsrouten über Drittstaaten stehen im Verdacht, Sanktionen zu unterlaufen.
- Technologiekonzerne geraten zunehmend unter Druck, Lieferketten lückenlos zu überwachen.
Technologieethik und KI-Verantwortung im Fokus
Der Berliner Protest steht stellvertretend für eine breitere gesellschaftliche Debatte: Welche Verantwortung tragen Technologieunternehmen für den Verbleib ihrer Produkte – insbesondere wenn diese in Kriegsgebieten oder zur Waffenproduktion eingesetzt werden? Greenpeace und ähnliche Organisationen fordern von Konzernen wie Nvidia deutlich schärfere Kontrollmechanismen entlang der gesamten Lieferkette.
Die Keynote in Berlin widmete sich eigentlich neuen KI-Systemen von Nvidia – einem Bereich, in dem das Unternehmen global eine marktbeherrschende Stellung innehat. Dass der Auftritt durch einen politisch motivierten Protest überschattet wurde, zeigt, wie eng Technologieentwicklung und geopolitische Verantwortung inzwischen miteinander verknüpft sind.
Wie Nvidia auf die konkreten Vorwürfe reagieren und ob der Konzern weitere Maßnahmen zur Verhinderung von Sanktionsumgehungen ankündigen wird, bleibt abzuwarten. Der Berliner Zwischenfall dürfte die politische Aufmerksamkeit auf das Thema Exportkontrollen für KI-Hardware weiter erhöhen.
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