mRNA-Durchbruch: Was Moderna, BioNTech & Novo wirklich wert sind

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Dieses Video wurde am 22.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein Mittwoch im August 2025 wird Pharmainvestoren lange in Erinnerung bleiben: Moderna und der US-Pharmakonzern Merck verkündeten positive Phase-3-Daten für ihren gemeinsamen mRNA-Krebsimpfstoff gegen Hautkrebs. Die Börsen reagierten euphorisch – Moderna-Aktien legten in der Wochenbilanz rund 130 Prozent zu. Doch wie revolutionär ist der Durchbruch wirklich, und was bedeutet er für Investoren in BioNTech, Novo Nordisk und den gesamten Pharmasektor? Markus Manz, erfahrener Fondsmanager mit medizinischem Hintergrund beim Haus Union Investment, ordnet ein.

Der mRNA-Moment: Echter Durchbruch oder übertriebener Hype?

Bei dem Präparat handelt es sich um einen individualisierten Tumorimpfstoff, der nach vollständiger operativer Entfernung eines Melanoms eingesetzt wird. Erstmals konnte klinisch belegt werden, dass ein mRNA-basierter Impfstoff die Rückfallhäufigkeit (Rezidivrate) bei Hautkrebs signifikant senkt. Manz spricht von einem „wichtigen medizinischen Durchbruch” – schränkt aber sofort ein: Alle früheren Tumorimpfstoff-Firmen der vergangenen 25 Jahre sind gescheitert, weshalb das Ergebnis auch überraschend kam.

Entscheidend wird die sogenannte Hazard Ratio sein, die erst im Oktober auf dem europäischen Krebskongress ESMO vollständig veröffentlicht wird. Manz erwartet einen Wert zwischen 0,5 und 0,75 – je niedriger, desto wirkungsvoller das Medikament. Da die Zwischenanalyse bereits positiv abgebrochen wurde, deutet vieles auf eine starke Wirksamkeit hin.

Wichtig für Anleger: Die 50/50-Partnerschaft zwischen Moderna und Merck bedeutet, dass Merck die Umsätze verbucht, Moderna aber die Hälfte der Gewinne erhält. Das Marktpotenzial für die adjuvante Hautkrebs-Indikation beziffert Manz auf ein bis zwei Milliarden Dollar jährlich – noch relativ überschaubar. Lungenkrebs als nächste Indikation könnte zwei bis vier Milliarden Dollar bringen.

BioNTech: Mehr als eine mRNA-Firma

Ein verbreiteter Irrtum unter Privatanlegern: BioNTech wird oft als reine mRNA-Unternehmung wahrgenommen. Tatsächlich hat sich das Mainzer Unternehmen mit den COVID-Gewinnen breit diversifiziert. Manz bezeichnet BioNTech heute eher als „bispezifische Antikörper-Firma”.

  • Das Medikament Pumitamig, ein bispezifischer Antikörper gegen Lungen- und Brustkrebs, gilt als eines der spannendsten Krebsprodukte der Pipeline.
  • BioNTech hat Pumitamig aus China zugekauft und anschließend einen großen Deal mit Bristol Myers Squibb abgeschlossen.
  • Der eigene Tumorimpfstoff läuft in den Indikationen Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs – sogenannte „kalte” Tumore, bei denen das Rückschlussrisiko aus den Moderna-Daten begrenzt ist.
  • BioNTech verfügt über rund 17 Milliarden Euro Cash aus der Corona-Ära.
  • Der Abgang der Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci beunruhigt Manz vor allem wegen des drohenden Know-how-Verlusts, nicht wegen eines möglichen IP-Abflusses.

Der neue CEO soll Anfang 2026 starten und wird laut Manz mindestens sechs Monate für einen strategischen Überblick benötigen. Erste Orientierung für BioNTech-Aktionäre könnte bereits im Herbst kommen – wenn der Konkurrent Summit Therapeutics Phase-3-Daten zu einem ähnlichen Wirkstoff veröffentlicht.

Novo Nordisk und der GLP-1-Markt unter Druck

Novo Nordisk war durch den GLP-1-Hype zeitweise das wertvollste Unternehmen Europas – doch operative Fehler und zunehmender Wettbewerb haben die Aktie erheblich belastet. Manz hebt hervor, dass das dänische Unternehmen im Vergleich zu Eli Lilly zu lange den Selbstzahlermarkt vernachlässigt und auf ein schlechteres Produkt gesetzt hat.

Positiv überrascht Manz die Bilanzqualität von Novo Nordisk: Das Unternehmen ist kaum verschuldet und könnte theoretisch Unsummen für Zukäufe mobilisieren. Gleichzeitig läuft das Patent für Ozempic in Kanada und Brasilien bereits aus – in Europa und den USA folgt dies ab 2031. Ab 2028 kommen zudem zahlreiche neue Konkurrenten auf den Übergewichtsmarkt, darunter chinesische Hersteller und Pfizer.

Für den Gesamtsektor sieht Manz folgende Einschätzung: AstraZeneca besitzt die stärkste Pipeline in Europa; Sanofi ist günstig bewertet und könnte bei einer erfolgreichen Großakquisition ein Rerating erfahren; Novo Nordisk sticht durch saubere Bilanzkennzahlen hervor. Alle großen Pharmakonzerne eint indes ein drohendes Patent-Cliff zwischen 2028 und 2033.

Biotech-Übernahmen und die Rolle von KI und China

Weil große Pharmaunternehmen ihre auslaufenden Blockbuster-Patente durch neue Wirkstoffe ersetzen müssen, läuft die Übernahmewelle im Biotech-Sektor auf Hochtouren. Manz und sein Team haben intern einen Basket mit 20 aussichtsreichen Übernahmekandidaten aufgebaut. Besonders hervor hebt er:

  • Revolution Medicines mit einem vielversprechenden KRAS-Blocker gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Summit Therapeutics mit einem bispezifischen Antikörper als Konkurrenz zu BioNTechs Pumitamig

Zur Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Pharmaforschung bleibt Manz nüchtern: KI beschleunige bestimmte Schritte in klinischen Studien und der Verwaltung, ersetze aber nicht das Labor. Ein Medikament vollständig aus dem Computer zu generieren sei frühestens in 20 Jahren denkbar. Deutlich aufschlussreicher ist die wachsende Bedeutung chinesischer Biotechunternehmen: Pfizer-Chef Albert Bourla wird mit dem Zitat zitiert, China entwickle Medikamente doppelt so schnell zu halb so hohen Kosten – und wird damit zur ernstzunehmenden Innovationsquelle für westliche Konzerne. Ob dieser Transfer in einer geopolitisch angespannten Lage dauerhaft funktioniert, bleibt offen.

Der mRNA-Krebsimpfstoff ist ein echter wissenschaftlicher Meilenstein – aber kein Allheilmittel. Für Anleger empfiehlt sich ein differenzierter Blick: Moderna setzt voll auf die mRNA-Plattform, BioNTech ist breiter aufgestellt, als viele ahnen, und Novo Nordisk steht vor einer entscheidenden Diversifizierungsaufgabe. Die kommenden Monate mit weiteren Studiendaten dürften zeigen, ob aus dem historischen mRNA-Moment ein nachhaltiger Investmenttrend wird.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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