Strait of Hormuz: So lassen sich Schiffe verfolgen

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Dieses Video wurde am 08.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Passieren tatsächlich wieder Schiffe den Strait of Hormuz? Seit Iran als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Militäraktionen die enge Meerenge blockierte, herrscht Verwirrung über den tatsächlichen Schiffsverkehr. Die USA bemühen sich um eine Wiedereröffnung der Wasserstraße, doch das Aufkommen hat das Vorkriegsniveau noch nicht erreicht. Am 4. Mai eskortierten US-Kriegsschiffe erstmals wieder Handelsschiffe durch die Straße – doch im Netz meldeten sich Skeptiker: Karten und Satelliten würden belegen, dass kein einziges Schiff durchgekommen sei. Was ist wirklich dran?

Wie funktioniert die Schiffsverfolgung per AIS?

Die Grundlage jeder digitalen Schiffsverfolgung ist das sogenannte Automatic Identification System (AIS). Schiffe ab einer bestimmten Größe sind verpflichtet, ein Gerät an Bord zu führen, das im Sekundentakt Funksignale aussendet. Diese Signale übertragen Schiffsname, Position, Kurs und Geschwindigkeit und werden von Küstenstationen sowie Satelliten empfangen.

Auf Plattformen wie Marine Traffic oder Vessel Finder kann jedermann diese Daten in Echtzeit einsehen. Sucht man dort nach einem bestimmten Schiffsnamen, erhält man Fotos, die letzte bekannte Position und den bisherigen Routenverlauf.

Der Fall Alliance Fairfax – und seine Tücken

Das US Central Command nannte in seiner Pressemitteilung keine konkreten Schiffsnamen. Der Reederei-Riese Maersk, der weltweite Nummer zwei im Containerverkehr, bestätigte jedoch, dass sein Schiff Alliance Fairfax mit militärischer Unterstützung durch den Strait of Hormuz eskortiert worden sei.

Eine Suche nach der Alliance Fairfax auf gängigen Tracking-Plattformen liefert zwar Ergebnisse: Das Schiff wird vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate im Persischen Golf gezeigt. Doch die letzte aufgezeichnete Position ist mehr als 60 Tage alt – auf mehreren Plattformen gleichzeitig. Das bedeutet nicht zwingend, dass das Schiff noch dort liegt.

Der Grund: Schiffe dürfen ihr AIS-Signal abschalten. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) erlaubt dies aus Sicherheitsgründen ausdrücklich. Sobald ein Schiff „dunkel” geht, hört die Positionsaktualisierung schlicht auf.

Gründe für das „Dunkelmachen” auf See

Nicht jedes abgeschaltete AIS-Signal deutet auf illegale Aktivitäten hin. Die Gründe sind vielfältig:

  • Sicherheitsbedenken in Konfliktgebieten wie dem Strait of Hormuz
  • Schutz vor Piraten oder gezielten Angriffen
  • Illegale Aktivitäten wie Schmuggel oder unerlaubter Fischfang
  • Operationen im Zusammenhang mit sanktionierten Gütern (sogenannte Schattenflotten)

Gerade im aktuellen Konfliktkontext ist das Abschalten des Signals für Handelsschiffe eine nachvollziehbare Sicherheitsmaßnahme – zumal Schiffe in der Region bereits von Raketen getroffen wurden.

Wann liefern Tracking-Daten klare Belege?

Trotz aller Einschränkungen können AIS-Daten in manchen Fällen eindeutige Nachweise liefern. Spezialisierte Maritim-Webseiten identifizierten etwa den großen Gasträger Sarf Shakti, dessen Tracking-Daten eine Route durch den Strait of Hormuz mit Ziel Indien zeigen – ein konkreter Beleg dafür, dass zumindest einzelne Schiffe die Straße passierten.

Investigative Journalisten und Rechercheure nutzen AIS-Daten bereits seit Jahren, um Schmuggelnetzwerke aufzudecken oder die Bewegungen von Tankers zu verfolgen, die mit Russland, Iran und Venezuela in Verbindung stehen und zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden.

Dennoch gilt: Satellitendaten und Karten sind mächtige Werkzeuge, aber kein Allheilmittel. Gerade in aktiven Konfliktzonen, wo Schiffe systematisch ihre Signale abschalten und militärische Interessen die Informationslage prägen, stoßen selbst die besten Tracking-Tools an ihre Grenzen. Eine abwesende Signalaufzeichnung ist eben kein Beweis dafür, dass ein Schiff nicht gefahren ist – sondern oft nur dafür, dass es nicht verfolgt werden wollte.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DW). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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