Trade Republic Kundensupport: Echte Menschen statt KI

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Dieses Video wurde am 20.04.2026 von WirtschaftsWoche auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Neobroker Trade Republic startet eine umfassende Kundensupport-Offensive: Ab sofort können Nutzer rund um die Uhr – also 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – einen echten Mitarbeiter erreichen, wahlweise per Telefon oder Live-Chat. Das Versprechen von Gründer Christian Hecker ist ehrgeizig: Innerhalb von 12 Monaten will Trade Republic den besten Kundenservice aller Banken in Europa bieten. Der Schritt kommt nach anhaltender Kritik an nutzlosen KI-Antworten, langen Wartezeiten und ungelösten Problemen – und markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber der bisherigen Strategie.

Von KI-Antworten zu echten Menschen: Die neue Supportstrategie

Das Kernversprechen des neuen Trade Republic Kundensupports lautet: maximal 15 Sekunden Wartezeit, bis ein echter Mensch antwortet. Das ist eine bemerkenswert ambitionierte Ansage – selbst etablierte Filialbanken wie Sparkassen galten intern mit einer Minute Wartezeit als gut aufgestellt.

Bislang leitete Trade Republic Kundenanfragen fast ausschließlich über einen KI-Chatbot. Dieser lieferte bei Standardfragen akzeptable Ergebnisse, versagte aber regelmäßig bei komplexeren Problemen wie Depotüberträgen, fehlerhaften Steuerreports oder gesperrten Konten. Besonders kritisch: Das System galt eine Anfrage als gelöst, sobald die KI geantwortet hatte – unabhängig davon, ob das Problem tatsächlich behoben war.

Das ändert sich grundlegend. Künftig gilt ein Fall erst dann als abgeschlossen, wenn der Kunde dies aktiv bestätigt. Bestätigt der Kunde wiederholt, dass sein Problem nicht gelöst wurde, soll der Fall laut Hecker auf seinem persönlichen Schreibtisch landen.

Der Hintergrund: Eine Fehlentscheidung und ihre Folgen

Die Wurzeln der Supportkrise reichen ins Frühjahr 2024. In einer ohnehin turbulenten Woche – mit Berichten über verspätete Dividenden und Probleme bei einzelnen Kryptowährungen – verkündete Trade Republic die Schließung des eigenen Kundenservice-Teams in Berlin und die vollständige Umstellung auf KI. Die Entscheidung löste eine Empörungswelle aus, die nicht mehr abebbte.

Die Folgen waren gravierend:

  • Nutzer mit gesperrten Konten konnten wochenlang nicht auf ihr Geld zugreifen.
  • KI-generierte Antworten lösten komplexe Einzelfälle nicht.
  • Selbst wohlgesonnene Beobachter kritisierten, dass Trade Republic das Thema Kundenservice zugunsten neuer Produkte wie Private Equity oder einer Krypto-Wallet vernachlässigte.
  • Die Finanzaufsicht BaFin wurde zunehmend aufmerksam; die Zahl der offiziellen Beschwerden stieg spürbar an.

Hecker räumt die Fehler offen ein – für einen Startup-Gründer keine Selbstverständlichkeit. Er spricht von einer „Rolle vorwärts”, nicht rückwärts: Der neue Kundensupport sei kein Rückzug, sondern Voraussetzung für weiteres Wachstum.

Strategischer Hintergrund: Trade Republic will Bank werden

Hinter dem verbesserten Trade Republic Kundensupport steckt mehr als Schadensbegrenzung. Hecker vermied im Gespräch konsequent das Wort „Broker” – stattdessen positioniert er sein Unternehmen als europäische Bank. Trade Republic verfügt bereits über eine Banklizenz, eine Bezahlkarte und ein Girokonto. Ziel ist es, zur digitalen Hausbank für Millionen Europäer zu werden.

Allerdings fehlen aktuell noch wichtige Bankfunktionen, die Wettbewerber wie die DKB längst anbieten: Unterkonten, Fotoüberweisung oder Kreditprodukte sucht man bei Trade Republic bislang vergeblich. Der Wettbewerb schläft nicht – neben den Sparkassen, die mit günstigeren Handelsgebühren reagieren, gilt vor allem Revolut mit weltweit 70 Millionen Kunden als ernsthafter Rivale. Revolut verfolgt die umgekehrte Strategie: als etablierte Bank, die nun ins Brokerage expandiert.

Ob Trade Republic beides – erstklassiges Brokerage und vollwertiges Banking – gleichermaßen gut beherrschen kann, bleibt offen. Die Geschichte des Unternehmens mahnt zur Zurückhaltung bei Prognosen: 2019 als günstiger Neobroker gestartet, hat Trade Republic heute mehr als 10 Millionen Kunden und ist nach Bewertung so wertvoll wie mancher DAX-Konzern. Dass der neue Kundensupport nun die Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt legen soll, ist zumindest kein abwegiges Ziel.

Ausblick: Anspruch und Wirklichkeit müssen sich erst beweisen

Der neue Service wird schrittweise ausgerollt – ein vorsichtiges Vorgehen, das angesichts von 10 Millionen potenziellen Nutzern nachvollziehbar ist. Ob die versprochenen 15 Sekunden Wartezeit in der Praxis halten, ob echte Mitarbeiter auch bei komplizierten Fällen wirklich weiterhelfen und ob Trade Republic sein Ziel, Europas beste Bank zu werden, in zwölf Monaten auch nur annähernd erreicht – das alles muss sich erst zeigen. Die Messlatte liegt hoch, die Erwartungen der Kunden nach monatelanger Frustration noch höher. Für Trade Republic gilt jetzt: Der Anspruch ist formuliert, die Umsetzung entscheidet.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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