Friday, 6. November 2026
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Donald Trump

US-Midterms: Republikaner distanzieren sich von Trump

Die US-Midterms enden mit einem historischen Debakel für die Republikaner. Beide Kongresskammern gehen an die Demokraten – und die GOP-Führung wendet sich von Trump ab.

Redaktion · 5. November 2026, 18:57 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.11.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die US-Midterms 2026 haben eine politische Zäsur ausgelöst: Zum ersten Mal seit fünf Jahrzehnten verlieren die Republikaner beide Kongresskammern mit deutlicher Mehrheit an die Demokraten. Das Ausmaß der Niederlage überrascht selbst erfahrene Politikbeobachter – und setzt unmittelbar eine Welle innerparteilicher Absetzbewegungen von Donald Trump in Gang. Sowohl traditionelle Republikanergrößen als auch enge Trump-Vertraute positionieren sich bereits öffentlich neu.

Historisches Erdbeben: Texas und Kansas als Symbole des Wandels

Besonders dramatisch verliefen die Ergebnisse in Staaten, die als republikanische Hochburgen galten. In Texas gewannen die Demokraten nicht nur das Senatsrennen – James Tellerico holte den Senatssitz nach 38 Jahren zurück –, sondern auch den Gouverneursposten. Gina Hinojosa wird erste demokratische Gouverneurin des Bundesstaates, und auch im texanischen Staatsparlament stellen die Demokraten nun die Mehrheit.

In Kansas zog erstmals seit 1932 wieder ein Demokrat in den Senat ein. Diese Kombination aus Bundeswahl- und Einzelstaatsergebnissen macht Texas zum symbolischen Epizentrum eines landesweiten demokratischen Erdrutschsieges.

Besonders bemerkenswert: Elon Musk hatte allein in Texas rund 100 Millionen Dollar in den Wahlkampf investiert, unter anderem um Tellerico zu verhindern – ohne Erfolg. Tellerico erklärte in seiner Siegesrede, die Macht gehöre dem Volk, nicht den Milliardären.

Demokratie bestätigt sich – Gerrymandering schlägt zurück

Befürchtungen im Vorfeld der Wahl, Trump könnte das Ergebnis anfechten, Wahllokale unter Druck setzen oder systematischen Betrug behaupten, haben sich nicht bestätigt. Die Abstimmung verlief geordnet und transparent – ein wichtiges Signal für die Stabilität der amerikanischen Demokratie.

Auffällig ist zudem, dass das Gerrymandering der Republikaner nach hinten losgegangen ist. Durch die manipulierten Wahlkreiszuschnitte sollten Stimmenmehrheiten konserviert werden – doch bei einem Swing von teils fast 30 Prozentpunkten in einzelnen Regionen haben diese Kalkulationen das Gegenteil bewirkt und die republikanischen Verluste noch vergrößert.

Die demokratischen Kandidaten überzeugten dabei auch durch persönliche Stärke: Neben Tellerico wurden Redner wie Elissa Slotkin aus Michigan und Jon Ossoff aus Georgia als neue Gesichter einer lebendigen Oppositionspartei wahrgenommen.

Republikaner in der Identitätskrise: Vance, DeSantis, Haley

Bereits einen Tag nach der Wahl begannen prominente Republikaner, öffentlich Distanz zu Trump zu markieren. JD Vance, Vizepräsident und enger Trump-Vertrauter, listete in einer langen Erklärung auf der Plattform X vier Gründe für die Niederlage auf:

  • Der Krieg mit dem Iran, den er nach eigenen Angaben stets abgelehnt hatte
  • Zu wenig Fokus auf Inflation und Lebenshaltungskosten
  • Unzureichende Umsetzung der „America First”-Agenda
  • Die Notwendigkeit, die Beziehung zu Israel neu zu gestalten

Ron DeSantis, ehemaliger Gouverneur von Florida und früherer Präsidentschaftsbewerber, bezeichnete die Niederlage sogar als „existenzielle Bedrohung” für die Partei. Und Nikki Haley, einst UN-Botschafterin unter Trump, meldete sich ebenfalls zu Wort: Die Republikaner hätten nicht auf die Bevölkerung gehört, sondern nur auf Washington – ein im konservativen Lager hochbrisanter Vorwurf, der indirekt auf Trump und sein Umfeld zielt.

Haley gilt als mögliche Kandidatin für 2028 und positioniert sich als Vertreterin eines gemäßigteren, traditionellen Republikanismus. Allerdings ist fraglich, ob sie die aufgewühlte MAGA-Basis ansprechen kann, die primär Trump – nicht der Partei – loyal ist.

Trump als „wütende Ente” – und die nächsten zwei Jahre

Das klassische Bild der „Lame Duck” – eines Präsidenten, der nach Midterm-Verlusten politisch handlungsunfähig wird – passt kaum zu Trump. Beobachter sprechen bereits von der „Angry Duck”: einem Präsidenten, der trotz geschwächter Machtbasis unkontrolliert agiert.

Zwar hat Trump öffentlich Kooperationsbereitschaft mit den Demokraten signalisiert, doch auf Truth Social postete er ein rotes Baseball-Cap mit der Aufschrift „Veto” – ein Zeichen, wie er seine verbleibende Machtressource einzusetzen gedenkt. Die Demokraten können mit ihrer Kongressmehrheit Gesetze beschließen, doch ohne eine Zweidrittelmehrheit im Senat ist ein Veto-Überstimmung kaum möglich.

Personelle Konsequenzen sind wahrscheinlich: Verteidigungsminister Pete Hegseth gilt als mögliches Bauernopfer, auch Stabschefin Susie Wiles wird in Washington als Abgangskandidat gehandelt. Zudem kursieren Berichte, das noch amtierende Repräsentantenhaus könnte bereits in der Übergangsphase ein Impeachment-Verfahren gegen Hegseth einleiten.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trump mit einer „Angry Duck”-Strategie seine Partei weiter lähmt – oder ob die aufkeimende innerparteiliche Opposition die Republikanische Partei zu einer echten Neuausrichtung zwingt. Für die Demokraten wiederum beginnt jetzt die schwierige Aufgabe, ihre heterogene Koalition zusammenzuhalten und bis 2028 gestalterische Erfolge vorzuweisen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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