DAX unter Druck: Bayer, Lufthansa und TeamViewer im Check
Bayer hebt Prognose an, TeamViewer bricht ein, Lufthansa warnt erneut: Die DAX-Quartalszahlen vom Dienstag im kompakten Überblick mit Chartanalyse.
Dieses Video wurde am 03.11.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die DAX-Quartalszahlen vom Dienstag sorgten für ein gemischtes Bild an der Frankfurter Börse. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, steigende Ölpreise und die Unsicherheit vor den US-Zwischenwahlen drückten den Leitindex um rund ein Prozent auf etwa 25.715 Punkte. Während Bayer als klarer Gewinner aus dem Berichtstag hervorging, enttäuschten TeamViewer und Fresenius Medical Care mit Prognosekürzungen. Lufthansa und Zalando lieferten ebenfalls schwache Signale.
DAX gibt nach – Marktlage bleibt dennoch intakt
Der Rücksetzer am Dienstag überraschte Marktbeobachter kaum. Ausschlaggebend waren drei Faktoren: die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, schwache Vorgaben vom Nasdaq sowie die bevorstehenden US-Midterms, bei denen Republikaner rund um Donald Trump sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat verlieren könnten.
Trotz des Minus notierte der DAX weiterhin oberhalb der 50-Tage-Linie, die zuletzt zurückerobert worden war. Im langfristigen Chartbild bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Ein neues Rekordhoch in den kommenden Wochen gilt als möglich – vorausgesetzt, US-Börsen, Ölpreise und die laufende Berichtssaison liefern entsprechende Impulse.
Bayer: Prognoseerhöhung beflügelt die Aktie
Bayer war der klare Spitzenreiter im DAX. Der Konzern hob seine Jahresprognose an und erwartet nun ein währungsbereinigtes EBITDA von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro – rund 200 Millionen Euro mehr als bisher prognostiziert. Auch bei den Nettoschulden zeigt sich Optimismus: Statt zuvor angekündigter Werte rechnet Bayer nun nur noch mit 28 bis 29 Milliarden Euro.
Treiber der positiven Entwicklung ist das starke Pharmageschäft. Im dritten Quartal legte die Pharmasparte beim EBITDA um fast 25 Prozent zu, auf Konzernebene waren es knapp 7 Prozent. Die Aktie stieg im frühen Handel um mehr als 5 Prozent und nahm damit das 52-Wochen-Hoch vom Juli ins Visier. Entspannung bei der Glyphosat-Thematik könnte den Weg sogar über die Marke von 55 Euro freimachen.
Evonik, Fresenius Medical Care und Lufthansa enttäuschen
Evonik präsentierte solide Zahlen und hob den Ausblick leicht an – rechnet nun damit, beim bereinigten EBITDA in der oberen Hälfte der Zielspanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro zu landen. Im Fokus bleibt jedoch die laufende Übernahmediskussion mit BASF, das zuletzt ein Angebot von rund 24 Euro je Aktie unterbreitet haben soll. Da Evonik aktuell deutlich darunter notiert, könnten weitere Offerten folgen.
Fresenius Medical Care dagegen musste die Prognose kürzen. Höhere Personalkosten, eine Neuausrichtung im Chinageschäft und regulatorische Effekte ließen den Nettogewinn im dritten Quartal um 40 Prozent einbrechen. Der bereinigte Rückgang betrug währungsbereinigt 6 Prozent. Die Aktie geriet unter Druck; ein Unterschreiten der 50-Tage-Linie bei rund 39,50 Euro drohte. Ein Einstieg drängt sich hier vorerst nicht auf.
Auch Lufthansa schwächelte: Im dritten Quartal musste die Airline rund 500 Millionen Euro mehr für Kerosin ausgeben als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr werden Mehrkosten von bis zu 2 Milliarden Euro erwartet. Das bereinigte EBIT-Ziel wurde auf 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro gesenkt – nach zuvor bis zu 2,2 Milliarden Euro. Charttechnisch gelang zwar der Sprung über die 50-Tage-Linie, ein nachhaltiges Kaufsignal ist das aber noch nicht.
TeamViewer bricht ein – Zalando im Minus
TeamViewer sorgte für den größten Kurseinbruch des Tages. Der Softwareanbieter senkte seine Umsatzprognose für 2026 und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Rückgang von 1 bis 2 Prozent – zuvor hatte man ein Plus von bis zu 3 Prozent in Aussicht gestellt. Als Gründe nannte das Unternehmen Verzögerungen bei Vertragsabschlüssen, wirtschaftliche Unsicherheit sowie ein schwächeres viertes Quartal. Die Aktie verlor zeitweise mehr als 18 Prozent.
Zalando meldete für das dritte Quartal zwar ein Umsatzplus von 5 Prozent und ein EBIT-Wachstum von fast 11 Prozent, konnte damit aber nicht überzeugen. Neu vorgestellt wurde ein KI-Agent, der Einkäufe auch in externen Shops ermöglichen soll. Die Jahresprognose wurde bestätigt, allerdings erwartet man beim Umsatz ein Ergebnis in der unteren Hälfte der eigenen Spanne. Die Aktie gab rund 3 Prozent nach.
- Bayer: Prognose erhöht, Aktie +5 %, Pharmasparte wächst um 25 %
- TeamViewer: Umsatzprognose gesenkt, Aktie -18 %
- Fresenius Medical Care: Nettogewinn -40 %, Prognose gekappt
- Lufthansa: Kerosinkosten belasten, EBIT-Ziel reduziert
- Zalando: Solide Quartalszahlen, Jahresprognose nur untere Hälfte
Der Blick richtet sich nun auf die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen sowie auf die Quartalszahlen von Pfizer und AMD. Die Midterm-Ergebnisse dürften erst in der Nacht vorliegen und könnten die Börsenstimmung am Mittwoch maßgeblich beeinflussen. Solange der DAX oberhalb seiner charttechnischen Schlüsselmarken notiert, bleibt das übergeordnete Bild jedoch konstruktiv.
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