Pfizer-Geschichte: Vom deutschen Auswanderer zum Weltkonzern

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Dieses Video wurde am 04.04.2026 von WirtschaftsWoche auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Pfizer Geschichte ist die Geschichte eines deutschen Auswanderers, der mit einer cleveren Produktidee und einem geliehenen Startkapital ein globales Pharmaimperium begründete. Karl Christian Friedrich Pfizer, 1824 in Ludwigsburg geboren, wanderte 1848 in die USA aus, nannte sich fortan Charles Pfizer und gründete gemeinsam mit seinem Cousin Karl Erhard 1849 eine kleine chemische Fabrik in Brooklyn. Heute beschäftigt der Konzern mehr als 80.000 Menschen weltweit und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 60 Milliarden US-Dollar.

Süßes Santonin: Der erste Verkaufsschlager von Pfizer

Die Gründungsidee des Unternehmens war so simpel wie genial. Ein weit verbreitetes Problem im Amerika des 19. Jahrhunderts war der Wurmbefall beim Menschen – mangelnde Kühlung von Lebensmitteln wie Fleisch und Kartoffeln machte Parasiteninfektionen alltäglich. Das einzig verfügbare Gegenmittel, Santonin, wirkte zwar verlässlich, schmeckte jedoch so bitter, dass viele Patienten die Einnahme verweigerten.

Hier kam die besondere Partnerschaft der beiden Gründer zum Tragen: Während Pfizer chemische Kenntnisse aus einer Apothekerlehre mitbrachte, war Erhard gelernter Konditor. Gemeinsam überzogen sie das bittere Santonin mit einer süßen Hülle, die nach Mandeln und Karamell schmeckte. Aus einem ungenießbaren Heilmittel wurde ein begehrtes Produkt – der erste echte Markterfolg des Unternehmens.

Es blieb nicht bei diesem einen Produkt. Pfizer erweiterte sein Sortiment um Borax, Kampfer, Jod und später Vitaminpräparate. Die Rohstoffe bezog er aus aller Welt, darunter auch aus seiner württembergischen Heimat, in die er regelmäßig zurückreiste.

Bürgerkrieg und Penicillin: Wachstum in Krisenzeiten

Zwei historische Konflikte erwiesen sich als entscheidende Wachstumsmotoren für Pfizer. Während des amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) lieferte das Unternehmen dringend benötigte Arzneimittel an die Nordstaaten-Armee:

  • Weinsäure zur Kühlung von Wunden
  • Jod zur Desinfektion
  • Morphium und Chloroform zur Schmerzbehandlung
  • Kampfer und Antimittel gegen Infektionen

Die Umsätze verdoppelten sich, 150 neue Mitarbeiter wurden eingestellt. 1868 zog das Unternehmen in neue Büros in Manhattan, wo es fast ein Jahrhundert lang blieb.

Ein ähnliches Muster wiederholte sich im Zweiten Weltkrieg. Als die Forscher Howard Florey und Ernst Chain die Massenproduktion von Penicillin ermöglichten, fuhr Pfizer seine Kapazitäten entschlossen hoch. Das Pfizer-Penicillin zeichnete sich durch besondere Ergiebigkeit und Transportfähigkeit aus und versorgte die alliierten Streitkräfte mit dem lebensrettenden Antibiotikum.

Viagra, Nigeria-Skandal und der Weg zur Weltmarke

In den folgenden Jahrzehnten wuchs Pfizer durch Expansion, Übernahmen und bahnbrechende Produkte. 1880 wurde das Unternehmen zum führenden Zitronensäurehersteller der USA – ein Massenprodukt für Lebensmittel und Softdrinks wie Cola. 1876 erhielt Pfizer auf der Weltausstellung in Philadelphia eine Auszeichnung für Qualität und Exzellenz; 1878 war das Unternehmen als erstes Industrieunternehmen überhaupt mit einem Telefon ausgestattet.

1998 sorgte Viagra (Wirkstoff: Sildenafil) für einen Hype wie kaum ein anderes Medikament zuvor. Ursprünglich zur Behandlung von Herzproblemen und Bluthochdruck entwickelt, fiel den Forschern eine überraschende Nebenwirkung auf. Pfizer erkannte das Potenzial und vermarktete das Mittel massenwirksam – mit prominenten Werbegesichtern wie Fußballlegende Pelé.

Gleichzeitig überschattete ein schwerer Skandal das Unternehmensimage. 1996 in Kano, Nigeria, testete Pfizer während einer verheerenden Meningitis-Epidemie das noch nicht zugelassene Antibiotikum Trovan an Kindern – ohne ausreichende Genehmigungen und informierte Einwilligung, wie Kritiker vorwarfen. Elf Kinder starben. 2009 einigte sich Pfizer mit der Stadt Kano auf einen Vergleich von bis zu 75 Millionen US-Dollar, von denen rund 35 Millionen in einen Entschädigungsfonds flossen.

BioNTech-Impfstoff: Pfizer in der Pandemie

Den vorläufigen Höhepunkt der Unternehmensgeschichte markierte die Zusammenarbeit mit dem Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech. Am 8. November 2020 erfuhren BioNTech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci vom Pfizer-CEO Albert Bourla, dass ihr gemeinsam entwickelter Corona-Impfstoff in klinischen Tests hervorragend gewirkt hatte. Bourlas Worte – „Es funktioniert fantastisch” – lösten in Mainz ebenso wie in der New Yorker Pfizer-Zentrale Jubel aus.

Zu den Spitzenzeiten der Pandemie erzielte Pfizer einen Jahresumsatz von rund 100 Milliarden US-Dollar. Inzwischen ist der Corona-Boom abgeflaut, der Konzern liegt wieder bei etwa 60 Milliarden. Was bleibt, ist eine über 175 Jahre gewachsene Unternehmensgeschichte: angefangen bei zwei deutschen Auswanderern mit einem süß überzogenen Entwurmungsmittel, weitergeführt durch Penicillin und Viagra, bis hin zum Impfstoff gegen eine globale Pandemie.

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