Politiker auf Social Media: Was kommt nach Söder?

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Dieses Video wurde am 07.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Mit dem Ende von Markus Söders kultigem Food-Content auf Instagram klafft eine unerwartete Lücke in der politischen Social-Media-Landschaft Deutschlands. Beim OMR-Festival in Hamburg diskutierte Moderator und Kolumnist Micky Beisenherz gemeinsam mit dem Podcast-Team von Hyped darüber, wie Politiker auf Social Media künftig Aufmerksamkeit gewinnen können – und welche gesellschaftlichen Trends die Plattformen 2026 prägen werden.

Das Ende von Söder ist: Eine Lücke, die gefüllt werden will

Markus Söder begründete seinen Rückzug vom Essens-Content auf Instagram mit dem Ernst der weltpolitischen Lage – unter anderem mit der Blockade der Straße von Hormus. Beisenherz kommentierte das trocken: Dabei habe es die geopolitischen Spannungen schon längst vorher gegeben.

Die entscheidende Frage lautet nun: Wer füllt die Lücke? Als wahrscheinlichste Kandidatin gilt laut Beisenherz Ricarda Lang, die gleich mehrere Hashtags für sich beanspruchen könnte. Auch Lars Klingbeil sorgte mit seinen Gym-Videos für Aufsehen – weit entfernt von klassischer Politikvermittlung, aber aufmerksamkeitsstark.

Eine weitere These: Die FDP könnte die gastronomische Flanke übernehmen, die Söder offengelassen hat – und die gesamte kulinarische Palette abfotografieren. Ernsthaftere Alternativen wären etwa WhatsApp Broadcast Channels, über die Politiker morgens und abends kurze Sprachnachrichten verschicken und so authentische Einblicke in ihren Alltag geben.

Social Media gelingt Politikern nur aus der Opposition

Beisenherz formuliert eine klare These: Ein erfolgreicher TikTok-Account funktioniert für Politiker fast ausschließlich aus der Opposition heraus. Wer Regierungsverantwortung trägt, hat Zahlen, Daten und Fakten gegen sich – und findet sofort Gegenwind, etwa von AfD-Accounts, die Inhalte berechtigt oder unberechtigt kontern.

  • Julia Klöckner auf TikTok gilt als Positivbeispiel – allerdings mit einem großen, steuerfinanzierten Social-Media-Apparat im Rücken.
  • Söder war dagegen vergleichsweise unabhängig und produzierte Content ohne aufwendige Redaktion.
  • Politiker in Regierungsverantwortung kämpfen strukturell gegen den Algorithmus – die Realität arbeitet gegen sie.
  • Klassenräume als Kulisse empfiehlt Beisenherz CDU-Politikern grundsätzlich zu meiden – zu oft führten solche Auftritte zu ungewollten Schlagzeilen.

Das Beispiel eines CDU-Politikers, der in einer Schule im Sauerland über außenpolitische Demütigungen der USA sprach und dessen Aussagen zwei Tage später internationale Wellen schlugen, zeigt: Die Übertragungsgeschwindigkeit von Social Media überfordert viele Akteure nach wie vor.

Der neue Trend: Die Performative Female

Neben dem Politikdiskurs widmete sich Beisenherz einem neuen gesellschaftlichen Phänomen: der sogenannten Performative Female. Nachdem der Performative Male – der sich öffentlichkeitswirksam sensibel und feministisch gab – seinen Zenit überschritten hat, zeichnet sich eine Gegenbewegung ab.

Das Bild der Performative Female: Eine junge Frau mit Kabelkopfhörern, Gameboy und einem Exemplar von Der Fremde von Albert Camus in der Hand. Sie inszeniert Empathie, bricht mit der im aktuellen Social-Media-Diskurs verbreiteten weiblichen Wut-Ästhetik und positioniert sich als Vermittlerin zwischen den Geschlechtern.

Beisenherz sieht darin eine Neuauflage des sogenannten Pick-me Girl-Musters – und warnt: Dieser Typus habe schnell einen kritischen Feuilleton-Essay an den Hacken. Die Kabelkopfhörer als Accessoire deutet er dabei nicht als Rückkehr zu alten Rollenbildern, sondern als Sehnsucht nach den 2000er-Jahren – einer Zeit, die rückblickend als vergleichsweise hoffnungsvoll verklärt wird.

Popkultur ohne genuine Innovation: Das Sampling-Zeitalter

Das Gespräch mündete in eine grundsätzliche Kulturdiagnose. Seit Beginn der 2000er-Jahre, so Beisenherz, habe keine Dekade mehr wirklich etwas Neues in Mode, Musik, Architektur oder Design hervorgebracht. Alles sei Sampling und Remix – oft gut, aber selten genuin neu.

Die 1970er-Jahre gelten ihm als kultureller Höhepunkt: Musik, Mode, Architektur und Design hätten damals ihren absoluten Peak erreicht. Lediglich digitale soziale Netzwerke und Künstliche Intelligenz seien als echte Innovationen der Gegenwart anzuerkennen.

Einziger Lichtblick: Die zunehmende Sichtbarkeit weiblicher und kulturell vielfältiger Perspektiven in der Literatur. Bücher von Frauen würden heute nicht mehr reflexartig ins Regal „Frauenliteratur” eingeordnet – ein echter Fortschritt gegenüber den 1990er-Jahren, den Beisenherz ausdrücklich begrüßt.

Die Debatte um Politiker auf Social Media, neue Geschlechterrollen-Performances und kulturelle Rückwärtssehnsucht zeigt: Der Algorithmus formt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch gesellschaftliche Selbstbilder – und wer in diesem Spiel mitspielen will, braucht mehr als gutes Timing beim Bratwurst-Foto.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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