Dieses Video wurde am 08.05.2026 von phoenix auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Jahr nach Antritt der schwarz-roten Bundesregierung hat der Deutsche Bundestag in einer Aktuellen Stunde die Energiepolitik der Bundesregierung kontrovers debattiert. Auf Antrag der Grünen-Fraktion standen dabei die Themen Versorgungssicherheit, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie das geplante Gebäude-Modernisierungsgesetz im Mittelpunkt. Wirtschafts- und Energieministerin Katharina Reiche verfolgte die Debatte persönlich im Plenum. Die Auseinandersetzung offenbarte tiefe Gräben zwischen den Fraktionen über den richtigen Kurs der deutschen Energiewende.
Grüne kritisieren fossiles Rollback und Heizungsgesetz
Den Auftakt der Debatte machte Michael Kellner (Grüne), der der Ministerin vorwarf, den Ausbau von Wind- und Solarenergie zu bremsen und zu stark auf Gas zu setzen. Kellner sprach von einem „fossilen Rollback” und kritisierte insbesondere das geplante Gebäude-Modernisierungsgesetz scharf: Das bestehende Verbot fossiler Heizungen ab 2045 solle demnach gestrichen werden – ein Schritt, der die deutschen Klimaziele nach seiner Einschätzung unerreichbar mache.
Kellner verwies auf rund 5 Millionen alte Ölheizungen und 15 Millionen alte Gasheizungen in Deutschland, die unter dem neuen Gesetz weiterhin mit fossilen Brennstoffen betrieben werden könnten. Er appellierte an die SPD, dem Gesetzentwurf im Kabinett nicht zuzustimmen.
Zudem mahnte Kellner den Ausbau von Batteriespeichern an. Angesichts einer Pipeline von 700 Gigawatt an geplanten Speicherprojekten in Deutschland reichten schon zehn Prozent davon aus, um das Problem negativer Strompreise an Spitzentagen zu lösen – ähnlich wie Kalifornien es binnen zwei Jahren vorgemacht habe.
Koalition verteidigt pragmatischen Kurs
Parlamentarischer Staatssekretär Stefan Ruhenhoff (CDU) wies die Kritik zurück und betonte, die Bundesregierung halte am 80-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien im Strommarkt bis 2030 fest. Gleichzeitig sei der Einsatz hocheffizienter Gaskraftwerke dort notwendig, wo die Versorgungssicherheit es erfordere. Er hob konkrete Entlastungsmaßnahmen hervor:
- Halbierung der Übertragungsnetzentgelte (6,5 Milliarden Euro pro Jahr)
- Abschaffung der Gasspeicherumlage
- Senkung der Stromsteuer für Gewerbe und Landwirtschaft auf das europäische Minimum
- Einführung eines Industriestrompreises nach erfolgreichen Verhandlungen mit der EU-Kommission
- Erweiterung der Strompreiskompensation um 20 neue Sektoren
Ruhenhoff kritisierte die Ampel-Vorgängerregierung, die trotz jahrelanger Ankündigungen keinen Industriestrompreis durchgesetzt habe. Für dieses Jahr plant die Regierung die Ausschreibung von 12 Gigawatt neuer steuerbarer Kraftwerkskapazitäten.
SPD betont Planungssicherheit und Speicherbedarf
Die SPD-Abgeordneten verteidigten den Koalitionskurs als pragmatisch und sozial ausgewogen. Helmut Klebank nannte als Meilensteine des ersten Regierungsjahres das Geothermiebeschleunigungsgesetz, die Einführung von Energy Sharing sowie das Kohlendioxid-Speicherungsgesetz. Der Netzausbau sei das „Rückgrat der Energiewende”, weshalb ein umfassendes Netzpaket kurz vor dem Abschluss stehe.
Beim Heizungsgesetz räumte ein SPD-Redner ein, dass die sogenannte „Biotreppe” im neuen Gebäude-Modernisierungsgesetz noch weiterer Beratung bedürfe. Wichtig sei, die heimische Wärmepumpenproduktion zu fördern und den Mieterschutz zu gewährleisten. Gleichzeitig verteidigte die SPD das europäische Emissionshandelssystem (ETS) als unverzichtbares Instrument für die Transformation der Industrie.
Linke und AfD mit grundsätzlicher Kritik
Jörg Cäsar (Linke) warf der Bundesregierung eine „unaufrichtige Energiepolitik” vor. Er bezweifelte, dass Gaskraftwerke Versorgungssicherheit kostengünstiger sichern könnten als erneuerbare Energien: Strom aus neuen Gas-kraftwerken koste rund 30 Cent pro Kilowattstunde, Strom aus neuen Solar- und Windanlagen hingegen nur rund 11 Cent. Das geplante Netzpaket gefährde zudem bis zu 23 Gigawatt bereits genehmigter Windkraftanlagen im Norden Deutschlands.
Die AfD-Redner sprachen sich grundsätzlich gegen die Energiewende aus und forderten eine Rückkehr zur Kernenergie sowie den Abbau aller CO₂-bezogenen Regulierungen. Sie verwiesen auf hohe Strompreise, den Verlust von Industriearbeitsplätzen und negative Börsenpreise als Belege für das Scheitern der bisherigen Politik.
Unionsrednerin Saskia Ludwig mahnte marktwirtschaftliche Anreize an und kritisierte das bisherige Fördersystem für Photovoltaik, das Produktion auch dann belohne, wenn der Strom nicht ins Netz passt. Abschließend unterstrich Klaus Wiener (CDU), die Regierung wolle die Energieversorgung sicher, sauber und bezahlbar gestalten – ohne Deindustrialisierung. Die Debatte machte deutlich, dass die energiepolitischen Weichenstellungen der schwarz-roten Koalition – von der Kraftwerksstrategie über das EEG bis zum Heizungsgesetz – in den kommenden Monaten noch intensiv im Parlament diskutiert werden dürften.
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