Dieses Video wurde am 14.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Leichtathletik-EM in Birmingham hat Deutschland einen historischen Medaillentag beschert: zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze – und das in hochdramatischen Entscheidungen. Im Zehnkampf triumphierte Leo Neugebauer vor seinem Teamkameraden Niklas Kaul, während Gesa Krause im Hindernislauf das erste Gold des Tages sicherte. Ein Ergebnis, das die deutschen Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern klar übertraf.
Gesa Krause und das Gold im Hindernislauf
Gesa Krause holte sich die Goldmedaille über 3000 Meter Hindernis und krönte damit eine bemerkenswerte Karriere. Innerhalb von 14 Jahren sammelte die erfahrene Läuferin nun fünf EM-Medaillen – darunter bereits ihr drittes EM-Gold. Dass sie diese Leistung auch als Mutter erbringt, macht den Erfolg noch bemerkenswerter.
Bronze in derselben Disziplin ging an Olivia Gürt. Weniger Glück hatte Lea Meer, die am letzten Balken stürzte und als Vierte das Podium haarscharf verpasste – der einzige Wermutstropfen des deutschen Erfolgsabends.
Zehnkampf-Drama: Neugebauer nervenstark, Kaul mit Silber
Der spannendste Moment des Tages spielte sich im Zehnkampf ab. Leo Neugebauer war als klarer Favorit in den Wettkampf gegangen, geriet aber durch ein Missgeschick beim Stabhochsprung unter enormen Druck: Die falsche Höhe wurde aufgelegt, Neugebauer riss die korrekte Höhe dreimal – erst im vierten und letzten erlaubten Versuch meisterte er sie.
Am Ende rettete er einen Vorsprung von nur vier Sekunden im abschließenden 1500-Meter-Lauf ins Ziel. Niklas Kaul, Weltmeister von 2019, hatte nach dem Speerwerfen sogar noch auf Gold hoffen dürfen – letztlich reichte es zu einer starken Silbermedaille. Für Kaul gilt der zweite Platz dennoch als beeindruckende Rückkehr auf die internationale Bühne.
- Neugebauer meisterte die Stabhochsprung-Höhe erst im vierten Versuch
- Nur vier Sekunden trennten Gold und Silber im Zehnkampf
- Kaul war nach dem Speerwerfen noch in Schlagweite für den Sieg
- Beide Athleten galten als mental und körperlich außergewöhnlich stark
Bronze für Henrik Jansen – erste Diskus-Medaille seit 12 Jahren
Ebenfalls für Aufsehen sorgte Henrik Jansen im Diskuswerfen. Seine Bronzemedaille ist das erste EM-Edelmetall für Deutschland in dieser Disziplin seit 12 Jahren – eine Überraschung, die den Medaillenreigen des Tages abrundete. Beide Bronzemedaillen des Tages wurden als unerwartete Bonuserfolge gewertet.
Einzuordnen ist der Erfolg allerdings auch mit Blick auf das Teilnehmerfeld: Bei einer Europameisterschaft fehlen Topnationen wie die USA, was das Niveau im Vergleich zu Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen beeinflusst. Dennoch: Favoritenrollen müssen erst erfüllt werden – und das gelang dem deutschen Team an diesem Tag eindrucksvoll.
Ausblick: Weitere Medaillenchancen in Birmingham
Der Medaillenregen könnte weitergehen. Im Stabhochsprung zählt Julian Weber zu den Titelanwärtern. Weitspringerin Malaika Mihambo, in dieser Saison bereits über 7 Meter gesprungen, greift ebenfalls nach Gold. Über 3000 Meter Hindernis der Männer könnte Frederik Ruppert nach 28 Jahren als erster Deutscher siegen.
Auch im Schwimmen sind deutsche Hoffnungen berechtigt: Isabel Gose, Olympia-Dritte, sowie Angelina Köhler und Anna Elendt gelten als Podiumskandidatinnen. Dazu hat Sprinter Johannes Trefz nach bereits gewonnenem Gold weitere Chancen. Der Schwung des Medaillenabends dürfte dem Team noch einige Tage tragen.
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