Berlin-Wahl 2026: CDU-Chef Evers zeigt sich enttäuscht
Nach der Berlin-Wahl 2026 räumt CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers deutliche Verluste ein – und dankt gleichzeitig seinen Anhängern für den leidenschaftlichen Wahlkampf.
Dieses Video wurde am 20.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Berlin-Wahl 2026 hat der Berliner CDU einen spürbaren Dämpfer versetzt. Spitzenkandidat Stefan Evers trat am Wahlabend vor seine Anhänger und sprach von einem Abend mit „gemischten Gefühlen”. Die Partei verlor gegenüber dem starken Ergebnis von 2023 deutlich – ein Ergebnis, das Evers als demütigend bezeichnete, ohne dabei den Einsatz seiner Unterstützerinnen und Unterstützer kleinzureden.
„Ein wilder Ritt” – Evers zieht nüchterne Bilanz
Auf der Wahlparty der Berliner CDU wandte sich Stefan Evers mit ungewohnt nachdenklichen Worten an die Mitglieder und Helfer. „Ein wilder Ritt liegt hinter uns”, sagte er und beschrieb damit eine Wahlkampfzeit, die er als außergewöhnlich intensiv und belastend empfand – sowohl persönlich als auch für die gesamte Partei.
Evers machte keinen Hehl aus der Enttäuschung: „Wir haben heute deutlich verloren. Das ist kein Grund zur Freude.” Damit bezog er sich auf den deutlichen Rückstand gegenüber dem Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl 2023, bei der die CDU unter Kai Wegner ein außerordentlich starkes Resultat eingefahren hatte.
Trotz der Niederlage bemühte sich der CDU-Landeschef, die Leistung seiner Parteianhänger hervorzuheben. Das Ergebnis sei angesichts der schwierigen Ausgangslage noch „ganz ordentlich”, betonte er.
Gegen den Abwärtstrend: Was die CDU für sich reklamiert
Ein zentrales Argument in Evers’ Rede war, dass die Berliner CDU trotz eines strukturellen Abwärtstrends in der Wahlkampfphase noch Boden gutmachen konnte. „Wir haben vom ersten Tage an gegen allen Gegenwind zugelegt”, sagte er und sprach von einem gemeinsamen Kraftakt der gesamten Partei.
Dabei hob er besonders die Arbeit an der Basis hervor. Die Helferinnen und Helfer seien
- an Haustüren aktiv gewesen,
- auf Straßen und Plätzen für die Partei eingetreten,
- und hätten im persönlichen Umfeld – bei Freunden und Verwandten – Überzeugungsarbeit geleistet.
Diese Mobilisierung „von unten” habe, so Evers, Schlimmeres verhindert. Das finale Ergebnis wäre ohne diesen Einsatz deutlich schlechter ausgefallen, zeigte er sich überzeugt.
Dank an die Basis – trotz bitteren Ergebnisses
Trotz der niedergeschlagenen Stimmung im Saal fand Evers klare Dankesworte. Er anerkannte ausdrücklich, dass viele Parteianhänger sich ein besseres Ergebnis gewünscht hätten, und würdigte den persönlichen Einsatz jedes Einzelnen. „Das war keine Selbstverständlichkeit. Ich weiß, wie schwer das war”, sagte er sichtlich bewegt.
Sein Appell: Die Partei solle nicht nur auf das schauen, was nicht erreicht wurde, sondern auch auf das, was trotz widriger Umstände gelungen sei. Mit diesem Narrativ versuchte Evers, die Parteibasis zu stabilisieren und den Blick nach vorne zu richten.
Die Berliner CDU steht nun vor der Aufgabe, die Ursachen des Verlusts aufzuarbeiten und eine neue strategische Ausrichtung zu finden. Ob Evers selbst als Parteichef in dieser Rolle bleibt oder personelle Konsequenzen folgen, wird in den kommenden Tagen zu entscheiden sein. Das Wahlergebnis dürfte parteiintern eine intensive Debatte über Kurs und Führung auslösen.
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