Lufthansa: 1,5 Mrd. Euro Mehrkosten durch Kerosin
Steigende Ölpreise und der Irankonflikt treiben die Lufthansa Kerosinkosten 2026 um über 1,5 Milliarden Euro in die Höhe. Trotzdem hält der Konzern am Gewinnziel fest.
Dieses Video wurde am 04.10.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Lufthansa sieht sich im laufenden Jahr mit einer massiven finanziellen Zusatzbelastung konfrontiert: Konzernchef Carsten Spohr rechnet mit mehr als 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Kerosinkosten gegenüber der ursprünglichen Planung. Als Hauptursachen gelten die angespannte geopolitische Lage rund um den Irankonflikt sowie die anhaltend hohen Ölpreise auf dem Weltmarkt. Die endgültige Belastung könnte sogar noch deutlich über dieser Schätzung liegen.
Kerosinkosten auf Rekordniveau
Insgesamt hatte Europas größter Luftfahrtkonzern zuletzt Treibstoffkosten von rund 8,7 Milliarden Euro für das Jahr 2026 eingeplant. Die nun prognostizierten Mehrkosten von über 1,5 Milliarden Euro stellen einen erheblichen Aufschlag auf diesen ohnehin schon hohen Ausgabenposten dar.
Kerosin ist traditionell einer der größten Kostenfaktoren im Luftverkehr. Schwankungen beim Rohölpreis schlagen sich daher unmittelbar und mit erheblichem Gewicht in den Bilanzen der Airlines nieder. Für die Lufthansa, die täglich Tausende Flüge weltweit operiert, summieren sich selbst moderate Preisanstiege schnell zu Milliardenbeträgen.
Die aktuelle Lage ist dabei nicht allein auf marktübliche Preisbewegungen zurückzuführen. Der eskalierte Irankonflikt hat die Unsicherheit an den Energiemärkten zusätzlich verstärkt und die Ölpreise auf einem erhöhten Niveau gehalten.
Irankonflikt und Ölpreise als Haupttreiber
Die geopolitischen Spannungen rund um den Iran gehören zu den zentralen Faktoren für den jüngsten Anstieg der Energiepreise. Krisen in ölproduzierenden Regionen führen regelmäßig zu Versorgungsängsten auf den Märkten, was den Preis für ein Barrel Rohöl in die Höhe treibt.
Für Airlines ergeben sich daraus mehrere Herausforderungen:
- Steigende Einkaufspreise für Kerosin an Flughäfen weltweit
- Eingeschränkte Möglichkeiten zur kurzfristigen Kostensenkung durch langfristige Lieferverträge
- Volatilität bei Absicherungsgeschäften (Hedging), die Planungssicherheit erschwert
- Zusätzlicher Druck auf Margen in einem ohnehin wettbewerbsintensiven Markt
Lufthansa setzt wie viele große Fluggesellschaften auf Hedging-Strategien, um Preisrisiken abzufedern. Dennoch lassen sich externe Schocks dieser Größenordnung nicht vollständig neutralisieren.
Lufthansa reagiert mit höheren Ticketpreisen und Einsparungen
Um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise zu kompensieren, hat der Konzern ein Bündel an Gegenmaßnahmen eingeleitet. Dazu zählen in erster Linie höhere Ticketpreise, die einen Teil der Mehrbelastung an die Passagiere weitergeben. Ob und in welchem Umfang dies gelingt, hängt stark von der Preisbereitschaft der Reisenden und dem Wettbewerbsdruck durch andere Airlines ab.
Parallel dazu arbeitet Lufthansa an internen Einsparmaßnahmen, die weitere Kostensteigerungen abfedern sollen. Konkrete Details zu Umfang und Bereichen dieser Sparanstrengungen wurden bislang nicht öffentlich beziffert.
Trotz der erheblichen Zusatzbelastung hält der Konzern bislang an seinem operativen Gewinnziel für 2026 fest. Angestrebt wird ein bereinigter operativer Gewinn (EBIT) zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Dieses Ziel zu erreichen, dürfte angesichts der anhaltend hohen Energiepreise jedoch eine anspruchsvolle Aufgabe bleiben.
Ausblick: Gewinnziel unter Druck
Die Entwicklung der Kerosinkosten bleibt für Lufthansa und die gesamte Luftfahrtbranche das bestimmende Thema des Jahres 2026. Sollten die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau verharren oder gar weiter steigen, könnte die endgültige Belastung die bisherige Schätzung von 1,5 Milliarden Euro Mehrkosten noch übertreffen.
Entscheidend wird sein, ob sich die geopolitische Lage rund um den Iran entspannt und die Energiemärkte beruhigen. Zugleich beobachten Analysten, ob Lufthansa die Ticketpreiserhöhungen am Markt durchsetzen kann, ohne nennenswerte Nachfragerückgänge zu riskieren. Das Spannungsfeld zwischen Kostendruck und Kundennachfrage dürfte die strategischen Entscheidungen des Konzerns in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.
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