Monday, 5. October 2026
CDU

Bedrohungslage: CDU fordert Ende der Bedenkenträgerei

Mark Henrichmann (CDU) fordert angesichts der Bedrohungslage in Deutschland eine Geheimdienstrefom, mehr Kooperation mit der Wirtschaft und ein Ende der Bedenkenträgerei.

Redaktion · 5. October 2026, 08:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Bedrohungslage in Deutschland ist ernst – und die Sicherheitsbehörden stehen unter Reformdruck. Mark Henrichmann, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages und Mitglied der CDU, fordert einen grundlegenden Wandel im deutschen Umgang mit Sicherheitsrisiken. Anlass ist unter anderem eine öffentliche Anhörung der Chefs der drei deutschen Geheimdienste sowie ein Treffen der Innenminister, bei dem auch der Umgang mit der AfD in sicherheitsrelevanten Gremien diskutiert wird.

AfD und Geheimdienstinformationen: Kein Automatismus, aber klare Grenzen

Ein zentrales Thema der aktuellen Debatte ist die Frage, ob die AfD Zugang zu Geheimdienstinformationen erhalten sollte – vor allem mit Blick auf einen möglicherweise bevorstehenden AfD-Innenminister in Sachsen-Anhalt. Henrichmann betont, er mache keine „Lex AfD”, sieht aber klaren Handlungsbedarf: Bei Parteien, bei denen die Gefahr bestehe, dass sensible Informationen abfließen, müsse der Staat sehr genau hinschauen. Das gelte für politische Extreme generell – links wie rechts.

Im Parlamentarischen Kontrollgremium sind weder die AfD noch die Linkspartei vertreten – das sei bei einem geheim tagenden Gremium nachvollziehbar. In anderen Ausschüssen hingegen könne man dem Wahlrecht entsprechen, sofern die betreffenden Parteien parlamentarische Umgangsformen einhalten. Henrichmann verweist auf negative Erfahrungen mit dem früheren AfD-Abgeordneten Brandner, der den Rechtsausschuss nach Ansicht vieler Kollegen für Parteiagenda missbraucht habe.

Geheimdienst-Reform: Mehr Transparenz und erweiterte Befugnisse

Die öffentliche Anhörung der Geheimdienstchefs soll laut Henrichmann ein klares Bild der aktuellen Sicherheitslage vermitteln. Ziel sei es, die Bevölkerung mitzunehmen und zu erklären, warum eine umfassende Geheimdienstrefom notwendig ist. Gleichzeitig räumt er ein, dass eine wirklich offene Kommunikation schwierig bleibt – vieles dürfe schlicht nicht öffentlich gesagt werden.

Ein besonders diskutierter Aspekt der Reform betrifft erweiterte Überwachungsbefugnisse im Inland. Konkret steht im Raum, dass Nachrichtendienste unter strengen Voraussetzungen auch in Vertrauensverhältnisse – etwa Therapiegespräche – einblicken könnten. Henrichmann stellt klar:

  • Grundgesetzlich geschützte Rechte gelten weiterhin uneingeschränkt.
  • Eingriffe sind nur bei einer besonderen Bedrohung eines hochwertigen Rechtsguts zulässig.
  • Die Entscheidung liegt nicht bei den Diensten allein – ein unabhängiger Kontrollrat überwacht das Vorgehen.
  • Voraussetzung ist stets, dass eine berufliche Stellung aktiv zur Gefährdung ausgenutzt wird.

Drohnenabwehr und kritische Infrastruktur: Staat und Wirtschaft müssen kooperieren

Ein weiteres Kernthema ist der Schutz kritischer Infrastruktur vor Drohnenangriffen und Cyberattacken. Henrichmann plädiert dafür, private Unternehmen stärker in die Sicherheitsarchitektur einzubeziehen. Auf eigenem Betriebsgelände könnte er sich vorstellen, dass Firmen selbst Drohnenabwehr betreiben. Den Staat komplett zu entlasten sei dabei nicht das Ziel – vielmehr gehe es um das Teilen von Kompetenzen.

Als Vorbild dienen Erfahrungen aus der Ukraine: Die Technik entwickle sich rasant, weshalb zentrale Strukturen wie ein Drohnenabwehrzentrum gefragt seien, das Marktentwicklungen beobachtet, beschafft und berät. Dezentrale „Klein-Klein”-Lösungen seien nicht zukunftsfähig. Auch die Kostenfrage müsse realistisch beantwortet werden – vollständig kostenlos werde Sicherheit nicht zu haben sein, doch die Wirtschaft solle ihrerseits technologisches Know-how einbringen.

BND-Affäre und der Ruf nach einem Kulturwandel

Für Aufsehen sorgte zuletzt die Enthüllung, dass der BND-Vizepräsident jahrelang ein abhörbereites Mobiltelefon mit offen zugänglichen Kontaktdaten genutzt hatte. Für Henrichmann ist das ein Symptom eines tiefergehenden Problems: Deutschland sei in der Vergangenheit zu naiv und blauäugig mit sensiblen Informationen umgegangen. Wer auf Weltreisen Vorträge in China halte und sich dann über abgeflossene Daten wundere, habe schlicht die Hausaufgaben nicht gemacht.

Der CDU-Politiker schließt mit einem klaren Appell: Die notwendigen Reformen dürften nicht im Klein-Klein der Bedenkenträgerei zerredet werden. Deutschland müsse mit seinen europäischen Partnern gleichziehen – sicherheitspolitisch, technologisch und im Bewusstsein für reale Gefahren. Erst dann werde das Land wieder vollständig ernst genommen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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