Monday, 5. October 2026
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AfD bei 30 Prozent: CDU verliert Volkspartei-Status

Laut aktueller INSA-Umfrage liegt die AfD bei 30 Prozent – die CDU nur noch bei 18 %. Meinungsforscher Binkert erklärt, warum das den Volkspartei-Status gefährdet.

Redaktion · 5. October 2026, 14:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die AfD erreicht in der jüngsten INSA-Umfrage für die Bild am Sonntag einen neuen Höchstwert von 30 Prozent. Die CDU/CSU kommt lediglich auf 18 Prozent, die SPD auf 14 Prozent. INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert ordnet die Zahlen ein und kommt zu einem klaren Urteil: Sowohl Union als auch Sozialdemokraten haben ihren Status als Volksparteien verloren – und die AfD hat noch weiteres Wachstumspotenzial.

Unzufriedenheit mit der Bundesregierung als Haupttreiber

Der entscheidende Faktor hinter dem starken Abschneiden der AfD ist laut Binkert die tiefe Unzufriedenheit mit der amtierenden Bundesregierung. 80 Prozent der Deutschen sind demnach unzufrieden mit der Regierungsarbeit und mit der Performance des Bundeskanzlers.

Darüber hinaus nennt Binkert eine Reihe von Politikfeldern, bei denen die Bevölkerung nicht hinter dem Kurs der Regierung steht:

  • Migration: anhaltend hohe Skepsis gegenüber der Zuwanderungspolitik
  • Meinungsfreiheit: wachsendes Unbehagen über den öffentlichen Diskurs
  • Ukraine-Unterstützung: nur noch knapp jeder Fünfte befürwortet eine Ausweitung der Hilfe
  • Corona-Aufarbeitung: ungelöste Fragen aus der Pandemiepolitik

Diese Themenkombination sorge dafür, dass die AfD weit über ihr traditionelles Wählermilieu hinaus Zulauf bekomme.

Trendwende für CDU und SPD kaum noch möglich

Binkert äußert sich skeptisch, ob die Koalition aus CDU/CSU und SPD noch eine Trendwende einleiten kann. Entscheidend sei zunächst, die verbliebene Stammwählerschaft zu halten. Gelinge das nicht, sei „der Zug abgefahren”. Weitere Stimmverluste seien bei der Union so gut wie sicher, wenn keine überzeugenden Reformerfolge sichtbar werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz versuchte zuletzt von Kiew aus, die Koalitionsfraktionen auf einen gemeinsamen Kurs einzuschwören und betonte die Notwendigkeit eines starken Deutschlands für die Stabilität Europas. Binkert bezweifelt jedoch, dass diese Rhetorik bei der Bevölkerung verfängt – denn eine relative Mehrheit der Deutschen lehnt eine Ausweitung der Ukraine-Hilfe ab. Die Botschaft erreiche vor allem die eigene Fraktion, nicht die breite Öffentlichkeit.

CDU/CSU und SPD: Volkspartei-Status abgegeben

Binkert wird auf die historische Dimension der aktuellen Zahlen angesprochen und bestätigt: Eine Partei unter 20 Prozent, die zudem nicht mehr in allen Landesparlamenten vertreten ist, habe ihren Volkspartei-Status verloren.

Als Vergleichspunkt dient die Bundestagswahl vom 3. Oktober 1976, bei der CDU/CSU noch 48,6 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von über 90 Prozent erzielten. Gemessen an allen Wahlberechtigten hat die Union seither zwei Drittel ihrer Wählerschaft verloren – eine Entwicklung, die Binkert als „dramatisch” bezeichnet.

AfD-Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Auch bei der AfD sieht Binkert noch keine Obergrenze erreicht. Zusätzlich zu den 30 Prozent in der Sonntagsfrage gibt es laut INSA weitere 6 bis 7 Prozent an Wählern, die angeben, grundsätzlich auch die AfD wählen zu können.

Besonders relevant sei das Muster, das sich bei Landtagswahlen zeige: Wenn Wähler das Gefühl haben, einen echten Politikwechsel nur über die AfD durchsetzen zu können, stärkt das die Partei zusätzlich. Solange andere Parteien die AfD konsequent von Koalitionen ausschließen, könnte dieser Mechanismus den Zulauf weiter befeuern – denn viele Wähler wollten nicht nur ein Signal senden, sondern tatsächlich einen Regierungswechsel erzwingen.

Die aktuellen Umfragewerte deuten damit auf eine tiefgreifende Verschiebung im deutschen Parteiensystem hin, deren Ende noch nicht absehbar ist. Ob die etablierten Parteien die nötige argumentative Überzeugungskraft aufbringen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wird die entscheidende Frage der kommenden Monate sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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