Fundsachen-Auktion: Lohnt sich das Koffer-Ersteigern?
Bei der Fundsachen-Auktion in Berlin können verlorene Koffer vom Flughafen ersteigert werden. Was steckt drin – und lohnt sich das finanziell wirklich?
Dieses Video wurde am 11.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Verlorene Koffer vom Flughafen, unbekannter Inhalt, ein Gebot – und dann der große Moment der Wahrheit: Bei einer Fundsachen-Auktion im Berliner Auktionshaus Missrachi können Interessierte genau das erleben. Gepäckstücke, die am Flughafen Berlin nicht abgeholt wurden oder als verloren gemeldet sind, werden dort regelmäßig versteigert. Was sich nach einem Glücksspiel anhört, kann sich finanziell durchaus lohnen – und sorgt in jedem Fall für jede Menge Spannung.
Wie funktioniert die Fundsachen-Auktion in Berlin?
Das Auktionshaus Missrachi in Berlin versteigert in regelmäßigen Abständen Fundsachen vom Flughafen Berlin. Dazu gehören nicht abgeholte Koffer, Rucksäcke und Handtaschen, aber auch lose Kartons mit verschiedenem Inhalt. Die Bieter sehen das Gepäck von außen – was sich darin befindet, bleibt jedoch bis zur Öffnung ein Geheimnis.
Die Einstiegsgebote sind bewusst niedrig gehalten, um möglichst viele Interessenten anzusprechen. Einzelne Lots – also Auktionsposten – starten teils bereits bei 20 Euro. Wer geschickt bietet und ein wenig Glück mitbringt, kann mit vergleichsweise kleinem Einsatz ein überraschendes Ergebnis erzielen.
Typischerweise werden verschiedene Kategorien angeboten, darunter:
- Einzelne Reisekoffer unterschiedlicher Größe
- Kartons mit Handtaschen und Rucksäcken
- Pakete mit gemischtem Inhalt aus mehreren Fundsachen
- Einzelne Kleidungsstücke oder Accessoires
Der Koffer-Inhalt: Gebrauchtes, Markenware und eine Überraschung
Ein Selbstversuch mit zwei ersteigerten Koffern für zusammen 70 Euro zeigt, wie unterschiedlich der Inhalt ausfallen kann. Der erste Koffer enthielt gebrauchte, nicht frisch riechende Sportsachen, Kuscheltiere sowie Comics – vermutlich aus Skandinavien. Doch zwischen den unspektakulären Stücken steckte eine Jacke mit einem Preisschild von 2.900 – ob in Euro oder einer anderen Währung, blieb zunächst unklar. Allein dieses eine Stück hätte den Kaufpreis bereits mehr als gedeckt.
Der zweite, deutlich schwerere Koffer entpuppte sich als regelrechter Fundus: Markenbekleidung für Männer, frisch gewaschen und gut erhalten, dazu eine Sonnenbrille, ein schwarzer Rucksack sowie nagelneu wirkende Kindersandalen. Zahlreiche Mitbringsel und Kleidungsstücke deuteten darauf hin, dass der Besitzer zuvor in Rom gewesen war.
Unterm Strich lagen im Schnitt rund 35 Euro pro Koffer – ein Betrag, der sich nach einer ersten Sichtung des Inhalts klar als rentabel erwies. Selbst ein Weiterverkauf auf dem Flohmarkt hätte mehr eingebracht.
Lohnt sich die Teilnahme – und was sollte man beachten?
Der finanzielle Aspekt ist nur eine Seite der Medaille. Der Reiz einer solchen Auktion liegt ebenso im Erlebnisfaktor: das Kribbeln vor der Öffnung, das Staunen über unerwartete Inhalte, die kleinen Geschichten hinter den Gegenständen. Gleichzeitig sollten Interessierte einige praktische Punkte im Blick behalten:
- Handschuhe mitbringen – der Inhalt kann unhygienisch oder unangenehm riechend sein
- Kein Anspruch auf bestimmte Inhalte: Was drin ist, bleibt bis zur Öffnung unbekannt
- Einen realistischen Maximalpreis pro Lot festlegen, um nicht im Bietereifer zu viel auszugeben
- Transport einplanen: Koffer müssen selbst abtransportiert werden
Wer unerwünschte Stücke nicht behalten möchte, kann diese anschließend auf Flohmärkten oder Secondhand-Plattformen weiterverkaufen und so den Einsatz refinanzieren.
Fazit: Schnäppchen mit Überraschungsgarantie
Fundsachen-Auktionen wie die des Auktionshauses Missrachi in Berlin bieten eine ungewöhnliche Möglichkeit, günstig an Markenkleidung und Reiseaccessoires zu kommen – verbunden mit dem puren Überraschungsmoment. Der Selbstversuch zeigt: Mit etwas Glück und einem kühlen Kopf beim Bieten ist das Ergebnis nicht selten besser als erwartet. Das Konzept spricht sowohl Schnäppchenjäger als auch Abenteuerlustiger an, die den Alltag mit einer Portion Ungewissheit aufpeppen möchten. Ob sich der Besuch lohnt, hängt letztlich vom eigenen Anspruch ab – aber langweilig wird es garantiert nicht.
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