Ukraine-Krieg: Ex-Außenminister warnt Deutschland vor Putin
Der frühere ukrainische Außenminister Kuleba warnt: Putin plane einen größeren Konflikt mit Europa. Was Deutschland jetzt tun muss – und was bislang versäumt wurde.
Dieses Video wurde am 11.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der ehemalige ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba schlägt Alarm: Russland zeige keinerlei Anzeichen, seine Kriegswirtschaft zu drosseln – im Gegenteil. In einem Podcast-Gespräch mit WELT-Reporter Paul Ronzheimer warnt Kuleba, dass Wladimir Putin Europa bewusst auf einen größeren Konflikt vorbereite. Deutschland solle sich keinen Illusionen hingeben: Nicht die Ukraine wolle Europa in den Ukraine-Krieg hineinziehen – das werde Putin selbst tun.
Kuleba: Russland bereitet sich auf einen größeren Konflikt vor
Kuleba beschreibt eine besorgniserregende Entwicklung in Russland: Die Verteidigungsausgaben steigen kontinuierlich, und eine antieuropäische Hysterie werde im Land gezielt angeheizt. Beides interpretiert er als gezielte Vorbereitung auf eine Eskalation über die Ukraine hinaus.
„Das bedeutet ein Angriff auf ein NATO-Land”, so Kuleba unmissverständlich. Er räumt ein, dass viele ihn als „traumatisierten, voreingenommenen Ukrainer” abtun könnten. Doch seine Schlussfolgerung ist klar: Europa brauche keine Überredung – Putin selbst werde den Schritt in Richtung direkter Konfrontation machen, wenn er nicht gestoppt wird.
Die Warnung des Ex-Außenministers deckt sich mit Einschätzungen westlicher Geheimdienste, die Russland seit Langem als größte Sicherheitsbedrohung für Europa einstufen.
Sicherheitsexperte Lange: Keine Illusionen über Putins Ziele
Sicherheitsexperte Nico Lange, der aus Schweden zugeschaltet war, pflichtet Kuleba bei. Er betont, dass Putin keinerlei Interesse an einer friedlichen Entwicklung Russlands oder einem echten Kompromiss habe. Sein einziges Ziel sei es, den Krieg fortzuführen, Europa umzugestalten und die Ukraine zu unterwerfen.
Lange warnt zudem davor, dass Putin auch jenseits der militärischen Fortführung des Ukraine-Krieges neue Eskalationsschritte unternehmen könnte. Europa dürfe nicht länger nur reagieren, sondern müsse Putin selbst in die Defensive zwingen.
Zentrale Punkte aus Langes Analyse:
- Russland bleibt die größte Sicherheitsgefahr für Europa – bestätigt durch eigene und alliierte Nachrichtendienste.
- Die NATO-Übungen der vergangenen Wochen sind ein notwendiges, aber nicht hinreichendes Signal.
- Europa finanziert den Krieg indirekt mit: durch den Kauf von russischem LNG fließen weiterhin hohe Summen nach Moskau.
- Die bisherige Strategie – Ukraine gerade so stark genug zu unterstützen, dass sie nicht verliert – reiche nicht aus.
- Putin werde nicht von allein aufhören, und ein Eingreifen des US-Präsidenten sei ebenfalls unwahrscheinlich.
Was Putin wirklich stoppen könnte
Die entscheidende Frage lautet: Was kann Putin zum Umdenken bewegen? Für Lange liegt die Antwort im militärischen Erfolg der Ukraine. Nur wenn die Ukraine die Oberhand gewinne und Putin keine andere Wahl mehr habe, als den Krieg zu beenden, entstehe echter Druck auf den Kreml.
Das erfordere jedoch eine grundlegend andere Unterstützungsstrategie. Europa müsse die Ukraine so umfassend ausrüsten, dass sie militärisch in die Vorhand komme – und gleichzeitig Russlands Einnahmen austrocknen. Konkret bedeutet das: kein europäisches Geld mehr für russisches Flüssiggas.
Lange kritisiert die Doppelmoral offen: Während Europa sich über einzelne fragwürdige Deals empöre, überweise es gleichzeitig Milliarden für russisches LNG – und finanziere damit den Krieg gegen die Ukraine und letztlich gegen sich selbst mit.
Europa muss handeln – nicht nur reagieren
Beide Gesprächspartner sind sich einig: Die bisherige europäische Strategie des vorsichtigen Abwartens ist gescheitert. Wer Putin lediglich reaktiv begegnet, verliert die Initiative. Europa müsse endlich in die Offensive gehen – politisch, wirtschaftlich und durch entschlossene Unterstützung der Ukraine auf dem Schlachtfeld.
Die Debatte über das richtige Maß an Ukraine-Hilfe und die Abhängigkeit von russischen Energieträgern dürfte in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen – zumal die NATO-Partner und die neue US-Regierung unterschiedliche Signale senden. Kuleba und Langes Botschaft ist unmissverständlich: Wer jetzt zögert, riskiert morgen weit mehr.
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