Trumps Zollpolitik: Hoffnung für US-Schrimper
Wie Trumps Zollpolitik die Garnelenfischer an der US-Golfküste bewegt – ein Besuch in Mississippi zeigt, warum sie auf Importzölle hoffen.
Dieses Video wurde am 12.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
An der Golfküste von Mississippi kämpfen amerikanische Garnelenfischer seit Jahren ums Überleben. Billige Importe aus Asien und steigende Dieselpreise drücken die Margen, während die Zollpolitik von Präsident Donald Trump für viele Schrimper zur letzten Hoffnung geworden ist. Ein Besuch im Hafen von Pascagoula macht deutlich: Hier ist die Handelspolitik aus Washington kein abstraktes Thema, sondern harte wirtschaftliche Realität.
Zollpolitik zwischen Hoffnung und Verzweiflung
Die Stimmung unter den Fischern an der Golfküste ist gespalten – aber nicht auf die Art, wie man es aus den großen Städten kennt. Während viele Amerikaner Trumps Zölle ablehnen, sehnen sich die Schrimper geradezu danach. Ihr Feind sind nicht die Zölle, sondern die fehlenden.
Seit Jahren überschwemmen günstige Garnelen aus Südostasien den US-Markt. Die einheimischen Fischer können preislich kaum mithalten. Für sie ist jeder Importzoll, der diesen Wettbewerbsdruck abmildert, ein Stück wirtschaftlicher Gerechtigkeit – kein Protektionismus.
„In den letzten acht bis zehn Jahren wurde es immer schwieriger, Gewinn zu machen”, sagt David, dessen Familie seit Generationen im Garnelenfang tätig ist. „Und jetzt kommt noch der hohe Dieselpreis hinzu.”
Hohe Betriebskosten fressen Gewinne auf
Die wirtschaftliche Lage der Kutter-Betreiber ist angespannt. Ein einziger Fischtrawler verbraucht pro Tag rund 1.000 US-Dollar an Diesel – ein enormer Kostenfaktor, der die ohnehin schmalen Margen weiter drückt.
Die Betriebskosten setzen sich dabei aus mehreren Faktoren zusammen:
- Hohe Kraftstoffpreise durch gestiegene Dieselkosten
- Preisdruck durch günstige Importware aus Vietnam und anderen Ländern
- Fehlende staatliche Schutzmaßnahmen über viele Jahre hinweg
- Sinkende Erzeugerpreise trotz hoher Qualität der heimischen Ware
Davids Familie steht exemplarisch für viele Betriebe in Mississippi. Sein Großvater war einst demokratischer Senator im Bundesstaat – damals noch tief konservativ. Heute setzt die Familie auf Trump und hofft auf wirksame Importzölle, um das Geschäft zu stabilisieren.
Obama als Sündenbock, Trump als Retter
In der Erinnerung der Schrimper an der Golfküste hat die Misere unter Barack Obama begonnen. Damals seien mühsam erkämpfte Antidumping-Zölle auf importierte Garnelen wieder abgeschafft worden – ein Schritt, den viele Fischer bis heute als Verrat empfinden.
„Wir haben immer wieder für Zölle auf Dumping-Garnelen gekämpft. Obama aber hat sie einfach wieder einkassiert”, erklärt David. Für ihn und seine Kollegen ist Trump daher keine bloße Protestwahl, sondern eine konkrete wirtschaftspolitische Entscheidung.
Dabei sind die Fischer keineswegs fremdenfeindlich eingestellt. Die vietnamesischen Einwanderer, die ebenfalls an der Golfküste im Garnelenfang arbeiten, gelten unter den einheimischen Fischern als besonders erfahren und tüchtig. „Die Vietnamesen sind die besten Schrimper überhaupt”, sagt David anerkennend. Sein Kampf richte sich gegen unfairen Handel – nicht gegen Menschen.
Trumps Rückhalt in Mississippi bleibt stabil
Politische Kontroversen rund um Donald Trump – Kurswechsel in der Außenpolitik, internationale Krisen – spielen im Haferalltag von Pascagoula kaum eine Rolle. Was zählt, ist die wirtschaftliche Lage. Und solange Trump für Zölle eintritt, die das Geschäft der Schrimper schützen könnten, bleibt sein Rückhalt in der Region stabil.
„Er könnte Krebs heilen und die Menschen würden immer noch sagen, das sei nicht gut genug”, so David über die öffentliche Kritik am Präsidenten. In Mississippi sieht man das offenbar anders.
Die Lage der Garnelenfischer an der Golfküste steht sinnbildlich für eine breitere Debatte: Wem nützt Freihandel, wem schadet er? Solange diese Frage keine befriedigende Antwort findet, werden die Schrimper auf staatlichen Schutz durch Importzölle setzen – egal, wer im Weißen Haus sitzt. Ob Trumps Zollpolitik langfristig die erhoffte Wende bringt, bleibt abzuwarten.
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