Friday, 16. October 2026
Anthropic

Märkte am Morgen: KI-Angst drückt Asien

Neue KI-Angst belastet die Märkte: Asien bricht ein, SK Hynix unter Druck, TSMC glänzt mit Rekordquartal – alle wichtigen Meldungen im Überblick.

Redaktion · 15. October 2026, 08:17 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 15.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die KI-Angst ist zurück an den Märkten – und diesmal trifft es Asien besonders hart. Auslöser ist die Sorge, dass die massiven Investitionen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz nicht schnell genug rentabel werden könnten. Hinzu kommen unerwartet hohe US-Inflationsdaten, die die Spekulation befeuern, die US-Notenbank Federal Reserve könnte die Zinsen früher als erwartet erhöhen. Der DAX erwartet am Morgen ein moderates Minus von rund 0,3 %, während die Verluste in Asien deutlich drastischer ausfallen.

Asiatische Märkte brechen ein – Kospi verliert über 7 Prozent

Die asiatischen Börsen reagieren am Morgen mit starken Verlusten auf die Gemengelage aus Zinsfurcht und KI-Skepsis. Der japanische Nikkei gibt rund 5 Prozent nach, der Hang Seng verliert 1,2 Prozent, der Shanghai Composite knapp 1,7 Prozent. Am härtesten trifft es den südkoreanischen Kospi mit einem Minus von rund 7 Prozent.

Besonders unter Druck stehen Samsung und SK Hynix – beide Schwergewichte im Bereich KI-Speicherchips. Neben der allgemeinen Stimmung kursieren zudem unbestätigte Berichte über mögliche Verzögerungen bei HBM4-Anlagenlieferungen. Diese Gerüchte werden jedoch als eher sekundär eingestuft; der Haupttreiber der Verluste bleibt die übergeordnete Skepsis gegenüber dem KI-Sektor.

Auch in Deutschland leiden KI-nahe Werte: Siemens Energy, Infineon, Aixtron und SÜSS MicroTec notieren vorbörslich im Minus. Der US-Technologieindex Nasdaq hatte am Vortag bereits rund 1,9 Prozent verloren, der S&P 500 schloss 1,1 Prozent schwächer.

Anthropic: Börsengang im November und starke Quartalszahlen

Das KI-Unternehmen Anthropic könnte bereits im November an die Börse gehen. Im Vorfeld wurden institutionellen Investoren vorläufige Quartalszahlen präsentiert, die eine beeindruckende Wachstumsdynamik zeigen:

  • Q1-Umsatz: 4,7 Milliarden US-Dollar
  • Q2-Umsatz: 11,6 Milliarden US-Dollar (+147 % gegenüber Q1)
  • Q3-Umsatz: 16,8 Milliarden US-Dollar (+45 % gegenüber Q2)

Bemerkenswert ist, dass Anthropic nach eigenen Angaben die Profitabilitätsschwelle erreicht hat – die Einnahmen übersteigen die laufenden Leistungskosten. Das Umsatzwachstum verlangsamt sich prozentual, was bei einem Unternehmen dieser Größenordnung jedoch nicht ungewöhnlich ist. Ein möglicher Börsengang noch in diesem Jahr gilt als das mit Spannung erwartete Börsenereignis der Saison.

Netflix streicht 1.000 Stellen – Drägerwerk enttäuscht beim EBIT

Netflix baut konzernweit rund 1.000 von zuletzt 16.000 Stellen ab. Laut einem internen Schreiben der Unternehmensführung sind vor allem die Bereiche Produkt, Technologie, Recht und Personal betroffen. Als Grund nennt das Management das verlangsamte Wachstum sowie den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Die Jahresprognose für 2026 wird dennoch bestätigt; die Werbeerlöse sollen auf rund 3 Milliarden Dollar steigen – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die Netflix-Aktie bewegt sich weiter unterhalb ihrer 200-Tage-Linie.

Beim Medizintechnikunternehmen Drägerwerk zeigen vorläufige Q3-Zahlen eine deutliche operative Schwäche. Das EBIT fiel von 57 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 48 Millionen Euro – und darin sind bereits 20,1 Millionen Euro an Zollrückerstattungen als Einmaleffekt enthalten. Ohne diesen Sonderposten hätte das EBIT bei nur rund 28 Millionen Euro gelegen, die EBIT-Marge damit bei mageren 3,3 statt 5,6 Prozent. Der Umsatz stieg um 2,1 Prozent auf 851 Millionen Euro, der Auftragseingang um 8,2 Prozent auf 926 Millionen Euro. Die Jahresguidance wurde bestätigt, die Aktie reagiert vorbörslich dennoch mit einem Minus von rund 6 Prozent.

TSMC mit sechstem Rekordquartal – Douglas wechselt den Chef

Einen positiven Kontrapunkt setzt TSMC: Der weltgrößte Auftragschiphersteller meldet für das dritte Quartal ein Gewinnwachstum von 68,7 Prozent – das sechste Rekordquartal in Folge. Der Umsatz lag bei 1,49 Billionen Taiwan-Dollar und übertraf damit die Markterwartungen von 1,47 Billionen. Der Nettogewinn erreichte 763,1 Milliarden Taiwan-Dollar. Zusätzlich prüft TSMC neben den bereits angekündigten Investitionen in Arizona nun auch einen Standort in Texas.

Beim Parfümeriehändler Douglas gibt es einen Führungswechsel: Jean-Marc Gebhardt übernimmt zum 1. November den Vorstandsvorsitz von Sander van der Laan, der das Unternehmen verlässt. Angesichts zweier Prognosesenkungen und eines Rekordtiefs der Aktie im laufenden Jahr dürfte der neue Chef vor erheblichen Herausforderungen stehen. Der Abwärtstrend bei der Douglas-Aktie ist vorerst intakt.

Die Märkte befinden sich damit in einer klassischen Zwickmühle: Solide Unternehmensergebnisse wie jene von TSMC stehen gegen makroökonomische Risiken aus Zinspolitik und KI-Überbewertungssorgen. Wie sich das Sentiment entwickelt, wird maßgeblich vom weiteren Kurs der US-Notenbank und den kommenden Quartalsergebnissen großer Technologiekonzerne abhängen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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