DAX-Check: Aixtron, Nordex und Verbio im Fokus
DAX-Check vom 16. Oktober: Aixtron überrascht mit starkem Auftragseingang, Nordex hebt Prognose an – und Verbio profitiert von einem Analysten-Upgrade durch Jefferies.
Dieses Video wurde am 16.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX zeigte sich am Freitag, dem 16. Oktober, in freundlicher Verfassung und notierte bei rund 25.480 Punkten – ein Plus von knapp 100 Zählern. Damit nähert sich der deutsche Leitindex wieder dem alten Ausbruchsniveau von Ende Mai bei 25.500 Zählern. Sinkende Anleiherenditen und eine Stabilisierung bei den Technologiewerten stützen die Erholung. Im Fokus des heutigen DAX-Checks stehen Aixtron, Drägerwerk, Nordex, Scout24, Siemens Healthineers und Verbio.
Aixtron: Starker Auftragseingang dreht die Stimmung
Aixtron hatte am Donnerstag zunächst einen heftigen Kursverlust von rund 12,7 Prozent hinnehmen müssen. Am Abend sorgte die Veröffentlichung vorläufiger Quartalszahlen jedoch für eine deutliche Gegenbewegung. Der Auftragseingang übertraf die Konsenserwartungen von 214,6 Millionen Euro und verdoppelte sich gegenüber dem Vorquartal – ein klares Signal für die robuste Nachfrage nach Anlagen für Laseranwendungen in KI-Rechenzentren.
Besonders bemerkenswert: Die operative Marge stieg deutlich von 13 auf 31 Prozent. Der Kurs erholte sich von zwischenzeitlich unter 31 Euro auf rund 34,70 Euro und nähert sich wieder der 50-Tage-Linie. Anleger sollten sich auf erhöhte Volatilität einstellen – einzelne Meldungen von Chipherstellern wie Nvidia, AMD oder Intel können den Kurs rasch in beide Richtungen bewegen.
Drägerwerk und Siemens Healthineers: Medizintechnik wieder gefragt
Drägerwerk verbuchte am Donnerstag einen Kursverlust von über 17 Prozent, nachdem enttäuschende Quartalszahlen die hohen Erwartungen verfehlten. Die Aktie fiel unter die wichtige Unterstützungsmarke von 110 Euro und notiert nun knapp unterhalb der 100-Euro-Marke. Neue Impulse sind frühestens mit den Q4-Zahlen in etwa zwei Monaten zu erwarten. Angesichts des fallenden Messers empfiehlt sich zunächst Zurückhaltung.
Siemens Healthineers hingegen profitiert vom wiederbelebten Interesse am Medizintechniksektor. Treiber ist unter anderem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Diagnostik, bei der personalisierten Krebsbehandlung sowie in der Bildauswertung. Die Aktie hat die Marke von 40 Euro überwunden, das nächste Kursziel liegt bei rund 45 Euro.
Nordex und Scout24: Prognoseerhöhung und Immobilien-Momentum
Nordex überraschte ebenfalls am Donnerstagabend mit vorläufigen Zahlen und einer deutlich angehobenen Jahresprognose. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Neue EBIT-Marge-Prognose: 11,5 bis 12,5 Prozent (zuvor: 8 bis 11 Prozent)
- Quartalsumsatz deutlich gestiegen
- EBIT mehr als verdoppelt
- Freier Cashflow von 149 auf 379 Millionen Euro gestiegen
Die Aktie legte rund 5 Prozent auf knapp 39 Euro zu. Die 50-Tage-Linie wurde zurückerobert, der entscheidende Widerstandsbereich liegt bei 40 Euro. Gelingt der Ausbruch, sind die alten Hochs bei 50 Euro ein realistisches Ziel für das kommende Jahr.
Scout24 profitiert von sinkenden Renditen, die die Nachfrage nach Wohneigentum und damit den Zulauf auf Immobilienplattformen ankurbeln. Die Aktie hat die 50-Tage-Linie dynamisch zurückerobert und nähert sich dem massiven Widerstand bei 80 Euro. Gelingt der Ausbruch, ist weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden – zunächst sollte jedoch ein möglicher Rücksetzer in den Bereich 76 bis 77 Euro abgewartet werden.
Verbio: Analysten-Upgrade beflügelt den Kurs
Verbio war der auffälligste Gewinner im MDAX mit einem Plus von rund 5 bis 7 Prozent. Auslöser war ein Analysten-Upgrade durch die US-Investmentbank Jefferies, die das Kursziel auf 42 Euro anhob. Begründung: Die Biodieselmargen fallen deutlich höher aus als bislang erwartet, und nach Abschluss des laufenden Investitionsprogramms rückt die Monetarisierung der Raffinerie-Plattform stärker in den Vordergrund.
Technisch befindet sich Verbio jedoch weiterhin in einem übergeordneten Abwärtstrend. Die aktuelle Bewegung gilt als technische Gegenbewegung. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über den Widerstandsbereich bei rund 30 Euro würde ein belastbares Kaufsignal liefern. Bis dahin bleibt Zurückhaltung angebracht.
Insgesamt präsentiert sich der DAX zum Wochenschluss in versöhnlicher Stimmung. Ein Wochenschlusskurs oberhalb von 25.500 Punkten wäre ein technisches Kaufsignal und könnte die Basis für eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 25.800 und 26.000 Punkte in der kommenden Woche legen.
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