Goldpreis: Branche erwartet neue Rekordhöhen
Branchenkenner und Bergbaumanager rechnen damit, dass der Goldpreis in den nächsten 24 Monaten neue Höchststände erreicht. Was hinter der Prognose steckt.
Dieses Video wurde am 16.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Goldpreis könnte in den nächsten zwölf bis 24 Monaten neue Rekordhöhen erreichen – davon sind führende Investoren und Manager aus der Bergbaubranche überzeugt. Auf einem Event der Financial Times in London trafen sich Branchenkenner, um über die Aussichten des Edelmetalls zu diskutieren. Als zentrale Treiber gelten die weltweit wachsende Staatsverschuldung und die steigende Nachfrage von Zentralbanken. Aktuell notiert Gold bei knapp unter 4.200 US-Dollar je Feinunze – deutlich unterhalb des Rekordhochs vom Januar dieses Jahres.
Goldpreis seit Jahresanfang leicht im Minus
Trotz der optimistischen Langfristprognosen der Branche zeigt die kurzfristige Kursentwicklung ein gemischtes Bild. Seit Jahresanfang liegt der Goldpreis – je nach betrachtetem Referenzindex – leicht im Minus. Das Rekordhoch von über 5.500 US-Dollar je Feinunze, das im Januar markiert wurde, ist aktuell in weiter Ferne.
Die Korrektur überrascht viele Marktbeobachter, da die fundamentalen Argumente für Gold nach wie vor stark erscheinen. Branchenvertreter werten den Rückgang daher eher als temporäre Konsolidierung denn als strukturelle Trendwende.
Staatsverschuldung und Zentralbankkäufe als Kurstreiber
Ein zentrales Argument der Goldoptimisten ist die sich weltweit verschlechternde Lage der Staatsfinanzen. Besonders die ausufernde US-Staatsverschuldung wird als Warnsignal gewertet. Gold gilt in diesem Umfeld als klassische Absicherung gegen den Vertrauensverlust in Papierwährungen.
Noch gewichtiger ist derzeit jedoch die Nachfrage der Zentralbanken. Laut Financial Times tätigten Notenbanken weltweit im September ihre höchsten monatlichen Goldkäufe seit fast zwei Jahren. Die Motive dahinter sind vielfältig:
- Diversifizierung der Devisenreserven weg vom US-Dollar
- Absicherung gegen geopolitische Risiken und Sanktionen
- Schutz vor Inflation und Währungsabwertung
- Stärkung der nationalen Finanzstabilität
Auch Investmentbanken wie Goldman Sachs verweisen auf die strukturell steigende Zentralbanknachfrage als langfristigen Preisanker für das Edelmetall.
Wie viel Kurspotenzial steckt in den nächsten zwei Jahren?
Sollten die Prognosen der Branchenkenner aufgehen, wäre das Kurspotenzial erheblich. Vom aktuellen Niveau bei knapp unter 4.200 US-Dollar müsste der Goldpreis zunächst das Jahreshoch von über 5.500 US-Dollar zurückerobern – das entspräche einem Anstieg von mehr als 30 Prozent.
Ob und wann dieses Niveau wieder erreicht wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind vor allem die weitere Entwicklung der US-Geldpolitik, das globale Zinsumfeld sowie die Intensität der Zentralbanknachfrage. Sollten die Notenbanken ihre Kaufprogramme fortsetzen, könnte die Nachfrageseite den Preis nachhaltig stützen.
Hinzu kommt ein angebotsseitiger Aspekt: Die Goldförderung ist kapitalintensiv und langwierig. Neue Minenprojekte brauchen Jahre, bis sie in Produktion gehen. Das begrenzte Angebot könnte bei anhaltend hoher Nachfrage zusätzlichen Preisdruck nach oben erzeugen.
Einordnung: Optimismus mit Vorsichtsgeboten
Die bullishe Haltung der Bergbaubranche ist verständlich – schließlich profitiert sie direkt von steigenden Goldpreisen. Anleger sollten die Prognosen daher mit einem gewissen kritischen Abstand betrachten. Dennoch sprechen die makroökonomischen Rahmenbedingungen – wachsende Schulden, geopolitische Unsicherheiten und eine diversifizierungswillige Zentralbankgemeinschaft – tatsächlich für eine strukturell erhöhte Goldnachfrage.
Ob der Goldpreis in den nächsten 24 Monaten tatsächlich neue Rekordhöhen erreicht, bleibt offen. Die Grundlage für weiteres Kurspotenzial erscheint jedoch solider als in vielen vergangenen Boomphasen des Edelmetalls.
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