Berlin: SPD und Grüne wollen mit Linke koalieren
In Berlin wollen SPD und Grüne Koalitionsverhandlungen mit der Linken aufnehmen – trotz Warnungen aus der Bundespolitik und Kritik an Antisemitismus und Enteignungsplänen.
Dieses Video wurde am 20.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Berlin bahnt sich eine politisch weitreichende Koalition an: Nach der SPD haben nun auch die Berliner Grünen beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der Linken aufzunehmen. Der Schritt stößt auf erhebliche Kritik – nicht nur aus der Bundespartei, sondern auch aus Sicherheitskreisen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Die geplante Berliner Koalition mit der Linken wirft grundlegende Fragen über den künftigen politischen Kurs der Hauptstadt auf.
Bundespartei warnt – Landesverbände setzen sich durch
Sowohl bei den Grünen als auch bei der SPD setzten sich die Berliner Landesverbände gegen ausdrückliche Empfehlungen prominenter Bundespolitiker durch. Grünen-Chefin Franziska Brandner sowie Badens-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hatten eindringlich appelliert, keine Koalition mit der Linken einzugehen.
Ihre Bedenken richteten sich auf mehrere Streitpunkte:
- Antisemitismusproblem innerhalb der Linken und Kontakte zu kriminellen Milieus
- Pläne zur Vergesellschaftung von Wohnungsbauunternehmen
- Forderungen nach einem Wahlrecht für alle Ausländer nach fünf Jahren Aufenthalt – unabhängig vom Status
- Kritische Haltung gegenüber der Bundeswehr und Jugendoffizieren an Schulen
Trotz einzelner Gegenstimmen ist der Kurs innerhalb beider Berliner Parteien klar: Die Koalitionsverhandlungen sollen aufgenommen werden.
Sicherheitsbehörden schlagen Alarm
Besonders scharf fällt die Kritik aus dem Sicherheitsbereich aus. Experten warnen, dass eine Regierungsbeteiligung der Linken organisierter Kriminalität Tür und Tor öffnen könnte. Migrationsbedingte Problemlagen würden systematisch ausgeblendet, heißt es.
Beobachter verweisen auf Demonstrationen in Stadtteilen wie Neukölln, bei denen es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen sei. Beschrieben wird ein „blanker Hass” – auf westliche Werte, auf Frauen und insbesondere auf Juden. „Ich habe wirklich Angst, dass da etwas Schlimmes auf uns zukommt”, formuliert es eine Stimme aus dem pädagogischen Umfeld, die regelmäßig mit Kindern aus Migrantenfamilien arbeitet.
Kritisiert wird zudem die geplante Einschränkung der Jugendoffiziere an Berliner Schulen: Künftig sollen Vertreter der Bundeswehr nicht mehr per Landesvertrag auftreten dürfen, sondern nur noch auf individuelle Einladung von Lehrkräften. Für Kritiker ist das ein Zeichen dafür, dass die Linke die Bundeswehr nicht als demokratische Institution anerkenne.
Wohnungsmarkt: Enteignung auf Pump
Ein zentrales Wahlversprechen der Linken war die Vergesellschaftung von Wohnungsbauunternehmen. Finanziert werden soll dies durch Schulden. Die Folgen sind laut Branchenexperten bereits jetzt spürbar: Es gibt einen Risikozuschlag auf dem Berliner Immobilienmarkt, und mehrere Unternehmen haben angekündigt, in Berlin nicht mehr zu bauen.
„Die Verlierer stehen jetzt schon fest – nämlich diejenigen, die eine Mietwohnung in Berlin suchen”, fasst ein Wirtschaftsexperte die Lage zusammen. Statt Wohnraum zu schaffen, drohe die Politik des Misstrauens gegenüber privaten Investoren die Lage auf dem ohnehin angespannten Berliner Wohnungsmarkt weiter zu verschärfen.
Koalitionsverhandlungen: Noch ist nichts entschieden
Bislang handelt es sich um Sondierungsgespräche. Ob aus ihnen tatsächlich ein belastbarer Koalitionsvertrag wird, bleibt offen. Politische Beobachter spekulieren, ob SPD und Grünen in den kommenden Verhandlungswochen die Tragweite ihres Kurses bewusst wird.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die inhaltlichen Differenzen – von der inneren Sicherheit über die Wohnungspolitik bis hin zur Haltung gegenüber der Bundeswehr – überbrückbar sind oder ob das Bündnis noch vor einem formellen Abschluss scheitert. Für Berlin stehen dabei nicht nur koalitionspolitische, sondern auch gesellschaftliche Weichenstellungen auf dem Spiel.
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