BMW Abfindungspaket: Bis zu 650.000 € beim Jobabbau
BMW bietet Beschäftigten bis zu 650.000 € Abfindung beim freiwilligen Jobabbau. Alle Details zu Prämien, Austrittsterminen und dem Milliardensparziel bis 2028.
Dieses Video wurde am 20.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
BMW will bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen abbauen – und lockt Beschäftigte dafür mit einem der großzügigsten Abfindungspakete der deutschen Automobilbranche. Laut Konzernkreisen sollen in Einzelfällen bis zu 650.000 Euro für den freiwilligen Abgang geboten werden. Das Ziel dahinter ist klar: Ab 2028 soll das Programm jährlich eine Milliarde Euro an Einsparungen einbringen. Das enorme Interesse der Belegschaft zeigte sich bereits beim Programmstart, als das Mitarbeiterportal unter der Last der Anfragen stundenlang zusammenbrach.
Doppelte Freiwilligkeit als Grundprinzip
BMW setzt beim Stellenabbau auf das Prinzip der sogenannten doppelten Freiwilligkeit: Sowohl der Konzern als auch die betroffene Person müssen dem Ausscheiden zustimmen. Betriebsbedingte Kündigungen sind damit ausgeschlossen. Dieses Vorgehen soll den sozialen Frieden in der Belegschaft wahren und rechtliche Konflikte vermeiden.
Ein vertraulicher Mustervertrag, der dem Handelsblatt vorliegt, bestätigt diesen Ansatz und liefert weitere Details zur konkreten Ausgestaltung des Programms. Der Konzern setzt dabei auf klare Strukturen und zeitliche Anreize, um den Prozess zu beschleunigen.
Turboprämie und zwei Austrittstermine
Um den Abbau zügig voranzutreiben, hat BMW zwei feste Austrittstermine definiert:
- Ende März 2027
- Ende Oktober 2027
Wer früher ausscheidet, profitiert von einer sogenannten Turboprämie – einem finanziellen Aufschlag auf die reguläre Abfindungssumme. Damit will BMW den Druck aufrechterhalten und möglichst viele Abgänge auf den früheren Termin lenken.
Darüber hinaus können Beschäftigte wählen, auf welche Art sie ihre Abfindung erhalten möchten. Verschiedene Auszahlungsmodelle stehen zur Verfügung, was steuerliche Gestaltungsspielräume eröffnet.
BMW zahlt mehr als VW und Mercedes
Im Branchenvergleich positioniert sich BMW mit seinem Angebot an der Spitze. Bei Volkswagen erhielten Beschäftigte vor zwei Jahren in Einzelfällen rund 405.000 Euro, bei Mercedes-Benz im vergangenen Jahr bis zu rund einer halben Million Euro. BMW überbietet beide Konkurrenten damit in den Spitzenwerten deutlich.
Beschäftigte, die bis zum Programmende mindestens 55 Jahre alt sind, erhalten zusätzliche Vergünstigungen: Sie können bestimmte Privilegien der sogenannten BMW-Rentner in Anspruch nehmen – darunter etwa Mitarbeiterkonditionen beim Autokauf. Das macht das Paket besonders für ältere Jahrgänge attraktiv.
China-Einbruch als treibende Kraft
Hintergrund des massiven Sparprogramms ist vor allem die schwächelnde Nachfrage auf dem chinesischen Markt. Im dritten Quartal brachen die Auslieferungen in China um rund ein Viertel ein – ein empfindlicher Rückschlag für den Münchner Konzern, der traditionell stark von dem Markt abhängt.
Der Stellenabbau ist damit Teil einer umfassenderen Reaktion auf veränderte globale Marktbedingungen. Mit dem Abfindungsprogramm versucht BMW, die notwendige Restrukturierung sozialverträglich und ohne öffentliche Eskalation zu gestalten. Ob die angestrebte Zahl von 8.000 Abgängen allein über freiwillige Maßnahmen erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.
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