Trump warnt vor Frankreich-Szenario bei Demokraten-Sieg
Trump nutzt Frankreichs Unruhen als Wahlkampfargument in Kansas und warnt: Ein ähnliches Szenario drohe den USA bei einem Sieg der Demokraten.
Dieses Video wurde am 20.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat die aktuellen Unruhen in Frankreich für seinen innenpolitischen Wahlkampf instrumentalisiert. Bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Kansas warnte er eindringlich davor, dass ein Frankreich-Szenario auch den Vereinigten Staaten drohe, sollten die Demokraten bei den bevorstehenden Zwischenwahlen die Oberhand gewinnen. Die Aussagen fallen in eine politisch angespannte Phase, in der Trumps Beliebtheitswerte auf einem historischen Tiefstand liegen.
Trumps Warnung: Brennende Kirchtürme als politisches Symbol
Auf einer Wahlkampfveranstaltung am Montag zog Trump einen direkten Vergleich zwischen den sozialen Spannungen in Frankreich und der politischen Lage in den USA. Die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich, die teils in gewaltsamen Ausschreitungen mündeten, nutzte er als düstere Warnung an seine Wählerschaft.
„Wenn Sie brennende Kirchtürme und Feuer in Frankreich wüten sehen, denken Sie einfach daran, dass es das ist, was die radikalen Demokraten mit Amerika machen wollen”, sagte Trump vor seinen Anhängern. Mit dieser Rhetorik versucht er, Ängste vor gesellschaftlichem Zerfall zu schüren und die Wähler in Kansas zu mobilisieren.
Senatssitz in Kansas: Ein unerwartet enges Rennen
Konkreter Anlass der Veranstaltung war die Unterstützung für den republikanischen Senator Roger Marshall, dessen Wiederwahl im traditionell konservativen Bundesstaat Kansas als gefährdet gilt. Das ist politisch bemerkenswert: Trump hatte Kansas bei der Präsidentschaftswahl 2024 noch mit einem Vorsprung von 16 Prozentpunkten gewonnen.
Das nun enge Rennen gilt als Indikator für den Gegenwind, dem die Republikaner landesweit ausgesetzt sind. Die Partei kämpft darum, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses zu verteidigen:
- Knappe Mehrheit der Republikaner im Senat
- Knappe Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus
- Zwischenwahlen am 3. November als entscheidende Abstimmung
- Frustration der Wähler über den Irakkrieg und steigende Preise als Hauptkritikpunkte
Trumps Zustimmungswerte auf historischem Tiefstand
Der politische Kontext macht Trumps aggressiven Wahlkampfton erklärbar: Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage sind seine Zustimmungswerte auf einen Tiefstand von lediglich 31 Prozent gefallen. Dieser Wert setzt die Republikanische Partei erheblich unter Druck, gerade in Rennen, die eigentlich als sicher galten.
Als zentrale Gründe für die Unzufriedenheit der Wähler gelten neben dem Irakkrieg vor allem die steigenden Preise im Alltag – ein Problem, das die Bürger direkt trifft und das auch in Frankreich zu den Auslösern der Proteste zählte.
Ausblick: Zwischenwahlen als Stimmungstest für Trump
Die Zwischenwahlen am 3. November werden als erster großer Stimmungstest für Trumps zweite Amtszeit gewertet. Sollten die Republikaner ihre Mehrheiten verlieren, stünde die politische Handlungsfähigkeit des Präsidenten erheblich auf dem Spiel. Die Nervosität innerhalb der Partei ist spürbar – und Trumps Rückgriff auf apokalyptische Bilder aus Frankreich zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird. Ob derartige Warnszenarien die Wähler mobilisieren oder abschrecken, werden die Wahlergebnisse zeigen.
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