SpaceX Quartalszahlen beflügeln Tech-Aktien
SpaceX übertrifft mit 4,4 Mrd. Dollar Gewinn alle Erwartungen. Was die Zahlen für Tesla, Netflix, Boeing und Adidas bedeuten – der Marktüberblick.
Dieses Video wurde am 21.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die SpaceX Quartalszahlen haben am Mittwochmorgen für Erleichterung an den Märkten gesorgt. Der Konzern von Elon Musk meldete für das dritte Quartal einen Milliardengewinn und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Der DAX wird rund 0,4 % fester erwartet, während der Kospi in Asien um 2,6 % zulegte – maßgeblich getrieben durch die starken SpaceX-Ergebnisse, die dem gesamten KI-Sektor Auftrieb gaben.
SpaceX: Milliardengewinn und starkes KI-Geschäft
SpaceX hat für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar ausgewiesen – ein drastischer Schwenk gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als noch ein Verlust von rund einer Milliarde Dollar zu Buche stand. Der Umsatz kletterte von 5,58 auf 14,58 Milliarden Dollar und übertraf die Analystenerwartungen von 12,7 Milliarden erheblich.
Besonders stark entwickelte sich die Satelliten-Internetsparte Starlink: Die Umsätze legten um 69 % zu, das operative Ergebnis verdoppelte sich nahezu. Inzwischen zählt Starlink 13,6 Millionen Kunden. Auch das KI-Geschäft überzeugte: Die KI-Erlöse sprangen von 813 Millionen auf 7,56 Milliarden Dollar, der operative Verlust von 1,7 Milliarden verwandelte sich in einen Gewinn von 431 Millionen Dollar. Die SpaceX-Aktie reagierte nachbörslich mit einem Plus von rund 9,3 %.
Tesla-SpaceX-Fusion: Erste offizielle Schritte
Im Zuge der Zahlenvorlage äußerte sich Elon Musk erstmals konkreter zu einem möglichen Zusammenschluss von Tesla und SpaceX. Bislang hatte er Spekulationen weitgehend offengelassen. Nun bestätigte er, dass mehrere Sonderausschüsse eingesetzt wurden, die Interessenskonflikte und regulatorische Hürden prüfen sollen. Musk selbst ist aus Befangenheitsgründen nicht Teil dieser Ausschüsse.
Persönlich halte er die Fusion für eine gute Idee, betonte aber, dass eine Umsetzung keineswegs sicher sei. Für eine Zustimmung wären 50 % aller Tesla-Aktionäre erforderlich. Die Tesla-Aktie legte vorbörslich rund 1,65 % zu. Am selben Abend legt Tesla die eigene Quartalsbilanz vor – die Spannung rund um Musk bleibt also hoch.
Netflix enttäuscht mit Ausblick – Führungswechsel beschleunigt sich
Gemischte Signale kamen von Netflix: Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 12 % auf 12,9 Milliarden Dollar – das ist jedoch der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren. Der Nettogewinn legte um 44 % zu und übertraf die Erwartungen leicht. Dennoch reagierte die Aktie nachbörslich mit einem Minus von mehr als 5,5 %.
Der Grund: Der Ausblick enttäuschte, insbesondere bei den Werbeerlösen. Statt der angepeilten 3 Milliarden Dollar im Gesamtjahr 2026 werden nun nur noch 2,7 Milliarden erwartet. CEO Ted Sarandos kündigte an, die Plattform stärker auf längere Nutzungszeiten auszurichten.
- Rund 1.000 Mitarbeiter (ca. 6 % der Belegschaft) werden entlassen
- Programmchefin Bela Bajaria verlässt das Unternehmen
- Filmchef Dan Lin räumt seinen Posten mit sofortiger Wirkung
Kritiker bemängeln, dass Netflix in den vergangenen Jahren zu sehr auf Quantität statt auf Qualität gesetzt habe – große Hits wie „Stranger Things” oder „Squid Game” fehlten zuletzt.
Boeing, Intuitive Surgical und Adidas im Überblick
Bei Boeing gibt es endlich eine positive Nachricht: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die Zulassung für den 737 Max 10 erteilt, den größten Vertreter dieser Baureihe. Damit kann Boeing nun die rund 1.500 bereits vorliegenden Bestellungen abarbeiten. Ein Software-Problem vom September erwies sich als nicht zulassungsrelevant. Vorbörslich notiert die Aktie rund 0,35 % im Plus.
Intuitive Surgical meldete zwar ein Umsatzplus von 22 % auf 3,05 Milliarden Dollar, doch ein Kartellvergleich in Höhe von 450 Millionen Dollar belastete den Gewinn erheblich. Vorbörslich verliert die Aktie rund 7,5 %.
Adidas hingegen glänzt mit einem Rekordquartal: Der Umsatz stieg um 9 % auf 7,25 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn legte um 37 % auf rund eine Milliarde Euro zu. Die Jahresprognose für das Betriebsergebnis wurde von 2,3 auf 2,5 Milliarden Euro angehoben. Zum Handelsstart wird die Adidas-Aktie rund 3,5 % fester erwartet.
Die Berichtssaison bleibt damit in vollem Gange: Mit den Tesla-Zahlen am Abend und weiteren deutschen Unternehmen wie Deutsche Börse und Friedrich Vorwerk stehen kurzfristig weitere wichtige Impulse an. Vor allem die Entwicklung im KI- und Technologiesektor dürfte die Richtung der Märkte in den kommenden Tagen maßgeblich bestimmen.
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