AfD in NRW: Nur noch 7 Punkte hinter der CDU
Laut einer neuen Forsa-Umfrage holt die AfD in NRW massiv auf – der Vorsprung der CDU schmolz innerhalb eines Jahres von 22 auf nur noch 7 Prozentpunkte.
Dieses Video wurde am 24.09.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine neue Forsa-Umfrage zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zeigt einen dramatischen Stimmungsumschwung: Die AfD NRW liegt inzwischen nur noch sieben Prozentpunkte hinter der CDU. Vor gut einem Jahr betrug der Abstand noch rund 22 Punkte – ein Rückgang, der die politischen Kräfteverhältnisse im bevölkerungsreichsten Bundesland grundlegend verändern könnte. Die Landtagswahl findet 2027 statt, doch der Trend zeichnet sich schon jetzt deutlich ab.
Die aktuellen Umfragewerte im Überblick
Die Erhebung, über die zunächst die Welt berichtete, ergibt folgendes Bild für NRW:
- CDU: 29 % (−3 Punkte)
- AfD: 22 % (+2 Punkte)
- Grüne: 18 % (+1 Punkt)
- SPD: 14 % (unverändert)
- Linke: 8 % (+2 Punkte)
- FDP: 3 % (unverändert)
Die regierende Schwarz-Grün-Koalition unter Ministerpräsident Hendrik Wüst käme damit noch knapp auf eine rechnerische Mehrheit. Politisch komfortabel ist diese Lage jedoch nicht – der Trend zeigt klar in Richtung AfD.
Warum die AfD trotz interner Querelen zulegt
Bemerkenswert ist der Aufstieg der AfD angesichts ihrer bekannten internen Probleme: Der NRW-Landesverband gilt als einer der zerstrittendsten im Bundesgebiet. Kommunikation zwischen verfeindeten Flügeln läuft teils nur noch über Anwälte. Dennoch wächst die Partei.
Der Grund liegt offenbar weniger in der Stärke der AfD als in der wahrgenommenen Schwäche der etablierten Parteien. Viele Wählerinnen und Wähler haben nach Einschätzung von Beobachtern das Gefühl, dass sich das Land trotz Regierungswechseln nicht zum Besseren verändert – und greifen deshalb zu einer Partei, die politische Disruption verspricht. Solange die AfD ihren Kurs stabilisiert, dürfte der Aufholprozess weitergehen.
Strukturelle Probleme des Ruhrgebiets als Treiber
NRW ist nicht nur politisch unter Druck, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich. Besonders das Ruhrgebiet kämpft mit strukturellen Herausforderungen: Deindustrialisierung, hohe Arbeitslosigkeit und Fragen der inneren Sicherheit prägen die Stimmung in vielen Großstädten.
Städte wie Essen, Dortmund oder Duisburg stehen symbolisch für einen wahrgenommenen Identitätsverlust, den viele Bürgerinnen und Bürger mit den Folgen jahrzehntelanger Migrations- und Sozialpolitik verbinden. Dieser Unmut speist sich aus ganz konkreten Alltagserfahrungen und macht NRW zu einem besonders sensiblen politischen Terrain – auch für die Landtagswahl.
CDU und SPD unter Druck – Ausblick auf die Landtagswahl
Für die CDU unter Friedrich Merz gestaltet sich die Ausgangslage schwierig. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat nach fünf Jahren an der Regierung angekündigt, künftig stärker auf die Bürgerinnen und Bürger hören zu wollen – ein Signal, das von Kritikern als zu spät empfunden wird.
Auch die SPD befindet sich bundesweit in der Defensive. Parteichef Lars Klingbeil forderte auf dem Vorwärtsfest der Sozialdemokraten Erneuerung und kündigte Debatten über die Erbschaftssteuer sowie Verbesserungen im Bildungssystem an – Reaktionen auf schwache PISA-Ergebnisse und schwindende Zustimmungswerte.
Bleibt der aktuelle Trend bestehen, könnte die AfD bei der nächsten NRW-Landtagswahl erstmals stärkste Kraft werden. Ob die etablierten Parteien noch eine Antwort auf die Wählerabwanderung finden, wird eine der zentralen politischen Fragen der kommenden Monate sein.
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