Autozölle USA: Schock für deutsche Autobauer

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Dieses Video wurde am 04.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Autozölle USA sind zurück auf der Agenda – und diesmal noch schärfer. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Kraftfahrzeuge aus der Europäischen Union kurzfristig von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Betroffen sind PKW und LKW, die aus Europa in die Vereinigten Staaten eingeführt werden. Begründung: Die EU halte sich nicht an die Bedingungen eines im August ausgehandelten Zolldeals – was Brüssel ausdrücklich bestreitet. Für die deutsche Automobilindustrie, die zu den wichtigsten Exportbranchen des Landes zählt, wäre dies ein massiver Einschlag.

Volkswagen bereits unter Druck – Zahlen brechen ein

Der Wolfsburger Konzern Volkswagen ist schwach in das Jahr 2026 gestartet. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 28 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ein, der Umsatz sank um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Die operative Marge rutschte auf nur noch 3,3 Prozent ab. Hauptgründe: das schwierige Umfeld durch US-Zölle, schwache Verkaufszahlen in China und Nordamerika sowie enttäuschende Ergebnisse bei Porsche und der LKW-Tochter Traton.

Allein die bestehenden US-Zölle belasten den Konzern laut Finanzvorstand bereits mit rund 4 Milliarden Euro pro Jahr. Weltweit gingen die Auslieferungen um 7 Prozent auf rund 2 Millionen Fahrzeuge zurück. Zusätzlichen Druck macht Konkurrent Stellantis, der nach einem Verlust von 387 Millionen Euro im Vorjahr nun mit einem Nettogewinn von 377 Millionen Euro in die Gewinnzone zurückgekehrt ist und seine Auslieferungen um 11 Prozent steigerte. VW will deshalb sein Sparprogramm ausweiten und bis 2030 rund 50.000 Stellen abbauen.

Autozölle USA: Was 25 Prozent konkret bedeuten

Eine Schnellanalyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigt die Dimension: Ein Zollsatz von 25 Prozent würde die deutschen Autobauer kurzfristig rund 15 Milliarden Euro kosten, langfristig sogar bis zu 30 Milliarden Euro. Rund 450.000 Fahrzeuge gehen jährlich aus Deutschland in die USA, die Exporte wuchsen zwischen 2016 und 2024 im Schnitt um 5 Prozent pro Jahr.

  • Bereits die erste Zollrunde 2025 ließ die deutschen Autoexporte in die USA um 15 Prozent einbrechen.
  • Bei 25 Prozent Zoll sprechen Experten nicht mehr nur von Rentabilitätsrisiken, sondern von einem drohenden Stillstand der Industrie.
  • Verbände wie VDA und BDI warnen ausdrücklich vor den Folgen.
  • Die EU hat ein Gegensanktionspaket im Wert von rund 93 Milliarden Euro formal beschlossen, aber ausgesetzt.
  • Hersteller mit starker US-Produktion wie BMW und Mercedes sind durch lokale Fertigung weniger anfällig.

Diplomatische Kreise in Brüssel spekulieren unterdessen, Trump wolle mit den Zöllen gezielt Druck auf Deutschland ausüben – als Reaktion auf Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz. Merz selbst äußerte sich am Sonntagabend versöhnlich und verwies auf bevorstehende Gesprächsgelegenheiten, etwa beim G7-Treffen im Juni oder dem NATO-Gipfel im Juli in der Türkei.

Taco oder Nacho? Märkte zweifeln an Trumps Glaubwürdigkeit

An den Finanzmärkten hat Trumps Verhandlungsmuster bereits einen Namen: der sogenannte Taco-Trade – abgeleitet von „Trump Always Chickens Out”, also der Erwartung, dass maximale Drohungen am Ende zurückgenommen werden. Nun kursiert ein neues Akronym: NACHO, kurz für „Not A Chance Hormuz Opens”. Wall-Street-Händler haben diesen Begriff geprägt, weil das Vertrauen in Trumps Fähigkeit, seine Ankündigungen tatsächlich umzusetzen, spürbar schwindet – zuletzt auch mit Blick auf die Straße von Hormus.

Das Dilemma für Anleger: Solange unklar ist, ob die Autozölle USA wirklich in Kraft treten, bleiben Autoaktien unter erheblichem Druck und reagieren extrem sensibel auf jede neue Schlagzeile. Entpuppt sich die Drohung erneut als Bluff, ist eine schnelle Kursgegenbewegung möglich. Der Markt differenziert dabei sehr schnell nach Produktionsstruktur und Absatzmix der einzelnen Hersteller.

Börsenumfeld und Ausblick für die neue Woche

Trotz der geopolitischen Unsicherheiten zeigte sich das Börsenumfeld zuletzt robust. Der DAX schloss am Donnerstag mit einem Plus von 1,4 Prozent, der S&P 500 markierte am Freitag mit 7.230 Punkten ein neues Allzeithoch. Auch der Nasdaq 100 legte 0,9 Prozent zu. Rückenwind kam vor allem von starken Quartalsergebnissen der US-Technologieriesen: Apple meldete einen Umsatzanstieg von 17 Prozent auf 111,2 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 29,6 Milliarden Dollar. Das Softwareunternehmen Atlassian überraschte mit einem Umsatzplus von 32 Prozent und sprang nachbörslich zeitweise um 30 Prozent nach oben.

Die kommende Woche steht im Zeichen zahlreicher Quartalsergebnisse, darunter BMW, Continental, Daimler Truck, Volkswagen, Commerzbank, Novo Nordisk, Rheinmetall sowie Walt Disney und Pfizer aus den USA. Besondere Aufmerksamkeit gilt der außerordentlichen Hauptversammlung von UniCredit, auf der über eine Kapitalerhöhung für den geplanten Zusammenschluss mit der Commerzbank abgestimmt wird. Für die Automobilbranche bleibt die entscheidende Frage, ob Trumps Zolldrohung politisches Kalkül oder handfeste Handelspolitik ist – und wie schnell Brüssel darauf reagiert.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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