Sunday, 18. October 2026
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Antisemitismus

Berliner Koalition: Vier Grüne blockieren Kenia-Option

Vier Mitglieder der Grünen Jugend im Berliner Abgeordnetenhaus blockieren eine Kenia-Koalition. Die Sondierungen für Rot-Grün-Rot laufen weiter – trotz Antisemitismus-Debatte.

Redaktion · 17. October 2026, 17:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 17.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Sondierungsgespräche für eine Rot-Grün-Rote Koalition in Berlin laufen weiter – und vier junge Abgeordnete der Grünen Jugend spielen dabei eine entscheidende Rolle. Denn sie verfügen über eine Sperrminorität gegen das einzige realistische Alternativbündnis, die sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Gleichzeitig belastet die Antisemitismus-Debatte rund um die Berliner Linke die laufenden Verhandlungen – ohne sie bislang zum Scheitern zu bringen.

Vier Grüne Jugend-Mitglieder blockieren Kenia-Koalition

Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zählt vier Mitglieder der Grünen Jugend. Bereits am Wahlabend hatten diese angekündigt, eine Koalition unter Führung der CDU unter keinen Umständen mitzutragen. Daran halten sie bis heute fest.

Rechnerisch ist eine Kenia-Koalition zwar möglich, hätte jedoch nur zwei Stimmen mehr als die absolute Mehrheit. Durch ihre Ablehnung besitzen die vier Grünen-Jugend-Abgeordneten eine faktische Vetomacht. Das macht das Zustandekommen dieses Bündnisses praktisch unmöglich.

Auch inhaltlich sprechen sich die jungen Grünen klar für Rot-Grün-Rot aus. Als zentrales gemeinsames Projekt gilt die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne – ein Thema, das Grüne Jugend, Linke und Teile der SPD verbindet und das die Berliner Sondierungen inhaltlich prägt.

Antisemitismus-Debatte um die Berliner Linke

Neben der Koalitionsarithmetik belastet ein handfester Streit die Verhandlungen: Die Berliner Linke hatte sich von ihrer Fraktionskollegin Vanessa Emde distanziert, nachdem diese erneut mit umstrittenen Aussagen zum Existenzrecht Israels aufgefallen war. Emde hatte ihre Aufnahme in die Fraktion auf Social Media als „Geländegewinn gegen die Staatsräson” bezeichnet.

CDU-Fraktionschef Stefan Evers kritisierte die Reaktion der Linken scharf. Er hatte bereits vor der Wahl gewarnt, die Partei werde nach dem Urnengang ihr wahres Gesicht zeigen. Die Distanzierung der Linken von Emde sei nichts wert, solange sie folgenlos bleibe. Die Einladung zu einem Gespräch im Fraktionsvorstand reiche nicht aus.

  • Emde bezeichnete ihre Fraktionsaufnahme als „Geländegewinn gegen die Staatsräson”
  • Die Berliner Linke distanzierte sich, lud Emde aber lediglich zum Gespräch ein
  • Evers: SPD und Grüne hätten sich auf einen „Formelkompromiss” im Umgang mit Antisemitismus eingelassen
  • Weitere antisemitische Positionen in der Linken-Fraktion bleiben laut Evers ebenfalls ungesühnt

Grüne Jugend auf Bundeskongress in Leipzig

Parallel zu den Berliner Sondierungen trifft sich die Grüne Jugend zum Bundeskongress in Leipzig. Dort steht ein klarer Linkskurs auf der Agenda: mehr Umverteilung, Vergesellschaftung von Wohnraum, sozialpolitische Reformen.

Bundessprecher Luis Bobkar sprach in seiner Eröffnungsrede von einem „Genozid an Palästinensern” durch die israelische Regierung – eine Formulierung, die dem Bundesverband der Grünen widerspricht. Dieser hatte auf seinem Parteitag im vergangenen Jahr ausdrücklich darauf verzichtet, das Vorgehen Israels in Gaza als Genozid zu bezeichnen.

Bemerkenswert: Es ist der erste Bundeskongress der Grünen Jugend seit langer Zeit, bei dem kein eigener Antrag zum Thema Israel auf der Tagesordnung steht. Mitglieder, die auf die Antisemitismus-Debatte angesprochen werden, verweisen stattdessen rasch auf sozial- und wohnungspolitische Gemeinsamkeiten mit der Linken.

Ausblick: Rot-Grün-Rot als einzige realistische Option

Die Berliner Sondierungen zwischen SPD, Grünen und Linke werden trotz der anhaltenden Debatten fortgesetzt. Angesichts der Sperrminorität der Grünen Jugend gegen Kenia und der inhaltlichen Schnittmengen im linken Lager gilt Rot-Grün-Rot derzeit als einzig verbleibende Koalitionsoption mit stabiler Mehrheit.

Ob die Antisemitismus-Kontroverse rund um die Linke noch zur ernsthaften Belastungsprobe für das Bündnis wird, bleibt offen. Bislang zeigen die Verhandlungspartner wenig Neigung, die Gespräche daran scheitern zu lassen – trotz anhaltender Kritik aus der Opposition.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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