Thursday, 22. October 2026
Borneo

Borneo im Smog: Torfbrände ersticken Zentralkalimantan

Giftiger Rauch legt sich über Borneo: Torfbrände und Brandrodungen gefährden Hunderttausende Menschen in Zentralkalimantan – Ursachen und Folgen im Überblick.

Redaktion · 21. October 2026, 01:30 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 20.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Eine giftgelbe Dunstglocke hängt über der indonesischen Stadt Pangkalan Bun auf Borneo. Schwelende Torfbrände und gezielte Brandrodungen legen weite Teile der Provinz Zentralkalimantan in dichten Rauch. Die Sichtweite fällt auf wenige Dutzend Meter, und Hunderttausende Bewohner sind einer extremen Feinstaubbelastung ausgesetzt – ohne wirksamen Schutz. Die Katastrophe wiederholt sich alljährlich zur Trockenzeit und hat ihre Ursache vor allem in der industriellen Landwirtschaft.

Brandrodung für Palmöl: Ursache der jährlichen Smogkrise

Das Feuer wird in Indonesien seit Jahrzehnten bewusst eingesetzt, um Waldflächen schnell und kostengünstig für Palmölplantagen urbar zu machen. Die Methode gilt als billigste Form der Landgewinnung, hat jedoch verheerende Folgen für Mensch und Natur. Konzerne und Kleinbauern gleichermaßen greifen zur Trockenzeit auf dieses Mittel zurück, weil Kontrollen und Strafen oft zu lasch ausfallen.

Die indonesische Regierung hat Brandrodungen zwar offiziell verboten, doch die Durchsetzung des Verbots scheitert regelmäßig an mangelnden Kapazitäten und wirtschaftlichen Interessen. Palmöl ist einer der wichtigsten Exportrohstoffe des Landes – ein struktureller Konflikt, der eine konsequente Strafverfolgung erschwert.

Torfböden als unsichtbare Brandherde

Besonders gefährlich sind die meterdicken Torfböden Borneos. Einmal entzündet, fressen sich Glutnester tief in den Untergrund und sind von außen kaum sichtbar. Sie können wochenlang oder sogar monatelang weiterglimmen, ohne dass Löschversuche dauerhaft helfen.

Torf besteht aus Jahrtausende alten, angesammelten Pflanzenresten. Beim Verbrennen setzt er enorme Mengen Feinstaub und klimaschädliche Treibhausgase frei – darunter Kohlendioxid und Methan. Wissenschaftler bezeichnen die indonesischen Torflandschaften deshalb als einen der bedeutendsten Kohlenstoffspeicher der Erde, deren Zerstörung globale Klimafolgen hat.

  • Torfböden auf Borneo speichern mehr Kohlenstoff als viele tropische Regenwälder
  • Ein brennender Torfboden setzt bis zu zehnmal mehr CO₂ frei als oberirdische Waldbrände
  • Die Glutnester erlöschen erst zuverlässig mit einsetzenden Monsunregenfällen
  • Selbst Löschhubschrauber können tief sitzende Schwelbrände kaum erreichen

Gesundheitsgefahr für Hunderttausende Menschen

Für die Bevölkerung in Zentralkalimantan bedeutet der Smog eine ernste Bedrohung. Die Feinstaubkonzentration erreicht während der Brandsaison Werte, die weit über den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Atemwegs- oder Herzerkrankungen.

In Pangkalan Bun und umliegenden Ortschaften werden in solchen Perioden Schulen geschlossen, Außenaktivitäten eingestellt und Schutzmasken verteilt. Krankenhäuser melden in der Smog-Saison einen deutlichen Anstieg von Atemwegserkrankungen, Augenentzündungen und Herzkreislaufbeschwerden. Für viele Bewohner, die sich keine Schutzausrüstung leisten können, bleibt kaum eine Möglichkeit, der giftigen Luft zu entkommen.

Ausblick: Monsun als einzige kurzfristige Hoffnung

Kurzfristig bringt erst der einsetzende Monsunregen Erleichterung. Sobald die Regenfälle einsetzen, erlöschen auch die tiefsten Schwelbrände allmählich, und der Rauch verzieht sich. Doch die strukturellen Ursachen bleiben ungelöst: Ohne eine konsequente Abkehr von der Brandrodungspraxis und eine nachhaltigere Landwirtschaftspolitik werden die Smog-Krisen auf Borneo jede Trockenzeit zurückkehren. Internationale Druck auf die Palmölindustrie sowie strengere indonesische Umweltgesetze gelten als zentrale Hebel – ihre Umsetzung bleibt jedoch eine der größten Herausforderungen für den Inselstaat.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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