Dieses Video wurde am 20.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein CDU-Politiker spendet für die AfD und ruft öffentlich zu deren Wahl auf – was wie ein politischer Skandal klingt, ist in Sachsen-Anhalt Realität. Bernt Prange, Gemeindebürgermeister in der Altmärkischen Höhe und langjähriges CDU-Mitglied, hat vor der Landtagswahl am 6. September einen beispiellosen Schritt vollzogen: Er gab öffentlich bekannt, bei der Wahl die AfD zu wählen und ihr zusätzlich 10.000 Euro als Wahlkampfspende überwiesen zu haben. Die Reaktion seiner Partei ließ nicht lange auf sich warten.
Frust über den Kurs der CDU als Auslöser
Prange begründet seinen Schritt mit tiefer Unzufriedenheit über die politische Ausrichtung der CDU unter Bundeskanzler Friedrich März. Er kritisiert einen aus seiner Sicht zu starken Linksruck der Partei und fühlt sich politisch nicht mehr vertreten.
Der 59-Jährige fordert explizit das Fallen der sogenannten Brandmauer zur AfD – also der parteiinternen Linie, keine Zusammenarbeit mit der AfD einzugehen. Die Christdemokraten müssten „endlich aufwachen”, so Prange öffentlich. Damit stellt er sich offen gegen eine der zentralen Positionen der CDU-Führung auf Bundes- und Landesebene.
AfD in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft
Besonders brisant ist der Fall vor dem Hintergrund, dass die AfD in Sachsen-Anhalt vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Eine finanzielle Unterstützung und Wahlempfehlung für eine solche Organisation durch einen amtierenden Kommunalpolitiker der CDU ist politisch höchst ungewöhnlich.
Die Spende in Höhe von 10.000 Euro ist dabei nicht nur symbolisch zu verstehen – sie stellt eine substanzielle finanzielle Förderung einer Partei dar, die die eigene Parteiführung als unvereinbar mit demokratischen Grundwerten bezeichnet.
- Bernt Prange ist Gemeindebürgermeister in der Altmärkischen Höhe in Sachsen-Anhalt
- Er überweist 10.000 Euro als Wahlkampfspende an die AfD
- Er kündigt an, bei der Landtagswahl am 6. September die AfD zu wählen
- Die AfD Sachsen-Anhalt gilt als gesichert rechtsextrem
- Prange begründet den Schritt mit dem angeblichen Linkskurs der CDU
CDU Sachsen-Anhalt prüft Parteiausschluss
Die CDU Sachsen-Anhalt reagierte umgehend und kündigte an, ein Parteiausschlussverfahren gegen Prange zu prüfen. Ein solches Verfahren ist innerparteilich an hohe Hürden geknüpft und kann sich über längere Zeit hinziehen, sendet aber ein klares politisches Signal.
Der Fall zeigt, wie tief die innerparteilichen Spannungen innerhalb der CDU – vor allem im ostdeutschen Raum – inzwischen reichen können. Zwischen dem konservativen Flügel, der eine Annäherung an die AfD fordert, und der Parteiführung, die an der Brandmauer festhält, wächst der Konflikt.
Einordnung: Ein Einzelfall mit Signalwirkung
Ob Pranges Vorgehen ein isoliertes Ereignis bleibt oder symptomatisch für eine breitere Stimmung in Teilen der ostdeutschen CDU ist, wird die politische Debatte in den kommenden Wochen bestimmen. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September dürfte zeigen, wie groß der Unmut an der Basis tatsächlich ist.
Für die CDU ist der Vorfall in jedem Fall ein öffentlichkeitswirksamer Rückschlag: Ein eigener Amtsträger wirbt aktiv für die Konkurrenz – und zahlt dafür sogar aus der eigenen Tasche. Das Parteiausschlussverfahren könnte zum Präzedenzfall werden, wie die Union künftig mit ähnlichen internen Dissidenten umgeht.
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